Kantenverrundung

Die Kanten sind rund statt scharf

Robotersystem für hochgenaue Kantenverrundung an Turbinenwellen. Das Fraunhofer IPA hat ein Robotersystem entwickelt, mit dem Kanten automatisiert und hochgenau verrundet werden können.

Der Aufwand für die Nachbearbeitung scharfer Kanten wurde mit einer Roboterlösung vom Fraunhofer IPA erleichtert. (Bild: Fraunhofer IPA)

Scharfe Kanten und Grate an sicherheitskrititischen Bauteilen führen zu einem erhöhten Nacharbeitsaufwand in der Produktion. Durch einen beweglichen Roboter können auch schwer zugängliche Stellen erreicht werden. Außerdem wird eine hohe und wiederholbare Qualität des Verrundungsprozesses sichergestellt. Durch intelligente Sensorik kann der Roboter die Kanten am Bauteil selbstständig erkennen und sich selbst programmieren.

Flexibilität, höchste Qualität und Reduktion von Nacharbeitsprozessen sind Themen, denen sich produzierende Unternehmen stellen müssen. Für die Nacharbeit an Bauteilkanten kommen bisher oft nur große Spezialanlagen oder zeitaufwendige manuelle Prozesse in Frage. Zusammen mit dem Bereich Steam Turbines bei Siemens in Mülheim an der Ruhr hat das Fraunhofer IPA nun ein Robotersystem entwickelt, um flexibel und automatisiert Kanten an Turbinenwellen zu verrunden. Durch die Verbindung von Sensorik und intelligenter Software wird die Lage der Bauteilkanten exakt erkannt und automatisiert ein entsprechendes Roboterprogramm erzeugt. Hierbei werden Genauigkeiten von 0,1 Millimeter erreicht. „Robotersysteme, die hohe Genauigkeiten erreichen, indem sie durch Sensoren auf veränderliche Umgebungsbedingungen reagieren und automatisch aus CAD-Daten programmierbar sind, ermöglichen die wirtschaftliche Automatisierung auch bei kleinen Losgrößen und großen Bauteiltoleranzen“, sagt Alexander Kuss, einer der Entwickler des Robotersystems am Fraunhofer IPA.

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Roboter passt sich an Umgebung an
Durch den großen Bewegungsraum des Roboters in Verbindung mit schlanken Endeffektor-Werkzeugen werden auch schwer zugängliche Stellen erreicht. Vor allem große Bauteile können oft nicht exakt positioniert werden. Daher passt beim vom Fraunhofer IPA entwickelten Robotersystem eine Software zur Sensordatenauswertung das Bearbeitungsprogramm des Roboters immer der aktuellen Bauteillage an. Eine aufwendige Positionierung des Bauteils oder ein manuelles Einmessen entfallen. Hierzu vermisst der Roboter das Bauteil berührungslos und findet die genaue Bauteillage durch einen Abgleich mit dem CAD-Modell des Bauteils. Danach wird ein auf Bauteilposition und Bauteilgeometrie individuell angepasstes Roboterprogramm automatisch aus den CAD-Daten des Bauteils erstellt. Teure und unflexible Vorrichtungen und Gestelle zum Erreichen der notwendigen Genauigkeit werden durch einfache rekonfigurierbare Software ersetzt. Dies ermöglicht auch die einfache Integration des Robotersystems in eine bestehende Produktionslinie oder sogar in vorhandene Fertigungsanlagen.  bw

HMI Halle 17, Stand F14

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