OKU-Geschäftsführer Bernd Klingel schätzt als echter Schwabe aber auch Linsen mit Spätzle

"Ich neide anderen den Schokoladenvorrat"

Wer oder was hat Ihr Interesse an Ihrem gegenwärtigen Tätigkeitsfeld geweckt?
Ich finde den Sondermaschinenbau seit jeher faszinierend. Und es ist jedes Mal aufs Neue toll, in einen Montageautomaten reinzuschauen, zu beobachten, wie er jede Sekunde ein fertiges Bauteil ausspuckt und dabei hochpräzise wie ein Riesen-Uhrwerk läuft.

OKU-Geschäftsführer Bernd Klingel

Welche technischen Leistungen aus Ihrem Bereich bewundern Sie besonders?
Gerade diese uhrwerksähnliche mechanische Präzision, mit der unsere Kunden teilweise seit Jahrzehnten Tag für Tag Wertschöpfung erzielen.

Was möchten Sie noch dringend beruflich und/oder privat erreichen?
Beruflich möchte ich erreichen, dass OKU den gestarteten Turn-around gut meistert und die Integration des Produkt- und Leistungsportfolios unserer Muttergesellschaft Lanco Assembly Systems in USA die erwarteten Früchte trägt.

Drei Dinge, die Ihnen besonders wichtig sind ...
Meine Familie samt Hund Bernie. Das Jahresgolfwochenende mit meinen besten Freunden. Und als waschechter Schwabe Linsen mit Spätzle.

... und drei, auf die Sie besonders gut verzichten könnten?
Winter, insbesondere in der Stadt. Mittelsitz im Flugzeug und Wespen beim Sonntagsfrühstück.

Je ein Buch, eine CD, ein Film: Welche sind Ihnen besonders wichtig?
Buch: Der Besuch der alten Dame. CD: Brothers in Arms, Dire Straits. Film: Ferries macht blau.

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Ein Bild, eine Skulptur, die Ihnen wichtig erscheint oder die Sie kaufen würden?
Den Fernsehturm in Stuttgart, den ich sofort wieder für das Publikum eröffnen würde.

Was lesen Sie derzeit?
Die Mäusestrategie für Manager ("Who Moved My Cheese?").


Was erwartet Sie nach Büroschluss?
Bernie, unser Magyar-Viszlar-Rüde, der sich immer riesig freut, wenn er mich sieht.

Welchen Sänger, Musiker, Schauspieler, Performer oder Sportler würden Sie gern live erleben?
Caruso, Mozart, Humphrey Bogart, Houdini und Luis Trenker.

Treiben Sie Sport - welchen?
Schwimmen, Skifahren, Golf.

Ihr Lebensmotto?
Lieber geradeaus als hintenrum.

Welche positive Ader kennzeichnet Sie?
Ich bin begeisterungsfähig und habe viel Spaß dabei, Menschen für ein Ziel zu motivieren. Im Übrigen hoffe ich, dass meine Mitmenschen meinen Humor schätzen.

Und die negative Seite?
Ich kann hektisch werden und dann den Menschen um mich herum den Schokoladenvorrat im Schreibtisch neiden.

Ein Zufall spielt Ihnen 5.000 Euro zur freien Verfügung in die Hände. Wie setzen Sie diese ein?
Für ein ordentliches Firmenfest mit Pauken und Trompeten auf dem Dach unseres Verwaltungsgebäudes.

Sie leben oft in Hotels. Haben Sie eine Lieblingsabsteige?
Meine Lieblingsabsteige ist unser Sofa im Wohnzimmer.

Leben Sie gerne dort, wo Sie leben, oder können Sie sich auch einen anderen Lebensmittelpunkt vorstellen.
Im deutschen Winter würde ich später gerne in Südafrika leben.

Welche Fehlentwicklung in Markt, Technik und Gesellschaft finden Sie dringend änderungswürdig?
Am Markt stören mich Einkäufer, die nur den Preis und nicht den Total Cost of Ownership (TCO) bewerten. Gesellschaftlich gesehen kann ich mit Wutbürgern nichts anfangen.

Was wollten Sie machen, als Sie 18 Jahre alt waren?
Nach Australien auswandern.

Wie und wo sehen Sie sich in zehn Jahren?
Gerne wieder hier in dieser Zeitschrift. Ich bin sehr gespannt darauf, was wir dann zu besprechen haben.      bw

 

Bernd Klingel ist studierter Diplom-Ingenieur und Geschäftsführer beim Maschinenbauer OKU, den er beim Turn-Around anführt. Zu den Stationen des 45-Jährigen zählen unter anderem Geschäftsführer- und Vorstands-Positionen in Telekommunikations- sowie Softwareunternehmen, die er teilweise selbst gegründet und aufgebaut hat. Der Stuttgarter ist mit der Maschinenbau- und Automobilbranche seit langem vertraut und unterstützte zuletzt als kaufmännischer Geschäftsführer die familieneigene Klingel GmbH.

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