VDMA Ost

Ostdeutscher Maschinenbau läuft auf Hochtouren

Der ostdeutsche Maschinen- und Anlagenbau zeigt trotz zunehmender politischer und wirtschaftspolitischer Spannungen im In- und Ausland kaum Ermüdungserscheinungen. Im Gegenteil: Die Unternehmen haben ihren Schwung der vergangenen Monate auch in das zweite Quartal 2018 mitgenommen.

Der ostdeutsche Maschinen- und Anlagenbau zeigt trotz zunehmender politischer und wirtschaftspolitischer Spannungen im In- und Ausland kaum Ermüdungserscheinungen. © VDMA

Das ergab eine Umfrage unter den 350 Mitgliedern des VDMA-Landesverbandes Ost in Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. 91 Prozent der Betriebe bewerten demnach ihre wirtschaftliche Situation als sehr gut oder gut. „Die Geschäftslage der ostdeutschen Maschinenbauer hat sich in den zurückliegenden zwei Jahren kontinuierlich verbessert. Dass sich diese Dynamik nun so nachdrücklich fortsetzt, hatten wir aufgrund der wachsenden Handelshemmnisse nicht erwartet“, sagt Reinhard Pätz, Geschäftsführer des VDMA Ost.

Bessere Auftragslage und Kapazitätsauslastung
Die Unternehmen haben ihre vorhandenen Produktionskapazitäten im Durchschnitt zu fast 93 Prozent ausgelastet – so gut wie zuletzt in den extrem starken Jahren 2007 und 2008. Von der guten Auftragslage profitierten weite Teile der heterogenen Branche: 74 von 100 Unternehmen erreichten eine Auslastung von mindestens 90 Prozent. Nur vereinzelt lag diese unter 80 Prozent. Einen merklichen Sprung verzeichneten die Betriebe auch beim Auftragspolster. Sie können im Durchschnitt für knapp sechs Produktionsmonate planen. 85 Prozent der Firmen registrierten zudem im Vergleich zum Vorquartal mehr oder gleich viele Aufträge.

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Die gute Auftragslage spiegelt sich auch in den Personalplanungen wider. Fast 57 Prozent der Unternehmen wollen in den kommenden sechs Monaten die Mitarbeiterzahl stabil halten – zusätzlich planen gut 38 Prozent der Betriebe, neue Mitarbeiter einzustellen. „Geeignete Fachkräfte zu finden, ist jedoch leichter gesagt als getan“, betont Pätz. So haben momentan vier von fünf Firmen Schwierigkeiten, offene Stellen zu besetzen. Dazu trage die demografische Entwicklung bei, zudem seien manche Regionen aufgrund einer vergleichsweise unattraktiven Infrastruktur benachteiligt, erläutert der Verbandsgeschäftsführer. „Die Unternehmen beklagen aber auch unzureichende Qualifikationen sowie fehlende Motivation und Reisebereitschaft der Bewerber.“

Handelsstreit hinterlässt noch keine Spuren
Der Handelsstreit, die geopolitischen Spannungen, der ungewisse Ausgang der Brexit-Verhandlungen oder die deutsche Bundespolitik: All diese Risiken können weitere Wachstumsimpulse dämpfen und den Erfolg der Unternehmen spürbar abbremsen. Dennoch ist die Stimmung in der Region gut. Etwa 15 Prozent der Betriebe gehen in den kommenden drei Monaten von einem anhaltenden Aufwärtstrend aus. Weitere 78 Prozent der Firmen erwarten gleichbleibende Geschäfte. „Diese Zuversicht wird von vollen Auftragsbüchern getragen. Auch scheint die Hoffnung mitzuschwingen, dass in den Konflikten letztlich die politische Vernunft die Oberhand gewinnt“, sagt Geschäftsführer Pätz. as

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