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Angepasste Sicherheit

ABB realisiert situative Maschinensicherheit
Die neue Sicherheitssteuerung AC500-S: Durch einfaches Zustecken der Sicherheitsmodule kann jetzt für die SPS-Familie AC500 ein höheres Sicherheitsniveau bis SIL 3 beziehungsweise PLe erreicht werden. (Fotos: ABB)
ABB kommt nach Hannover mit einer Sicherheitssteuerung im Gepäck. Vor allem beim Robotereinsatz zeigt sie Vorteile durch angepasste Reaktionen. Die neue Steuerung wird nachrüstbar sein. Allerdings müssen Interessenten noch etwas warten.

Beim Roboterbetrieb sind Abfragen der Position aus Gründen der Sicherheit unabdingbar. Im Fall von Störungen durch Personen oder andere Faktoren wie Produkte galt bislang der Roboterstopp als sicherheitstechnische Grundlage. Das ist aber in vielen Fällen eine überzogene Reaktion. Vielmehr scheint eine der Position des Roboters angemessene Reaktion sinnvoll. So kann eine Fortsetzung der Bewegung mit gedrosselter Geschwindigkeit ebenso sinnvoll sein wie an anderer Stelle der Stillstand.

ABB Automation Products bringt deswegen mit der AC500-S zur Hannover Messe HMI eine neue Sicherheitssteuerung mit Sicherheitsfunktionen bis SIL 3 beziehungsweise Performance Level e auf den Markt. Die Erweiterung bestehender Sicherheitssysteme gehört zum Programm. Durch spezielle Features wie die Programmierung der Sicherheitsfunktionen mit der Programmiersprache ST, ein patentiertes Verfahren zur Überprüfung der Anwenderprogramme und die nahtlose Integration in die AC500-Automatisierungsplattform bietet die AC500-S den Anwendern Vorteile in der beschriebenen Richtung. Die AC500-S basiert auf der Automatisierungsplattform AC500. Bisherige AC500-Lösungen können durch einfaches Zustecken der zertifizierten, gelben Sicherheitsmodule und durch Implementierung des Sicherheitsprogramms in das vorhandene Anwenderprogramm somit ebenfalls ein hohes Sicherheitsniveau erreichen.
Für den Markt der Sicherheitssteuerungen einmalig ist die Programmierung der Sicherheitsfunktionen unter CoDeSys auch mit der Programmiersprache ST nach IEC 61131-3, zusätzlich zur Programmierung per Kontaktplan und Funktionsplan. Anwender sollen dadurch komplexe Berechnung und kundenspezifische Bibliotheken in ihrem Applikationsprogramm einfach realisieren können. Die Bibliotheken gemäß PLCopen Safety haben durch ein standardisiertes Look & Feel der Sicherheitsfunktionsbausteine niedrigere Engineeringkosten zur Folge. Hervorzuheben ist ebenso ein patentiertes Verfahren zur Überprüfung des Anwenderprogramms mit Hilfe eines eigenen Source-Code Checker, was die TÜV-Abnahme der Applikation erheblich vereinfacht. Dank Funktionen wie Sin, Cos, Tan, Sqrt, Asin, Acos, Atan und Log lassen sich komplexe Sicherheitsberechnungen realisieren, beispielsweise die Arbeitsbereichs- und Antikollisionsüberwachung von Maschinen ohne zusätzliche Maßnahmen.

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Am schnellen Realtime-Sicherheitsbus Profinet mit Profisafe können dezentral sowohl Safety- als auch Non-Safety-Module gemischt betrieben werden. Die dezentralen Sicherheits-E/A-Module bieten auch analoge Eingänge. Die Module lassen sich zudem unabhängig von einer AC500-Zentrale am Profinet mit Profisafe betreiben. Rita Stockmann-Fuchs von ABB Automation sieht Anwendungen neben Robotern auch bei Windenergieanlagen, Pressensteuerungen, im Material Handling und bei Verpackungsmaschinen. Dazu kommen Krane und Containeranlagen, bei denen sich Kollisionen mit dieser Steuerung verhindern lassen.Die neue Sicherheitssteuerung wird zwar in Hannover vorgeführt, sie steht den Anwendern wohl aber erst gegen Ende des Jahres zur Verfügung.

Mit dem Gleichstromantrieb DCS550 bietet das Unternehmen dem Maschinenbaumarkt einen Drive, der moderne Antriebe mit Gleichstromtechnik verbindet. Kompakt designt und robust ausgelegt eignet sich der DCS550 als Gleichstromantrieb für Neuinstallationen wie auch für Modernisierungen. Integrierte Wicklerfunktion, Programmierbarkeit und eine leistungsstarke Feldversorgung sichern die notwendige Flexibilität beim Anpassen an die Maschine.

Dazu wurde das Bedienkonzept des weltweit erfolgreichen Vorgängers DCS400 für den DCS550 konsequent weiterentwickelt und verbessert. Der DCS550 ist mit einer Leistung bis 500 Kilowatt bei einem Strom von 20 bis 1.000 Ampere und einer Spannung von 230 bis 525 VAC lieferbar. Ausgelegt ist er für eine Vielzahl von Applikationen wie Extruder, Zentrifugen, Drahtziehmaschine, Druckmaschinen, Beschichtungsanlagen und allgemeine Maschinenbauanwendungen sowie für die Nachrüstung analoger Gleichstromtechnik. Das robust ausgelegte Design macht den Antrieb auch geeignet für raue Betriebsbedingungen. Der neue Stromrichter ist kompatibel mit seinem Vorgänger. Gleiche Abmessungen und Anschlusstechnik sichern einen problemlosen Umstieg und Austausch. Die kompakte Bauweise des DCS550 sowie seine einfache Bedienung und Handhabung mittels Komfort-Bedienpanel, Inbetriebnahmeassistenten und Selbstoptimierung aller Reglerfunktionen unterstützen dies zusätzlich.

Umfassendes Komplettpaket

Bereits das Grundgerät verfügt über zahlreiche serienmäßige Hardware-Schnittstellen – unter anderem einen Inkrementalgeber- und einen analogen Tacho-Eingang. Sein Komfort-Bedienpanel bietet eine mehrsprachige alphanumerische Anzeige (fünf Sprachen) und eine mehrsprachige Hilfefunktion. Jeder Bedienschritt des DCS550 wird klar und für den Anwender einfach nachvollziehbar angezeigt. Der Antrieb weist gegenüber seinem Vorgänger eine höhere Anzahl analoger Eingänge und eine höhere Genauigkeit auf, sodass anspruchsvollere Regelungen realisiert werden können. Auch der Feldstrom wurde signifikant erhöht. Der DCS550 kann dadurch einen viel größeren Bereich von unterschiedlichen Gleichstrommotoren versorgen. Das im Komplettpaket enthaltene PC-Tool „DriveWindow Light“ (DWL) gewährleistet eine einfache, schnelle Inbetriebnahme und Wartung des Stromrichters. Der DWL-Inbetriebnahme-Assistent bietet durch den interaktiven Dialog gegebenenfalls Unterstützung. Mittels „adaptiver Programmierung“ mit 16 Funktionsblöcken können eigene Funktionsanpassungen einfach und anschaulich grafisch konfiguriert, getestet und dokumentiert werden.

Eine neue integrierte Wicklersoftware mit vordefinierten Makros für die vier gängigen Wicklertypen (Geschwindigkeitsregelung, indirekte Zugregelung, direkte Zugregelung, Tänzerregelung) ermöglicht eine rasche Inbetriebnahme des Wicklers. Die Einstellung und Anpassung der verschiedenen Wicklertypen erfolgt durch einen grafischen Assistenten. Der DCS550 ermöglicht auch einen Ersatz installierter Analog-Stromrichter, für die es oft keine Ersatzteile oder Wartungs-Know-how mehr gibt. Mit dem DCS550 lassen sich solche bestehenden Maschinen durch Austausch der alten Antriebskomponenten kostengünstig erhalten. bw

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