Schmalz prämiert Innovationen - auch fürs Kinderzimmer

Ein Roboter räumt auf

Der anlässlich des Jubiläums "30 Jahre Vakuum-Technologie" erstmals verliehene Schmalz Innovationspreis hat einen Gewinner: Julian Kunze aus Saarbrücken konnte die Jury mit seinem Entwurf für einen formgedächtnisangetriebenen Vakuum-Membransauger überzeugen. Er erhielt eine Siegprämie von 4.000 Euro inklusive Gutschein für ein vierwöchiges Praktikum bei Schmalz. Ein Sonderpreis ging an einen achtjährigen Schüler - für seine Idee, eine Aufräummaschine fürs Kinderzimmer zu entwickeln.

Julian Kunze entwarf einen Vakuum-Membransauger mit Formgedächtnisantrieb - Platz 1 beim Schmalz Innovationspreis. (Fotos: Schmalz)

Der mit 4.000 Euro dotierte 1. Platz ging an den 23-Jährigen Julian Kunze, Student am Lehrstuhl für Unkonventionelle Aktorik an der Universität des Saarlandes in Saarbrücken. Ihn beschäftigte die Idee, ein alternatives Aktuatorprinzip für Vakuum-Sauggreifer zu entwickeln. Aktuelle Vakuum-Greifer arbeiten überwiegend mit pneumatischen oder mit elektrischen Vakuum-Erzeugern. Bei einer zentralen Vakuum-Versorgung über einen Vakuum-Ejektor wird das Vakuum vom Sauggreifer in Luftleitungen bis zum Ejektor transportiert. Elektrische Erzeuger wie Gebläse oder Pumpen sind häufig sehr geräuschintensiv. Abhilfe sollen nun Formgedächtnisaktoren schaffen, mit denen das Vakuum direkt am Wirkort - an der Saugermembran - erzeugt wird.

Die Idee von Julian Kunze: Die Membran ist im Inneren des Aktors direkt mit einem Formgedächtnisdraht verbunden. Wird der Draht durch Strom erwärmt, zieht er die Membran an und es entsteht ein Vakuum - das zu handhabende Werkstück wird aufgenommen. Wenn der Draht nicht mehr bestromt wird, kühlt er ab und die Membran wird flach. Das Vakuum baut sich ab und das Werkstück wird losgelassen. Das Konzept von Julian Kunze bietet somit eine neuartige Alternative zur zentralen Vakuum-Erzeugung. Das System von Julian Kunze ist ebenso leicht wie platzsparend. Zum Betrieb sind nur wenige Einzelkomponenten erforderlich. Das erhöht die Ausfallsicherheit.

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Der mit 3.000 Euro dotierte 2. Platz ging an Walter Thiel aus dem Bereich Vorentwicklung Stanz-Kombimaschinen der Trumpf Werkzeugmaschinen GmbH + Co. KG. Er entwarf einen Magnetgreifer mit automatischer Teileanwesenheitskontrolle für das Handling von ferromagnetischen Teilen.

Einen Sonderpreis vergab die Jury an den achtjährigen Johannes aus Braunschweig. Der Zweitklässler lieferte einen Entwurf für eine "Aufräummaschine". "Macht doch mal bitte, bitte eine echte Aufräummaschine", schrieb er in einem Brief - und schickte eine detaillierte Skizze gleich mit. Das hat auch die Jury begeistert: "Mit dem Wettbewerb wollten wir gezielt auffordern, Ideen zu entwickeln, zu Papier zu bringen und einzureichen. All das hat Johannes perfekt umgesetzt und damit in ganz jungen Jahren schon gezeigt, wie Innovationen entstehen können", sagt Schmalz-Chef Dr Kurt Schmalz. Für seine Kreativität wurde Johannes mit einem Messerundgang und einem Baukasten von Fischertechnik belohnt. Außerdem erhielt er einen Gutschein der besonderen Art: Im Jahr 2025 darf er ein Praktikum bei der J. Schmalz GmbH in Glatten absolvieren. bw

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