Prognose für 2020

VDMA-Prognose: 2 Prozent Produktionsrückgang

Die Globale Konjunkturschwäche, Handelsstreitigkeiten und industrieller Strukturwandel belasten das Geschäft, so der VDMA. Der Verband prognostiziert für das Jahr 2020 einen Produktionsrückgang von zwei Prozent im Maschinenbau.

Der VDMA rechnet für das Jahr 2020 mit einem Produktionsrückgang von zwei Prozent im Maschinenbau. © Capri23auto/Pixabay

Die Maschinenbauindustrie in Deutschland muss sich weiterhin auf erhebliche Belastungen einstellen. Der Handelsstreit zwischen den USA und China und ein wachsender Protektionismus rund um den Globus gehen nicht folgenlos am Exportweltmeister Maschinenbau vorbei, prognostiziert der VDMA. Hinzu kommen die weltweite Konjunkturschwäche, der Brexit sowie der Strukturwandel in wichtigen Kundengruppen.

„All diese Faktoren führen bereits zu konkreten Belastungen zahlreicher Abnehmer unserer Maschinen und Anlagen weltweit und verunsichern generell Investoren, die sich deshalb mit Investitionen zurückhalten. Eine baldige, nachhaltige Änderung zum Positiven ist nicht absehbar. Daher rechnen wir für das Jahr 2020 mit einem realen Produktionsrückgang von zwei Prozent im Maschinenbau“, erläutert VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers. Die Produktionsprognose für das laufende Jahr – ebenfalls minus zwei Prozent zum Vorjahr – wird von den VDMA-Volkswirten bestätigt.

Zollkrieg wirkt sich nicht nur in China und den USA aus
Im Inland haben sich Lage und Aussicht in der Industrie zuletzt weiter eingetrübt, das Investitionsklima – vor allem in der Automobilindustrie – habe spürbar gelitten. Und auch im Ausland gebe es auf wichtigen Absatzmärkten des Maschinenbaus keine expansiven Impulse, so der Verband. Selbst in den USA habe die Investitionsdynamik deutlich nachgelassen, und es mehren sich die Zeichen, dass auch die amerikanische Industrie unter dem Handelsstreit mit China leidet.

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In der Volksrepublik wiederum sind die Auswirkungen des Zollkriegs immer deutlicher spürbar, was neben einem sich ohnehin abschwächenden Wachstum zu stagnierenden, teilweise sogar rückläufigen Umsätzen der nennenswerten Industriesektoren führt. Für die Maschinenlieferungen in die EU, dem größten Absatzmarkt, sind die Aussichten ebenfalls durchwachsen. Viele Länder sind aufgrund ihrer engen Handelsbeziehungen Leidtragende des Handelsstreits zwischen den USA und China. Hinzu kommt die anhaltende Verunsicherung, wann und wie der EU-Austritt Großbritanniens über die Bühne gehen soll. „Damit nicht genug, muss die Branche Einbußen in wichtigen Schwellenländern verkraften. Ob in Russland, der Türkei, im Iran, in Mexiko oder Argentinien – das Geschäft in diesen ergiebigen Märkten wird uns immer öfter politisch erschwert“, sagt Wiechers.

Aufträge reichen für 8,4 Monate
Gedämpft wird der Abschwung für die Maschinenbauunternehmen durch eine nach wie vor gute Auftragsreichweite von 8,4 Monate (Juli 2019). Die Kapazitätsauslastung (86,6 Prozent) konnte so bisher wenn auch knapp über dem langjährigen Durchschnitt gehalten werden. Der Beschäftigtenstand ist mit 1,064 Millionen Menschen im Inland (Betriebe mit mehr als 50 Mitarbeitern) weiterhin hoch. Die reale Produktion bewegt sich inzwischen leicht im Minus; in den ersten sieben Monaten des laufenden Jahres sank sie um 0,9 Prozent zum Vorjahr. „Während das erste Quartal 2019 ein Plus von 0,3 Prozent aufwies, ging die Produktion im zweiten Quartal um 2,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurück“, erläutert Wiechers.

„Bei allen Risiken sollten jedoch die Chancen nicht aus dem Blick geraten. Das weltweite Industriewachstum bewegt sich mittlerweile auf einem Niveau, das vorbehaltlich massiver Störungen kaum noch unterschritten werden dürfte. Und eine Lösung des einen oder anderen politischen Konflikts ist zwar schwer vorstellbar, aber nicht auszuschließen“, ergänzt der VDMA-Chefvolkswirt.

Darüber hinaus bietet der Strukturwandel – Digitalisierung, neue Formen der Mobilität, CO2-neutrale Produktion –Chancen für innovative, gut aufgestellte Unternehmen. Das müsse aber durch vernünftige politische Rahmenbedingungen flankiert werden. „Generell kann Innovation in Zeiten konjunktureller Schwäche und politischer Verirrungen und Verwirrungen einen Ausgleich der hierdurch verursachten Einbußen ermöglichen“, resümiert Wiechers. as

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