Noch ein Eco Plus Paintshop in China

Dürr schaut beim Lack auf die Umwelt

Der Anlagenbauer Dürr baut für BMW Brilliance Automotive (BBA) im chinesischen Dadong einen ressourcenschonenden Eco Plus Paintshop. In dieser Lackiererei kommen umweltschonende und nachhaltige Automobillackierung-Technologien zum Einsatz. Im Grundlackbereich kommt die Rotationstauchlackierung Ecopaint Rodip M zum Einsatz. Bei dieser Technologie ermöglicht die Rotationsbewegung der Karosserien den Verzicht auf die Ein- und Auslaufschrägen beim Tauchbecken. Dies führt nicht nur zu einer signifikanten Platzersparnis, sondern reduziert aufgrund kleinerer Badvolumina auch den Verbrauch von Energie, Wasser und Chemikalien.

Der Eco Dry Scrubber von Dürr - hier im Einsatz bei BMW in Regensburg - spart bis zu 60 Prozent Energie in der Lackierkabine. (Foto: Dürr)

Ein weiteres technisches Feature, welches das Prädikat "Eco plus" unterstreicht, ist der vollautomatische IPP-Lackierprozess (Integrated Paint Process). Dabei wird auf den Füller und damit auch auf eine Trocknungsphase verzichtet. Die Spritzkabinen werden mit dem Eco Dry Scrubber, der innovativen Trockenabscheidung von Dürr bestückt. Diese Technologie bindet den Overspray ohne Einsatz von Wasser und Chemikalien. Damit lässt sich durch weitgehende Umluftführung bis zu 60 Prozent Energie sparen. Der Eco DryS crubber wird bereits in mehr als 70 Lackierlinien auf vier Kontinenten eigesetzt oder derzeit installiert.

Der Lack soll in Dadong mit 36 Dürr-Lackierrobotern der Typen Eco RP E033 und Eco RP L133 aufgetragen werden. Diese sind mit der neuesten Zerstäubergeneration Eco Bell 3 ausgerüstet, die sich durch eine deutlich höhere Zerstäuberleistung auszeichnet. Wegen der kompakten Bauweise der Eco Bell 3-Familie kann damit sowohl die Außen- als auch die Innenlackierung durchgeführt werden. In Verbindung mit dem Linearfarbwechsler Eco LCC bildet die Eco Bell 3 ein äußerst effizientes und kompaktes, aber auch einfaches Applikationssystem für alle Anwendungen. Dieses reduziert den Farbverlust beim Farbwechsel auf ein Minimum und verkürzt den Vorgang stark.

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Bei der automatischen Nahtabdichtung mit 3D-Applikatoren kommen acht Roboter vom Typ Eco RS zum Einsatz. Davon sind vier zur Aufbringung der Nähte von oben mit hochgenauen Tandem-Kolbendosierern bestückt. Eine weitere Maßnahme zum Schutz der Umwelt ist der Einsatz von Wärmerädern zur Wärmerückgewinnung aus Zu- und Abluft. Auch die Abwärme der Trockner wird über Abhitzekessel zurückgewonnen. Der Abluftstrom aus der Klarlackkabine wird abgereinigt, bevor er die Anlage verlässt. Durch den Einsatz von Membrantechnik in Vorbehandlung, KTL und Abwasseranlage wird der Wasserbedarf und damit die Menge des Abwassers reduziert.

Die auf wenig Platzbedarf abzielende Layoutphilosophie von Dürr ist Teil des Eco Plus Paintshops. Den Rahmen bildet ein einfaches, günstiges Industriegebäude ohne Zwischenebenen. Dieses Konzept wird unterstützt durch multifunktionale Karossenspeicher in Form von Hochregallagern, die einen optimalen Materialfluss gewährleisten.

Der spezifische Energieverbrauch, den BMW am Standort Dadong erreichen wird, setzt weltweit hohe Maßstäbe. So werden pro lackierter Karosserie weniger als 500 Kilowattstunden Energie benötigt. Das ist nur noch ein Drittel dessen, was noch vor zehn Jahren üblich war. Dabei wird auch viel Wert auf eine werkerfreundliche Arbeitsumgebung gelegt: ergonomische Arbeitsbedingungen sind ebenso Standard wie Kommunikations- und Wartungsfreundlichkeit. Der Eco Plus Paintshop in Dadong ist das dritte Lackiererei-Großprojekt für BMW Brilliance in China. Zuvor hatte Dürr für das Joint-Venture bereits eine nachhaltige Lackiererei im Werk Shenyang sowie deren Ausbaustufe realisiert. pb

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