Nachtleben

Bei den Sachsen gibt es nicht nur Kaffee

Ein vielfältiges Kultur- und Nachtleben kennzeichnet Leipzig. Und wohin nach Messeschluss? Leipzig ist durch ein überschaubares Zentrum gekennzeichnet, das viele Ausgehviertel, aber auch Architektur-Denkmäler in der Nachbarschaft hat.

Wenn es Nacht wird in Leipzig, ist der Abend noch lange nicht vorbei. (Foto: LTM/Punctum)

Es ist eine bewegte Geschichte dieser mehr als 800 Jahre alten Stadt. Bereits im siebten Jahrhundert siedelten sich hier Sorben an. Sie begründeten einen Handelsstützpunkt, dem sie den Namen Lipzk, „Ort bei den Linden“, gaben. Das heutige Leipzig präsentiert sich als dynamische Wirtschafts- und Kulturmetropole in Mitteldeutschland. Das Herz der Stadt schlägt in dem nur etwa ein Quadratkilometer großen, kompakten Zentrum. In den nach 1990 sorgfältig restaurierten, historischen Messepalästen und Passagen laden heute Geschäfte, Restaurants und Cafés in großer Zahl zum Bummeln und Verweilen ein. Ein besonderes Ausgeherlebnis bieten die verschiedenen Kneipenmeilen der Stadt: Der Drallewatsch (Bereich um das Barfußgäßchen), das Schauspielviertel (Bereich um die Gottschedstraße) und die Südmeile (Bereich um die Karl- Liebknecht-Straße).

Bei einem Bummel über den Drallewatsch – ein ursächsischer Begriff für „etwas erleben“ oder „auf den Schwof gehen“ – findet man stark frequentierte Szene-Treffs und eine Gastronomie-Geschichte, die ihresgleichen in Deutschland sucht. Die Kneipenmeile um die Gottschedstraße, das Schauspielviertel, ist eher zufällig entstanden. Anfang der neunziger Jahre siedelten sich dort sich in den meist stark sanierungsbedürftigen Häusern viele Szene-Treffs an.

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Die „Karli“ befindet sich im links-alternativen Stadtteil Connewitz im Süden Leipzigs. Hier schmolzen Anfang der Neunziger Hausbesetzerszene und Club-Kultur zusammen. Heute ist das Merkmal der „Karli“ das Netzwerk aus Kultur und internationaler Gastronomie.

In den 450 Jahre alten unterirdischen Gewölben der Moritzbastei residiert Europas größter Studentenclub, der Tanz, Konzerte und Gastronomie für Jung und Alt bietet.

In der hervorragend sanierten Innenstadt finden sich zahlreiche Möglichkeiten für gepflegtes Speisen. (Foto: Punctum)

Sehenswertes und Einmaliges
Eine Vielzahl an Sehenswürdigkeiten erschließt sich Leipzigs Besuchern beim Spaziergang durch die Innenstadt. In der Mädler-Passage, die seit Jahrhunderten als vornehmste Flaniermeile der Stadt gilt, hat der berühmte „Auerbachs Keller“ sein Domizil. Seit 1525 wird hier Wein ausgeschenkt. Bekannt wurde der Keller vor allem in Verbindung mit der Legende von Faust und Mephisto, die durch Johann Wolfgang von Goethe unsterblich gemacht wurde. Im Café-Restaurant „Zum Arabischen Coffe Baum“, einem der ältesten „Kaffee-Tempel“ Europas, war einst Robert Schumann Stammgast. Das Museum im Haus beherbergt eine Austellung zur Geschichte des Kaffees und der „Kaffee-Sachsen“.

Am Markt steht das Alte Rathaus, eines der eindrucksvollsten Renaissancebauwerke in Deutschland. Hier kann man auch eine Ausstellung des Stadtgeschichtlichen Museums besichtigen. Auf der Rückseite befindet sich die Alte Handelsbörse mit dem Goethedenkmal. Die Nikolaikirche als älteste und größte Leipziger Kirche ist seit 1989 auch als Ausgangspunkt der „Friedlichen Revolution” bekannt. Hier fanden (und finden) die Friedensgebete statt, aus denen sich die Montagsdemonstrationen entwickelten, die schließlich die Einheit Deutschlands herbeiführten.

In Leipzigs Westen hat sich mit dem Stadtteil Plagwitz ein rund 90 Hektar großes Flächendenkmal der Industriearchitektur erhalten. Es war das erste planmäßig entwickelte, großräumige Industriegebiet Deutschlands. Nachdem fast eineinhalb Jahrhunderte die Schornsteine geraucht hatten, folgte die Reindustrialisierung im Zeitraffer. Mehr als 90.000 Industriearbeitsplätze gingen in Leipzig verloren, davon ein großer Teil in Plagwitz. Der Stadtteil schien dem Verfall preisgegeben. Nun waren Visionen gefragt.

Wer’s moderner mag, hat die Wahl – beispielsweise das Café Cantona. (Foto: LTM/Tom Schulze)

Stadtteildenkmal Plagwitz
Die Baudenkmäler sowie die Gewässer und Gleisbogen sollten renoviert und rekonstruiert werden. Die Stadt und Investoren starteten ein Aufbauprogramm. Im Jahr 2000 erhielt Plagwitz als externer Standort der Hannoveraner EXPO unter dem Motto „Plagwitz auf dem Weg ins 21. Jahrhundert – Ein Stadtteil im Wandel“ einen Entwicklungsschub. Heute kann man die Backsteinbauten und Brücken über den Karl-Heine-Kanal bewundern, die Leipzig zur Hafenstadt machen sollten. In ehemaligen Fabrikhallen sind exklusive Lofts entstanden und viele Unternehmen, haben sich in Plagwitz niedergelassen.

Die 1900 erbaute Kongresshalle am Zoo Leipzig erstrahlt nach aufwendiger Sanierung in neuem Glanz. Einzigartig ist die Nachbarschaft zum Zoologischen Garten: Die wissenschaftlichen Themen des Zoos bieten Anknüpfungspunkte für Tagungen und Kongresse. Das geschichtsträchtige Gebäude aus der Gründerzeit mit spannender Architektur vereint historische und neuzeitliche Elemente in einem eleganten Ambiente. Während einer Bootstour auf dem Karl-Heine-Kanal, fällt ein widerspenstiges Gebilde auf: Das 2003 wieder eröffnete „Stelzenhaus” in der Weißenfelser Straße wurde wegen Platzmangels Ende des 19. Jahrhunderts an einer Kanalbiegung errichtet, es wird von wuchtigen Betonstützen getragen.  bw

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