Maschinenbau stellt Weichen lieber selbst

Handlungsfelder für die Zukunft

Die deutschen Maschinen- und Anlagenbauer wollen sich den Herausforderungen der Internationalisierung auch künftig vornehmlich von ihrem heimischen Standort aus stellen. Nur jeder fünfte Unternehmer plant eine echte Produktionsverlagerung ins Ausland.

Die deutschen Maschinen- und Anlagenbauer wollen sich den Herausforderungen der Internationalisierung auch künftig vornehmlich von ihrem heimischen Standort aus stellen. Nur jeder fünfte Unternehmer plant eine echte Produktionsverlagerung ins Ausland. Stattdessen setzen die Unternehmen überwiegend auf eine stärkere Automatisierung der Fertigung, Prozessinnovationen und integrierte Lösungen, um auch vom Standort Deutschland aus wettbewerbsfähig zu bleiben. Dies sind die zentralen Ergebnisse einer aktuellen Studie mit dem Titel "Zukunftsperspektive deutscher Maschinenbau", die der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) und die Unternehmensberatung McKinsey & Company gemeinsam erstellt haben. An der Studie nahmen 333 Unternehmen aus allen Bereichen des Maschinen- und Anlagenbaus teil. Zum Teilnehmerkreis gehörten Unternehmen aller Größenklassen.

"Die deutsche Maschinenbau-Industrie hat ihren Wettbewerbsvorteil durch konsequenten Ausbau der in ihrer eigenen Verantwortung stehenden Standortbedingungen erarbeitet, trotz der bestehenden Standortnachteile wie Lohnkosten, Steuern und Regelungsdichte", sagte VDMA-Präsident Dr. Reinhold Festge bei der Vorstellung der Studie am Montag in Frankfurt. Der Trend zur Vernetzung von Produktionsprozessen im Rahmen von Industrie 4.0 biete eine herausragende Chance. Dadurch können die Technologie- und Logistikketten optimiert werden. Dies alles führe zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus und sichere damit auch die Beschäftigung in der Produktion, so Festge. "Wir haben die Zukunft also selbst in der Hand, wenn wir weiterhin qualitativ bessere und wirtschaftlichere Maschinen bauen als der Wettbewerb oder eine Produktnische besetzen. Grundsätzlich müssen wir natürlich immer unsere Profitabilität gewährleisten.", bilanzierte der VDMA-Präsident. Der Analyse zufolge sehen sich sehr viele Unternehmen als "Innovationsführer" oder "frühe Innovationsfolger", sechs von zehn siedeln ihr Angebot im Premiumsegment an. Eine Premiumpositionierung allein sei jedoch kein Erfolgsgarant, so Festge. "Made in Germany" erlaube dem deutschen Maschinen- und Anlagenbau zwar noch immer einen höheren Preis zu fordern. Der Vorteil nehme jedoch in dem Maße ab, wie internationale Wettbewerber mit geringeren Kosten ihre Qualität weiter steigern.


Aus der Befragung wurden zehn Erfolgsmuster der Maschinenbau-Industrie identifiziert. Für die einen ergibt sich Erfolg durch Größe, Innovationskraft und Internationalisierung, aber auch durch Fokussierung auf das Kerngeschäft und operative Exzellenz. Andere profitieren von den spezifischen Vorteilen als Lösungs- oder Komponentenanbieter, einem erfolgreichen Aftersales- und Servicegeschäft oder einer Premiumposition.

Um auch in Zukunft erfolgreich zu bleiben, werden in der Studie sechs Handlungsfelder zur Diskussion gestellt, die sich aus der Kombination der Erfolgsmuster mit den Trends ergeben:
·        Zielgerichtete Internationalisierungs- und Wachstumsstrategie;

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Maschinenbaupräsident Reinhold Festge: Branche hat Vorsprung erarbeitet.
  • Ausbau des Aftersales-/Servicegeschäfts;
  • Standardisierung und Modularisierung unter Wahrung kundenspezifischer Angebote sowie neuer Geschäftsmodelle;
  • Kontinuierliche Optimierung des Produkt-/Portfoliowertes durch kundenwertorientierte Innovation;
  • Exzellenz insbesondere in der heimischen Wertschöpfung (z.B. Industrie 4.0) sowie
  • Stringentes, risikodifferenziertes Projektmanagement im Lösungsgeschäft. bw
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