VDMA-Produktionsprognose

Maschinenbau dämpft die Erwartungen

Der VDMA hat seine Produktionsprognose für 2019 von bisher real plus zwei auf plus ein Prozent gesenkt. Handelsstreitigkeiten und andere Handelshemmnisse verunsichern die Marktteilnehmer, so der Verband.

© Wilfried Pohnke/Pixabay

Die Handelsstreitigkeiten zwischen den großen Wirtschaftsblöcken der Welt haben in den vergangenen Monaten nichts an Schärfe oder Brisanz verloren. Die Dispute über Zölle und andere Handelshemmnisse verunsichern die Marktteilnehmer zunehmend und dämpfen die Investitionslaune, so der Verband. Dies schlage sich inzwischen auch in den Geschäften des Maschinenbaus nieder. „Zwar puffert die vorhandene Auftragsreichweite von durchschnittlich 8,5 Monaten die Produktion in den ersten Monaten des laufenden Jahres noch gut ab“, sagte VDMA-Präsident Carl Martin Welcker auf der Wirtschaftspressekonferenz des Verbands zum Auftakt der Hannover Messe 2019.

Mit einem abermaligen Zuwachs der Beschäftigten um 33.000 auf 1,065 Millionen Menschen (in Betrieben mit mehr als 50 Mitarbeitern) sowie gut 1,3 Millionen Erwerbstätigen insgesamt bleibe der Maschinenbau auch weiterhin der größte industrielle Arbeitgeber im Land. „Aber die Konjunkturdynamik ebbt ab, sowohl im Aus-, als auch im Inland. Und die politisch verursachten Risiken auf wichtigen Absatzmärkten zeigen Wirkung, ohne dass Lösungen in Sicht sind“, warnte er. Daher senkt der VDMA seine Produktionsprognose für 2019 von bisher real plus 2 auf plus 1 Prozent, erläuterte Welcker.

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Exportquote erreicht 79 Prozent
Die Bedeutung von Export und freien Marktzugängen sei für die Maschinenbauer aus Deutschland im vergangenen Jahr nochmals leicht gestiegen. 2018 erreichte die Branche eine Exportquote von fast 79 Prozent. Die Ausfuhren legten im vergangenen Jahr um real vier Prozent auf knapp 178 Milliarden im Vergleich zum Vorjahr zu, der gesamte Umsatz im Maschinenbau erreichte 2018 den Rekordwert von 232,5 Milliarden Euro (plus 1,3 Prozent), die Produktion wuchs um real 2,1 Prozent.

Wir hatten ursprünglich ein Produktionsplus von 5 Prozent für 2018 prognostiziert, aber Materialknappheiten und Engpässe im Personal verhinderten ein solches Wachstum. Zudem haben sich viele Unternehmen aufgrund der wachsenden Unsicherheiten und Risiken zurückgehalten, die für eine höhere Produktion nötigen Kapazitäten aufzubauen“, erläuterte der VDMA-Präsident.

Handelsdispute dürfen nicht weiter eskalieren
Die Vereinigten Staaten konnten 2018 ihren Platz als größter Einzel-Absatzmarkt der Maschinenbauer aus Deutschland knapp verteidigen. Amerikanische Kunden dürften auch in diesem Jahr unter anderem in die Automatisierung ihrer Produktion investieren. Allerdings lassen die positiven Effekte der US-Unternehmenssteuerreform allmählich nach. Auf dem zweitgrößten Einzelmarkt Chinarechnet der VDMA ebenfalls mit einer schwächer werdenden wirtschaftlichen Dynamik. Jedoch sollte der Wille der chinesischen Regierung, den Masterplan „Made in China 2025“ umzusetzen, für weitere Investitionen und damit für Exportchancen sorgen. „Über allem schwebt aber die Gefahr eines sich weiter verstärkenden Handelsstreits zwischen China und den USA“, schränkte Welcker ein. „Wir hoffen auf eine baldige De-Eskalation der Lage.“

VDMA-Präsident Carl Martin Welcker © VDMA

Das gilt auch für den immer noch schwelenden Handelsstreit der USA mit der EU. Europa müsse strategische Antworten finden auf den Versuch von US-Präsident Donald Trump, amerikanisches Recht mit Hilfe von extra-territorialen Sanktionen überall auf der Welt durchzusetzen, so der VDMA. Zugleich gelte es, die Handelsbeziehungen über den Atlantik nicht aufs Spiel zu setzen.

Machine Learning und Industrial Intelligence
Der digitale Wandel schreitet auch im Maschinenbau immer stärker voran. Wurden anfangs vor allem die eigenen Produkte Industrie 4.0-fähig gemacht und die Datenauswertung der Maschinen intensiviert, geht es nun verstärkt um neue Geschäftsmodelle und den Einsatz von Machine Learning sowie Industrial Intelligence in der Produktion.

Laut einer aktuellen Umfrage des VDMA ist der Anteil der Unternehmen, die eine Digitalisierungsstrategie für Produkte, Services und Prozesse festgelegt haben, inzwischen von 21 Prozent (2016) auf 40 Prozent (2018) gestiegen. Internet of Things-Plattformen haben inzwischen im Durchschnitt für drei Viertel der Unternehmen des Maschinenbaus eine Bedeutung und fast 30 Prozent haben auch schon entsprechende Lösungen im Einsatz. Zum Vergleich: 2016 waren diese Plattformen für mehr als 60 Prozent der Unternehmen noch unbekannt oder hatten keine Relevanz.

Investitionen in Künstliche Intelligenz
Große Chancen, die eigene Technologieführerschaft zu sichern und auszubauen, rechnen sich die Unternehmen auch durch den zunehmenden Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Produktion aus. Deutsche Maschinenbauer wollen im Jahr 2019 hochgerechnet zwischen 400 und 500 Millionen Euro in die Entwicklung, beziehungsweise den Einsatz von KI/Machine Learning-basierten Lösungen investieren. Das wären gut sechs Prozent der gesamten Investitionssumme im Maschinenbau.

Zwei Drittel der befragten Unternehmen investieren bereits in diesen Bereich. Als Hürden auf diesem Weg erweisen sich insbesondere fehlendes und qualifiziertes Datenmaterial, das zum Anlernen der Algorithmen gebraucht wird, sowie fehlendes qualifiziertes Personal. as

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