Integrated Industry auf der Hannover Messe: Die nächste industrielle Revolution?

Maschine spricht mit dem Werkstoff

Integrated Industry rückt die zunehmende Vernetzung aller Bereiche der Industrie in den Mittelpunkt. Es geht um die Echtzeitkommunikation aller am Produktionsprozess Beteiligten.

„Maschinen, Anlagen, Werkstücke und Bauteile werden künftig Daten und Informationen in Echtzeit austauschen. Hierdurch wird es in Produktion und Logistik einen Schub für Effizienz, Sicherheit und Ressourcenschonung geben“, sagt Dr. Jochen Köckler, Vorstand der Deutschen Messe AG, in Hannover. „Experten sprechen angesichts dieser technischen Entwicklung nach Dampfmaschine, Massenproduktion und Automatisierung von der vierten industriellen Revolution“ – genannt Integrated Industry, das Leitthema der diesjährigen Industriemsse in Hannover

Gleichzeitig eröffnen auch neue Formen der Zusammenarbeit weitere Chancen auf wirtschaftliches Wachstum durch Produktivitätssteigerungen. „Die Art und Weise, wie Menschen in Betrieben und darüber hinaus zusammenarbeiten, ist der erste Baustein der Integration. Unternehmen werden künftig Kooperationen mit anderen Branchen eingehen und damit über den eigenen Tellerrand hinausschauen“, fügt Köckler hinzu. Integrated Industry beschreibe demnach neben der technischen und elektronischen Vernetzung auch die Herausforderung an alle Teilbereiche der Industrie, unternehmens- und branchenübergreifend zusammenzuarbeiten. Kommunikationswege können so verkürzt und Zusammenarbeit effizienter werden.

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Die Herausforderung der rasant zunehmenden Integration aller Systeme ist der grundlegende Umbau von Produktionsprozessen. Intelligente Werkstoffe teilen künftig Maschinen mit, wie und in welcher Form sie bearbeitet werden wollen. Das digitale Produktgedächtnis erlaubt eine lückenlose Dokumentation über den gesamten Lebenszyklus eines Bauteils. Wartung oder Instandsetzung werden von den Bauteilen selbst initiiert. Intelligente Komponenten in hochkomplexen Anlagen melden an Monitoringsysteme selbstständig Fehler und stoßen so in Sekundenschnelle die notwendigen Schritte an, um etwa weitere Schäden in der Anlage zu vermeiden und die Reparatur zu veranlassen.

In allen Bereichen zu finden

Möglich wird dies unter anderem durch das Internet, das mittlerweile 340 Sextillionen - eine Zahl mit 36 Nullen - Adressen zur Identifikation von Maschinen, Werkstücken und Bauteilen bereithält. Experten schätzen, dass schon in weniger als zehn Jahren mehr als 50 Milliarden Geräte miteinander vernetzt sind. "Was sich in einzelnen Produkten - etwa in der Car-to-Car-Kommunikation - derzeit in Ansätzen schon findet, wird nun zum großen Thema der Industrie. 'Integrated Industry' bildet gleichzeitig die Herausforderung für die Industrie ab, angesichts der neuen technischen Möglichkeiten neue Formen der Zusammenarbeit zu entwickeln. Insbesondere an den Schnittstellen der einzelnen industriellen Teildisziplinen entsteht eine erhebliche Innovationsdynamik", sagt Köckler.

Weitere Kernthemen der Messe 2013: Industrieautomation und IT, Energie- und Umwelttechnologien, Antriebs- und Fluidtechnik, Industrielle Zulieferung, Produktionstechnologien und Dienstleistungen sowie Forschung und Entwicklung. Das Leitthema wird sich in allen Bereichen auf dem hannoverschen Messegelände widerspiegeln.

bw

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