Vorbericht

Hannover Messe in den Startlöchern

Vom 23. bis 27. April stehen auf den fünf Leitmessen der Hannover Messe – Industrial Automation, Motion & Drives, Digital Factory, Energy, Industrial Supply und Research & Technology – die Digitalisierung der Produktion und Industrie 4.0 im Mittelpunkt. Zeitgleich findet die Cemat statt.

Dr. Jochen Köckler auf der Preview zur Hannover Messe und Cemat. (Bild: Deutsche Messe)

„Das Zusammenspiel von Automatisierungstechnik, Plattformen und maschinellem Lernen hebt Industrie 4.0 auf die nächste Stufe", sagt Dr. Jochen Köckler, Vorsitzender des Vorstands der Deutschen Messe. Auf der Hannover Messe mit dem Leitthema „Integrated Industry – Connect & Collaborate“ sollen die Besucher daher erleben können, wie die Vernetzung in der Industrie neue Formen des Wirtschaftens, des Arbeitens und der Kollaboration schafft. „Das Ergebnis: mehr Produktivität, zukunftsfähige Arbeitsplätze und neue Geschäftsmodelle", sagt Köckler weiter.

Die Fabriktechnik wird immer leistungsfähiger, industrielle IT-Plattformen drängen auf den Markt, Zulieferunternehmen sind mit ihren Kunden digital verbunden. Hinzu kommen Machine-Learning-Ansätze, die Maschinen und Roboter in die Lage versetzen, Entscheidungen zu treffen.

Vernetzung von Produktion und Logistik

Gleichzeitig ist die Digitalisierung auch einer der wesentlichen Treiber der Logistik. Es geht darum, komplexe Prozesse zu beherrschen und effizient zu gestalten. Künftig werden neue Logistik-Prozesse notwendig, die der Komplexität von Lieferketten gerecht werden. Das beginnt im automatisierten Lager, wo die Abläufe von Softwareprogrammen gesteuert werden, Roboter rund um die Uhr eigenständig durch die Hallen navigieren und Waren zur richtigen Zeit in der richtigen Menge zum Zielort bringen.

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Auch Produktions- und Logistikprozesse werden immer enger intelligent miteinander vernetzt. Die Cemat, die in diesem Jahr erstmals in der Hannover integriert ist, soll diese Verschmelzung verdeutlichen.

Verbindung von IT und integrierter Automation

Und es gibt eine weitere Neuerung in diesem Jahr: Die neue Leitmesse Integrated Automation, Motion & Drives (IMDA), ein Zusammenschluss aus der jährlich stattfindenden Industrial Automation (IA) und der zweijährlichen Motion, Drives & Automation (MDA). Die IMDA soll das gesamte Spektrum der industriellen Automation, IT, Antriebs- und Fluidtechnik abbilden.

In den Hallen der IAMD sowie der Digital Factory zeigen Unternehmen, wie sie sich aktuell verändern und welche neuen Lösungen und Geschäftsmodelle durch die Verbindung von IT und integrierter Automation entstehen. „IT und Industrie haben sich aus zwei Richtungen aufeinander zu bewegt“, sagt Arno Reich, Global Director IAMD und Digital Factory im Team der Hannover Messe. „ Die Automatisierer verfügen mittlerweile über große Softwarekompetenz und werten ihre Produkte und Services anhand digitaler Technologien auf. Gleichzeitig wenden sich IT- und Internetkonzerne der Industrie zu und finden dort mit Adaptionen ihrer bisherigen Angebote – Stichwort Plattformökonomie – ein hochattraktives Anwendungsfeld.“

Um die Potenziale der digitalen Transformation in der Industrie zu erschließen, müssen Unternehmen umdenken und sich verändern. Das führt dazu, dass Automatisierer auch zu Softwareunternehmen oder Maschinenbauer zu Anbietern digitaler Produkte und Services werden. „Wir erleben aktuell einen radikalen Umbruch", sagt Rainer Glatz, Geschäftsführer der Fachverbände Elektrische Automation sowie Software und Digitalisierung im VDMA . "Einige Jahre hatten Digitalisierungs-Technologien wie PLM, MES oder CRM immer wieder mit dem Vorurteil zu kämpfen, vor allem Kosten zu verursachen. Das ist jetzt anders. Digitalisierung wird mehr und mehr als Enabler für neue Geschäftsmodelle und zusätzlichen Umsatz gesehen.“

Verzahnung von Energiesystemen

Die Digitalisierung verändert auch den Energiemarkt. Innovative Technologien machen das Stromsystem flexibler, verknüpfen Sektoren intelligent und binden neue Marktteilnehmer ein. Mit ihrem Energiebereich zeigt die Hannover Messe nicht nur, wie Industrieunternehmen durch effiziente Energienutzung enorme Kosten sparen und einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten, sondern auch, wie die Energiewende gelingen kann.

„Alle sprechen von der Mobilitätswende. Fakt ist aber: Das Stromnetz ist für E-Autos nicht vorbereitet“, sagt Köckler. Die Energiewirtschaft geht davon aus, dass in Zukunft deutlich höhere Lastspitzen auftreten als bisher. Zudem ist elektromobiles Fahren nur dann umweltfreundlich und nachhaltig, wenn der Strom aus regenerativen Quellen kommt. Energieversorger und Stadtwerke setzen auf diesen Megatrend und beginnen damit, die nötige Energieinfrastruktur aufzubauen. Dazu gehören eine flächendeckende Versorgung mit Ladesäulen, der Ausbau von Verteilnetzen sowie Stromautobahnen. Und auch hier führt kein Weg an der Vernetzung vorbei: Die Herausforderung liegt darin, das Zusammenspiel von regenerativen Energiequellen, Speichern und Elektromobilität intelligent zu optimieren. Lösungen für ein Stromnetz, das den Anforderungen der E-Mobilität gerecht wird, werden in Hannover gezeigt. as

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