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Er lässt Märkte sprechen

50 Jahre Frickenhausener Messeveranstalter Schall
Ex-Bundesminister, Ex-CDU-Generalsekretär, Ex-Stuttgart-21-Schlichter und dergleichen mehr: Der vielbeschäftigte und auch im Alter noch viel beachtete Politiker Heiner Geißler hielt die Festrede zum 50jährigen Jubiläum der Schall-Firmengruppe, hier zusammen mit P. E. Schall. (Foto: Schall)
Private Messeveranstalter müssen sich durch Ideen und Marktkenntnis gegen Großveranstalter in staatlicher oder kommunaler Hand durchsetzen. P. E. Schall ist der Beweis dafür, dass dies auch über einen langen Zeitraum gelingt.

Wir verstehen und sprechen die Sprache der Märkte“ resümiert P. E. Schall seine Tätigkeit als Messeveranstalter. Im April feierte der Chef des privaten Messeunternehmens sein 50jähriges Firmenjubiläum.

Schall-Messen sind renommierte und ambitionierte Marktveranstaltungen mit höchster Qualität, Kompetenz und Effizienz“ lobt Heiko Könicke bei dieser Gelegenheit die Ausstellungen des Frickenhausener Veranstalters. Diese Karriere nahm ihren Anfang mit einer Hausaustellung für grafische Maschinen, denn Paul Eberhard Schall handelte bereits im zarten Alter von Anfang 20 mit papierverarbeitenden Maschinen. Er erinnert sich: „Mir war schnell klar, wir müssen mit unseren Produkten in die Märkte, denn der Markt kommt nicht zu uns.“ Daraus entstand mit der Mograma – das steht für: Moderne grafische Maschine – die erste Messe, veranstaltet auf dem Stuttgarter Killesberg. Der Handel mit Maschinen geriet darüber zur Nebensache. Was Heiko Könicke als Bauchgefühl beschreibt, ist aber auch das Gespür für die Nische, die sich aus renommierten Großveranstaltungen wie Hannover Messe, Drupa oder K ergibt.

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P. E. Schall verrät sein Rezept, mit dem er sich über die Jahrzehnte hinweg durchsetzen kann: Wir haben uns schon immer dadurch ausgezeichnet, dass wir nicht kurzfristigen Trends nachhecheln, sondern dass wir uns Märkte und Geschäfte für die Zukunft selbst erarbeiten.“ Noch dazu nutzt er Standorte, die sich deutlich von den Messe-Mega-Cities wie Hannover, Düsseldorf oder München absetzen. Nur in Einzelfällen lässt er sich auf dem Gelände in Köln oder Frankfurt blicken. Schalls Messestandorte heißen Sinsheim, Stuttgart oder Friedrichshafen. Sie sind die Antwort auf die Frage, wo sich die Märkte befinden. Eine der entscheidenden Messe-Gründungen im Reich des P. E. Schall war die Motek als Messe für Montage-, Robotik und Handhabungstechnik. Sie ist heute eine der tragenden Säulen im Unternehmen und sicherlich eine, die den Anspruch als Weltleitmesse für sich in Anspruch nehmen darf. Heute ist die Motek mit mehr als 1.000 Ausstellern und mehr als 65.000 Quadratmetern Fläche eine der Großveranstaltungen in Stuttgart.

Standort im Umfeld der Besucher

Die schwäbische Landeshauptstadt war allerdings nicht immer der Mittelpunkt der Schall-Präsentationen. Auf der Suche nach einem geeigneten Gelände gründete Schall Ende der 1980er Jahre die Messe Sinsheim, die bis 2007 Veranstaltungsort der Fachmessen bleiben sollte. Mit der neuen Landesmesse am Flughafen in Stuttgart fand Schall aber die in seinen Augen ideale Infrastruktur für Aussteller und Besucher. Und er befindet sich strategisch im Umfeld seiner Besucher. Baden-Württemberg ist der führende Standort des deutschen Maschinenbaus. Die Besucher arbeiten damit vor der Haustür der Messe. Ein Standortvorteil, den Wettbewerbsmessen nicht aufweisen können. Fläche bietet auch Friedrichshafen, wo Schall jährlich die Fakuma auflegt, die weltweite Nummer Zwei im Bereich der Kunststofftechnik – aber die Ausstellung in der Pole-Position der Kunststoffverarbeitung. Vergangenes Jahr fanden sich auf der Messe am Bodensee knapp 1.700 Aussteller auf rund 85.000 Quadratmetern.

Gegenwärtig veranstalten die Frickenhausener 22 Messen im In- und Ausland. Vor allem die Fachveranstaltungen haben internationale Ableger gefunden. So läuft eine Motek in Italien ebenso wie in Schweden oder in Frankreich. Publikumsmessen ergänzen das Portfolio des Technikfreaks Schall. Die Agri Historica befasst sich beispielsweise mit Traktoren und Landmaschinen. Sie spiegelt auch Lebenserinnerungen des 73jährigen Messechefs: In der Kindheit baute der Vater dem Paul einen Turbo-Traktor, mit dem er über die Felder seines Heimatortes Neuffen am Fuß der schwäbischen Alb raste. bw

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