Aus- und Weiterbildung bei Harting

Azubis auf die digitale Welt vorbereiten

Die Digitalisierung der Arbeits- und Lebenswelt stellt neue Herausforderungen, nicht zuletzt an das Personal Recruiting der Unternehmen, an Aus- und Weiterbildung, Schulung und Qualifikation der Mitarbeiter. Harting hat seine Ausbildungsangebote und das Personalmarketing auf diese Entwicklungen ausgerichtet.

Die Duale Studentin Adina Brandt (Maschinenbau) und der Duale Student Pascal Haßebrock (Mechatronik) lernen spielerisch den Umgang mit der Harting Mica. (Bild: Harting)

Im „Neuen Ausbildungszentrum Harting“ (NAZHA), in dem die Azubis aller Fachrichtungen ausgebildet werden, steht Jacob Knierim an einer kleinen Demonstrationsanlage, die junge Besucher anzieht. Die Anlage wird „Ausbildungseinheit Industrie 4.0“ genannt. „Schüler können sich mit ihrem Smartphone auf diese Maschine einwählen und dann Blechdosen individuell mit zwei Schokoladentäfelchen bestücken. Dabei haben sie die Auswahl aus fünf Sorten“, erklärt Jacob Knierim, Ausbilder für Mechatronik.

Derzeit ist es möglich, den Deckel der Blechdose mit dem Harting-Logo zu prägen. In der zweiten Ausbaustufe soll später der Deckel zusätzlich durch einen Laser individuell beschriftet werden können. Und auch die dritte Ausbaustufe hat Jacob Knierim mit seinen Azubis und Dualen Studenten im Blick: das Mischen und Abfüllen von unterschiedlichen Flüssigkeiten nach Kundenwunsch. Darüber hinaus hat die „Ausbildungseinheit Industrie 4.0“ die Funktion, dass Auszubildende und Duale Studenten losgelöst von der realen Produktion Änderungs-, Instandhaltungs- und Optimierungsaufgaben durchführen können.

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Gemeinsame Projekte der Azubis

Auch das „Net-Marquee“ ist bei den Azubis sehr beliebt. „Net-Marquee“ steht für network capable marquee display (Netzwerkfähige Lauflicht-Anzeige). Hierbei wird ein gewünschter Text, stehend oder als Laufschrift, auf einer LED-Anzeige dargestellt. Den Text kann jede Person anpassen, die sich in das dafür konfigurierte WLAN einloggt. Über einen QR-Code lässt sich direkt eine selbstgeschriebene Online-Oberfläche aufrufen, worin beispielsweise der Text, die Farbe des Schriftzuges oder die Durchlaufgeschwindigkeit eingestellt werden kann.

Über eine Verknüpfung des WLANs mit dem Internet könnte man somit aus der ganzen Welt diese Anzeige ansteuern. Dieses Projekt wurde von Auszubildenden der Berufsbilder „Elektroniker für Geräte und Systeme“ in Zusammenarbeit mit „Elektroniker für Automatisierungstechnik“ und „Werkzeugmechaniker“ und den Dualen Studenten Elektrotechnik entwickelt.

Die duale Studentin Adina Brandt (Maschinenbau) lässt sich anhand des Eisenbahnmodells die digitalen Zusammenhänge von Ausbilder Artur Maurer und Ausbildungsleiter Nico Gottlieb erläutern. (Bild: Harting)

Ein paar Meter weiter rollt eine Modelleisenbahn der DB-Baureihe 218 über Gleise, die mit programmierten Tags unterlegt sind. Die Daten werden von einer Antenne unter der E-Lok aufgenommen und von einer Mica ausgewertet, die auf dem Dach der Lok installiert ist und so das richtige Tempo des Zuges bestimmt. Das ist praktisches Lernen für die jungen Azubis und Dualen Studenten an einem innovativen Produkt des Unternehmens. Die von Harting entwickelte Mica (Modular Industry Computing Architecture) ist eine modulare Plattform aus offener Hard- und Software, die auf der Hannover Messe mit dem Hermes Award, einem der weltweit renommiertesten Technologie-Innovationspreise, ausgezeichnet wurde und natürlich bei unterschiedlichen Pilotprojekten in der eigenen Fertigung eingesetzt wird.

Regelmäßig kommen Gruppen in das Ausbildungszentrum, werden mit den Möglichkeiten und dem Reiz von Technik und den Chancen der Digitalisierung bekannt gemacht, können die vielseitigen Ausbildungsberufe kennenlernen und die beruflichen Perspektiven in einem international orientierten Technologiekonzern. Denn der demographische Wandel und die Rasanz der technologischen Herausforderungen machen eine kontinuierliche Personalplanung und vor allem ein ziel- und bedarfsorientiertes Azubi-Marketing erforderlich.

Technik und Innovationen in allen Bereichen erfahren

Rund 1.000 Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen bietet Harting jährlich – durch Einladungen auf die Hannover Messe, mit betrieblichen Praktika, altersgerechten Wettbewerben und Maßnahmen wie KiTec, Input, Tec2You oder Bingo, auf Berufsausbildungsmessen, Berufsfelderkundungstagen und anderen einschlägigen Veranstaltungen in Schulen – die Gelegenheit, das Unternehmen, die Vielfalt von Technik und technologischen Innovationen in allen Bereichen zu erfahren und sich zu informieren. Praktische Erfahrungen sind die besonderen Highlights bei den Informationsveranstaltungen. Die Schüler können Tests und Versuche durchführen, so technische Zusammenhänge erkennen und verstehen und sich über Erfolgserlebnisse freuen. 

Bei den Angeboten werden unterschiedliche Zielgruppen und Bildungsniveaus berücksichtigt. Mit Input gibt Harting beispielsweise Hauptschülern aus schwierigen Milieus oder mit individuellen Lern- und Motivationsproblemen die Möglichkeit einer besonderen Förderung und Betreuung. Der Erfolg spricht für sich: Mehr als zwei Drittel der Teilnehmer können in eine duale Ausbildung vermittelt werden. KiTec wiederum ist für die Kleinsten konzipiert. Jungen und Mädchen Espelkamper Grundschulen fertigen aus vorgegebenen Materialien kleine technische Bauwerke, bewerben sich damit um den Harting-Forscherpreis und haben auf spielerische Weise erste Einblicke in die Welt der Technik.

Denise Tröster (Auszubildende zur Industriekauffrau) und Adina Brandt (Duale Studentin Maschinenbau) mit dem Ausbildungsleiter, Nico Gottlieb (2. von links) und den Ausbildern Artur Maurer (3. von links) und Jacob Knierim (1. von rechts). (Bild: Harting)

Mithelfen kann auch Bingo, die Berufsoffensive für Ingenieurinnen und Ingenieure in OstwestfalenLippe. Sie ist seit rund eineinhalb Jahrzehnten fester Bestandteil der Maßnahmen zur Berufsorientierung. Jugendliche Berufsanfänger werden über Arbeitsgebiete, Aufstiegswege, Beschäftigungsverhältnisse und den Zugang zu technischen Berufen informiert.

Kommunikation auf Augenhöhe

Mittelpunkt der Ausbildung bei Harting ist das 2008 eröffnete und 2015 erweiterte NAZHA, das jährlich von etwa 1.000 Schülern aus der Region im Rahmen von Exkursionen und Präsenzveranstaltungen besucht wird. Während ihrer Ausbildung dürfen Azubis temporär das fiktive Juniorunternehmen „NAZHA Company“ leiten, Aufträge vergeben und die Erledigung verantwortlich überwachen. Die Company ist Teil der praktizierten Kommunikation „auf Augenhöhe“ zwischen Azubis und Ausbildern, erfahrenen Mitarbeitern und beruflichen Anfängern. In Personalanzeigen stellen sich Auszubildende mit ihren Hobbys selbst vor und werben auf ansprechende Art bei ihren jeweiligen Altersgruppen für das Unternehmen. Auch im Ausland können Azubis übrigens während ihrer Ausbildungsjahre Erfahrungen sammeln. Dabei werden die besonderen Neigungen und Wünsche der jungen Menschen bei der Entscheidung zugrunde gelegt. Ein Einsatz in ausländischen Tochtergesellschaften, etwa als Hospitant, kann daneben nicht nur beitragen zur Verbesserung der fremdsprachlichen Kommunikation, sondern ermöglicht wertvolle Einblicke in bislang fremde Lebenswelten und stärkt die soziokulturelle Kompetenz und Sensibilität.

Das Azubi-Recruiting von Harting wird ständig überprüft und den aktuellen Anforderungen angepasst, und das hohe Niveau der Ausbildung zeigt sich regelmäßig bei den jeweiligen Abschlüssen und Prüfungen bestätigt. Die jungen Leute beenden ihre Ausbildung zumeist mit überdurchschnittlichen Ergebnissen und zählen zu den Besten auf regionaler Ebene und in NRW. as

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