VDMA Ost: Differenzierte Lage

Im Osten ist die Stimmung besser

Der ostdeutsche Maschinen- und Anlagenbau zeigt sich trotz vielfältiger Unsicherheitsfaktoren stabil. Zudem hat sich die Stimmungslage der Unternehmen im Vergleich zum Herbst 2014 wieder aufgehellt. Das ergab die Konjunkturumfrage für das vierte Quartal 2014 unter den 350 Mitgliedern des VDMA-Landesverbandes Ost in Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Im Osten mehr Dampf als im Westen: Die Indikatoren entwickeln sich gut. (Foto: MAN)

„Indikatoren wie Kapazitätsauslastung, Auftragsbestand, Umsatzrendite und Personalplanungen entwickeln sich grundsätzlich gut. Von einem Aufschwung kann jedoch noch keine Rede sein. Darüber hinaus beobachten wir teilweise eine sehr differenzierte Branchenlage“, erklärte Reinhard Pätz, Geschäftsführer des VDMA Ost.

Die durchschnittliche Auslastung der in den Unternehmen aktuell vorhandenen Maschinen betrug zum Jahresende 88 Prozent. Dies entsprach dem Niveau des dritten Quartals 2014, als mit 88,1 Prozent der beste Wert des Jahres erreicht wurde. Während indes 81 von 100 Unternehmen ihre Maschinen und Anlagen zu mindestens 80 Prozent auslasten konnten, verzeichneten einige Betriebe einen deutlichen Rückgang des Marktvolumens und damit der Kapazitätsauslastung. So stieg die Zahl der Firmen mit einem Auslastungsgrad zwischen 70 und 79 Prozent um drei auf elf Prozent.

Merklich gewachsen ist im vierten Quartal 2014 der Auftragsbestand. 76 von 100 Unternehmen registrierten gleich viele oder mehr Aufträge als in den vorangegangenen drei Monaten. Die Auftragspolster der Unternehmen sind im Durchschnitt hingegen von 4,9 Monaten auf 4,1 Monate gesunken. „Insbesondere hier zeigt sich eine sehr große Spannweite. Einige Unternehmen haben Aufträge für die kommenden ein bis zwei Jahre, andere berichteten von einem Auftragspolster von zwei, drei Wochen“, so Pätz.

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Die Entwicklung der Umsatzrendite, dem prozentualen Anteil des Gewinns am Umsatz eines Unternehmens, zeigte im Branchendurchschnitt ebenfalls nach oben. 82 von 100 Betrieben agierten in der Gewinnzone – im Vorquartal waren es 68 von 100 Unternehmen. Mehr Firmen als bisher machten jedoch infolge des hohen Preisdrucks und wegbrechender Märkte wie Russland, Ukraine und den arabischen Staaten erhebliche Verluste.

Zuversicht überwiegt
Neben den Unsicherheiten in verschiedenen Auslandsmärkten zählten die verhaltenen Investitionsabsichten der Kunden, schwankende Auslastungsgrade und eine fehlende Daten-Infrastruktur zu den häufig genannten Problemen der Unternehmen. Aber auch die Gewinnung von geeigneten Mitarbeitern und Auszubildenden sowie der Ausbau von Vertriebsstrukturen stellen die Unternehmen vor Herausforderungen.

„Das Jahr 2014 war ein Jahr der unerfüllten Hoffnungen. Nach gutem Beginn fehlte letztlich der Schwung. Zahlreiche Unternehmen blicken daher auf ein Jahr der Stagnation zurück“, sagte Pätz. Was 2015 bringe, lasse sich zum jetzigen Zeitpunkt nur schwer voraussagen. Zu viele unkalkulierbare Risiken wie das mäßige Wachstum in den Entwicklungs- und Schwellenländern oder die geopolitischen Spannungen stehen im Raum. „Positiv auswirken könnten sich die steigende Nachfrage in den USA und China, die niedrigen Rohstoffpreise sowie die verbesserten preislichen Wettbewerbschancen infolge der Euro-Abwertung“, analysierte der Landesverbands-Geschäftsführer. Der VDMA geht von einem Produktionswachstum von deutschlandweit plus zwei Prozent aus. Für Ostdeutschland sieht Pätz eine Steigerung, die knapp darunter liegt.

Die Unternehmen des ostdeutschen Maschinenbaus scheinen das Jahr ebenfalls hoffnungsvoll anzugehen. Knapp 85 Prozent der Betriebe gehen bis zum Frühjahr von gleichbleibenden oder besseren Geschäften aus. Im Vorquartal teilten 68 Prozent der Befragten diese Ansicht. bw

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