Torque-Rundschalttisch TO220C

Luft raus

Leistungsfähiger Prüfstand durch Direktantrieb
Der direktangetriebene, frei programmierbareTorque-Rundschalttisch TO220C. (Fotos: Weiss)
Um die Taktzeiten eines Prüfstands mit einem pneumatischen Rundschalttisch zu verkürzen, setzt Sondermaschinenbauer Gießler auf einen direktangetriebenen Torque-Rundschalttisch von Weiss – ohne den Zwischenschritt über eine elektromechanische Lösung.

Beim Sondermaschinenbauer Gießler in Elzach war der pneumatische Rundschalttisch, Herz des Prüfstands zur Endkontrolle von Präzisionsdrehteilen, an seine Leistungsgrenzen gestoßen – kürzere Taktzeiten waren damit nicht mehr möglich. Deshalb sollte er durch eine elektrische Lösung ersetzt werden. Das war die Ausgangssituation bei Gießler. Hier produzieren 50 CNC-Drehautomaten rund um die Uhr Präzisionsdrehteile, die zum Großteil an die Automobilindustrie geliefert werden. Die hundertprozentige Endkontrolle ist selbstverständlich, so auch bei den Spannschrauben für Common-Rail-Einspritzssysteme eines einschlägigen Automobilzulieferers. Die Produktion von 25 CNC-Drehautomaten läuft über einen einzigen Prüfstand. Dort führt ein Rundschalttisch die Bauteile den Prüfstationen zu, an denen Kameras, Laser und Spreizfinger die Abmessungen im 2,6-Sekunden-Takt überprüfen. Fällt die Maschine aus, muss zeit- und kostenaufwändig von Hand geprüft werden – was alle vier Wochen der Fall war. Dann stand ein Boxenstopp zur Wartung des pneumatischen Rundschalttischs an. Denn der Tisch geriet an seine mechanischen Grenzen, und nach einem Monat wurde der Austausch von Stoßdämpfern und Mechanikteilen erforderlich.

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Strom schaltet schneller

Nun war im wahrsten Sinne die Luft aus dem gesamten Rundtisch raus – eine neue Lösung musste her, um die geforderten Taktzeiten zu erreichen. Das Ganze sollte nun unter Strom gesetzt werden, denn Strom taktet schneller. So kam Weiss in Buchen ins Spiel: Zuerst geriet ein festgetakteter, elektromechanischer Rundschalttisch aus der TC-Baureihe in den Fokus, der die bisherige Schaltzeit von einer Sekunde halbiert hätte. Schneller, günstiger und keine Boxenstopps mehr – das waren klare Argumente für den TC. Doch schließlich fiel die Wahl auf den direkt angetriebenen, frei programmierbaren TO Torque-Rundschalttisch mit einer Schaltzeit von nur 0,3 Sekunden unter den gegebenen Bedingungen. Damit ließ sich die Taktzeit seines Prüfstands von 2,6 auf 1,9 Sekunden senken – eine Zeit- und damit Kostenersparnis, mit der sich der etwas teurere direktangetriebene Rundschalttisch nach drei Monaten amortisierte.

Direkter Einbau

Der Rundschalttisch ist frei zugänglich und kein – wie oft üblich – zentrales, tragendes Element der gesamten Konstruktion. Die programmierbaren, sanften Anfahrrampen des TO eliminieren die harten Schläge der Pneumatik – allerdings kam es zunächst noch zu unangenehmen Pendelbewegungen, bedingt durch die externe Anordnung des Rundschalttischs, was wegen der größeren Dynamik des Direktantriebs zu Schwankungen führte. Eine versteifte Unterkonstruktion löste das Problem. Die wichtigsten Parameter sind bei der Weiss Application Software (WAS) schnell eingegeben, und das Programm ist übersichtlich, so dass sich dank der einfachen Benutzeroberfläche die Programmierung in nur 15 Minuten erledigen ließ. Auch die Anbindung des Frequenzumrichters an die Steuerung über den Profibus war einfach. So konnte Gießler die Prüfmaschine rechtzeitig aus dem Boxenstopp wieder ins Rennen um Qualität schicken. Es zeigte sich, dass in den Prüfmaschinen die direkt angetriebenen Torque-Rundschalttische von Weiss pneumatischen Tischen in Sachen Schnelligkeit, Betriebskosten und Wartungsfreiheit deutlich überlegen sind. pb

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