Automatisierung mit Rundtischen

Damit es rund läuft

Unter Rotomotion fasst Fibro seine Rundtische für Automationsanlagen zusammen. Das Segment ist vergleichsweise jung, wächst dynamisch und sorgt für Bewegung in unterschiedlichen Industriezweigen.

In einer Montagezelle werden Aluminiumkolben und Kunststoffelemente zu Anschlägen für PKW-Automatikgetriebe montiert. Den Teiletransport erledigt ein direkt angetriebener Fibrodyn-DM-Rundtisch. (Bild: Fibro)

Jürgen Gurt, Geschäftsführer von Fibro aus Weinsberg, sieht bei Rundtischen für Automationslösungen einen klaren Trend: effiziente, standardisierte und robuste, das heißt möglichst wartungsfreie Komponenten, die schnell in Anlagen integriert oder gleichzeitig autark eingesetzt werden können. Highspeed-Rundtische der Baureihe Fibrodyn DM seien auf diese Anforderungen zugeschnitten: „Die dynamischen Antriebe aus dem Rotomotion-Programm von Fibro vereinen kurze Schaltzeiten und eine flexible Positionierung mit den Vorzügen einer kompakten Bauweise und der Möglichkeit einer vollständigen Integration der Steuerung“, so Gurt.

Ein spiel-, verschleiß- und wartungsfreier Direktantrieb sowie ein in die Rundtischachse integriertes Messsystem gewährleisten, dass unmittelbar nacheinander jede Position mit einer Teilgenauigkeit von plus/minus 21 Winkelsekunden und einer Wiederholgenauigkeit von plus/minus sieben Winkelsekunden angefahren werden kann. Aufgrund der Absolutwegmessung ist kein Referenzpunktschalter erforderlich. Eine große, zentrale Mittenöffnung soll die Durchführung von Energie, Signalen und unterschiedlichen Medien ermöglichen. Alle drei Baugrößen gibt es optional auch als dezentral einsetzbare All-in-One-Lösung mit integrierter Steuerung. Die externe NC-Steuerung kann eingespart werden, die Version entlastet den Schaltschrank, minimiert den Integrations- und Inbetriebnahmeaufwand; auch kleine Anlagen ohne komplexe Peripherie lassen sich realisieren. Die integrierte Steuerung Fibrodrive plus hat wahlweise eine SPS-, Profibus- oder Profinet-Schnittstelle. Mithilfe der Software Servolink und einer serienmäßig integrierten Teachfunktion lassen sich die Stand-Alone-Rundtische einfach bedienen. Im Vergleich zu Rundtischlösungen mit separater NC-Steuerung sinken die Investitionskosten mit Fibrodrive plus um bis zu 50 Prozent, erklärte der Hersteller.

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Moderne Klassiker mit Kurvenantrieb

Die Baureihe Fibrotor – klassische, kurvengesteuerte Rundtische – eignet sich zur Montage oder Magazinierung, für Transport- und Zuführaufgaben, zur leichten Zerspanung und Laserbearbeitung. Die Rundtische sind mit fester Teilung, also EM, ER, RT, EM.NC und RT.NC, standardmäßig mit hocheffizienten Kurvenantrieben ausgestattet, die bei gleicher Massenträgheit und gleicher Schaltzeit rund 20 Prozent weniger Energie verbrauchen. Alternativ können höhere Massen bewegt, kürzere Schaltzeiten realisiert oder sogar kleinere Rundtische eingesetzt werden.

In einem Prüfstand für Navigationsgeräte wird der elektromechanische Rundschalttisch Fibrotor mithilfe des intelligenten Servoantriebs Fibrodrive plus autark betrieben. (Bild: Fibro)

Der Frequenzumrichter biete noch weitere Vorteile: Da die Ablaufprogramme für rechtsdrehenden, linksdrehenden oder pendelnden Betrieb bereits integriert sind und die elektrische Implementierung des Rundtischs bei Fibro erfolgt, reduziert sich der Aufwand für die Inbetriebnahme auf ein Minimum. Er ermöglicht einen „Sanftanlauf“ (auch nach Not-Stopp), einen Eil- und Schleichgang sowie eine Optimierung der Schaltzeiten. Durch Drehstrom-Bremsmotor-Überwachung minimiert er zudem den Verschleiß der Bremsen. Über den intelligenten Servoantrieb Fibrodrive plus können auch Fibrotor-Rundtische autark ohne Anbindung an eine NC-Steuerung betrieben werden. Jüngster Spross aus dieser Baureihe ist der Ringrundtisch Fibrotor RT.0750, der für den Einsatz in der Hochleistungsmontage konzipiert wurde. Hier wurde das maximale Kippmoment verdoppelt bei gleichzeitiger Verdreifachung der zulässigen Beladung.

Verwandlungskünstler im Programm

Nach oben hin rundet der modular aufgebaute Schwerlastpositioniertisch Fibromat das Rotomotion-Programm ab. Ob Art und Anzahl der Motoren, Größe der Mittenbohrung, Medienverteiler, Schleifringübertragungen oder Absolutmesssysteme: Der lebensdauergeschmierte, wartungsfreie Verwandlungskünstler biete viel Gestaltungsfreiheit, sagt Fibro. Je nach Baugröße liegt die Wiederholgenauigkeit bei rund zehn Winkelsekunden, mit Absolutmesssystem lässt sich diese auf bis zu fünf Winkelsekunden steigern. Da das Getriebe nicht selbsthemmend ist, entstehen bei einem plötzlichen Stromausfall oder Notstopp keine Schäden an der Mechanik. Zudem schwingt der Tisch selbst bei großen Aufbauten während der Positionierung nicht auf.

In der Basisausführung kann der Positioniertisch ohne motorischen Antrieb manuell gedreht oder über einen Roboter angetrieben werden. Wird er mit einem Motor ausgestattet, deckt er die meisten Anwendungen ab. Mit zwei parallelen Antrieben wiederum lassen sich kurze Schaltzeiten realisieren, das Regelverhalten bei großen Lasten optimieren oder die Notstoppzeiten signifikant verkürzen. In der Grundversion sind die Positioniertische mit einem Asynchron-Servogetriebemotor mit vorkonfiguriertem Antriebsumrichter ausgestattet. Aber auch Motortypen anderer Hersteller sind einsetzbar.

Standardmäßig haben Fibromat-Rundtische eine große, zentrale Mittenbohrung, die bei Bedarf weiter vergrößert werden kann. Die Rundtische gibt es in vier Größen mit Schalttellerdurchmessern von 800 bis 1.600 Millimeter. Die kleinste Größe erlaubt Aufbauten bis Durchmesser 4.500 Millimeter und Transportlasten bis 10.000 Kilogramm, die größten Aufbauten bis 9.500 Millimeter und 25.000 Kilogramm. Die Mittenbohrung misst zwischen 320 und 1.200 Millimeter. as

Halle 3, Stand 3408

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