Robustes Liniendesign

W. Blomberg,

Produktiver in der Linie

Robustes Liniendesign. Auch bei niedrigen Stückzahlen und hoher Varianz kann eine Montagelinie der Boxmontage überlegen sein. Sie ermöglicht eine bessere Visualisierung und mit der richtigen Personaleinsatzplanung können Taktspreizungen bis zu 30 Prozent abgefangen werden.

Montagelinie für Bahnantriebe (Bahn-Powerpacks). © Rolls-Royce Power Systems

Für Produkte in einer frühen Lebensphase existieren noch keine Markterfahrungen und Baukastenstrukturen. Das Änderungswesen muss umso stärker abgebildet werden. Hier bieten robuste, skalierbare Linienkonzepte eine effektive Alternative zur Boxmontage. Sofern die nachfolgenden Rahmenbedingungen Beachtung finden, kann der Aufbau in einer kurzen Vorlaufzeit realisiert werden. Die Linie bietet insbesondere bei Störungen und Varianz eine verbesserte Visualisierung.

Das Grunddesign der Linie dient als Basis: Eine fortlaufende I-Linie kann später als Y-Linie ausgestaltet werden. In den letzten Stationen wird die Produktvarianz beherrscht, Komplexität wird ausgeschleust. Eine qualifizierte Startmannschaft kann Störgrößen ausgleichen: Bei Stückzahlschwankungen wechseln die Mitarbeiter in benachbarte Produktionslinien; das Zusammenspiel aus Q-Tor und Änderungswesen in entscheidend. Komplexe Schichtmodelle sind in dieser Lebensphase eher hinderlich.

Die logistische Anbindung folgt dem robusten Aufbau: Maximal drei Arten von Ladungsträgern (Kleinladungskiste, Palette, Sonderladungsträger für Kernkomponenten) in einfachen Abrufprozessen müssen genügen. Die Sonderladungsträger sollen mit einer guten Zugänglichkeit eine direkte Vormontage zulassen. Die Materialdisposition muss liniennah erfolgen, auch hier sind einfachste Dispositionsmethoden wählbar. Das simple Transportsystem für den Montagegegenstand sollte darauf ausgelegt sein, Umladevorgänge zu vermeiden.

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Bereits in der sehr frühen Phase müssen die Standards festgelegt werden: Standard-Montagezellen, Betriebsmittel, digitale Systeme und logistische Einrichtungen bilden die zentralen Bausteine für die weitere Anpassung der Linie an die Rahmenbedingungen. Der Prozess der kontinuierlichen Verbesserung lässt sich damit kanalisieren. Das Investitions-Management (CaPex) wird vereinfacht, die Vorlaufzeiten werden minimiert.

Arbeitsverteildiagramm © Rolls-Royce Power Systems

Für die Austaktung der Linie wird ein Arbeitsverteilerdiagramm benötigt. Die Arbeitsinhalte werden auf die Linienstationen gleichmäßig verteilt. Varianzen/Optionen werden in die Vormontage ausgelagert. Die Vormontage kann flexibel erweitert werden. Die Arbeitsinhalte müssen in Standard-Arbeitsblättern aufgezeigt werden, eine Anbindung an das Lifecycle-Management (CAD) hilft bei der Visualisierung. Auf die Einführung eines Management-Execution Systems (MES) kann in dieser Phase verzichtet werden. Als digitales Rückgrat bieten die gängigen ERP-Systeme gute Übersichts-Transaktionen, über die der Werker die Stücklisten/ Fertigungsaufträge/ Betriebsmittellisten auf einen Blick einsehen und Rückmeldungen eingeben kann. Checklisten und Q-Tor-Daten werden hier integriert.

Klarheit sollte über die Puffer herrschen: Ein definierter Zwischenpuffer vor der Engpassressource, beispielsweise dem Prüflauf, muss ausreichen. Bei einem Überlauf wird die Linie angehalten, das Problem wird sichtbar.

Flankiert wird der Aufbau durch ein geeignetes Engineering-Set-Up: Industrial Engineers (Austaktung, Liniendesign) und Equipment Planer (CaPex, Betriebsmittel) werden liniennah benötigt. Launch-Engineers werden projektweise hinzugezogen. Änderungsmanager kanalisieren den Engineering Change Process, so dass Materialeinsatzplanung (Ein-/Auslauf) und Anbauerprobung sowie die Betriebsmittelbeschaffung moderiert werden. Die wöchentliche Anpassung der Parameter ist in der frühen Lebensphase entscheidend. Der Prozess muss simpel gehalten sein, dafür aber konsequent verfolgt werden.

Sobald Klarheit über diese Rahmenbedingungen herrscht, lassen sich Prinzipien für die weiteren Ablauf- und Veränderungsprozesse herauskristallisieren. Neben Grundsätzen der schlanken Produktion muss die Arbeitssicherheit verankert werden.

Bei einer guten Ausgestaltung der Rahmenbedingungen ist die robuste Montagelinie der Box deutlich überlegen: Puffer sind klar erkennbar, die Material- und Betriebsmittelversorgung werden vereinfacht. Das Arbeiten an den Taktinhalten vereinfacht die Effizienzsteigerung. Bei einer klaren Personaleinsatzplanung können somit Taktspreizungen bis zu 30 Prozent abgefangen werden, ohne Taktzeitverluste einzufahren. Das Hochskalieren für spätere, höhervolumige Produktlebenszyklen wird unter Zuhilfenahme der Standards stark vereinfacht. as

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