Sondermaschinen

Vom Stall in die Welt

40 Jahre Weiss Sondermaschinen
Geschäftsführer Uwe Weiss (Fotos: pb)
Viele Erfolgsgeschichten begannen einst im Keller, in der Garage – oder eben im Stall, wie bei der Firma Weiss. Auch hier hinderte die zunächst bescheidene Umgebung das Gedeihen einer Vision in keiner Weise.

Von Anfang an war er fest entschlossen, eigene Wege zu gehen. Er wollte anderen nicht mit Ähnlichem hinterher-, sondern mit Neuem voraussein. Rundschalttische wollte er entwickeln, die einfach nicht kaputtgehen. Einbauen, einschalten, vergessen – das war die Grundidee. So sollten die Anlagen funktionieren.

Dieter Weiss begann 1967 nach dem Maschinenbaustudium damit, seine Ideen umzusetzen – im heimischen Kuhstall im schwäbischen Neckarweihingen bei Ludwigsburg. Er erfand das „Kraftei“, ein pneumatisch-mechanisches Gerät, das dem jungen Unternehmen aus den Startlöchern half. Schon 1980 vermeldete die Firma, damals noch eine KG, einen Umsatz von einer Million DM; die Tätigkeit fokussierte sich auf die Weiterentwicklung der Rundschalttische hinsichtlich Geschwindigkeit, Laufverhalten und Genauigkeit. Basis allen Schaffens waren Bodenständigkeit, Kontinuität, Tradition und Innovation – das Unternehmen gedieh. Deshalb war Dieter Weiss samt zwanzig Mitarbeitern längst dem Stall entwachsen und schließlich auch dem bisherigen Standort: 1981 siedelte das Familienunternehmen nach Buchen im Odenwald um. Mitte der achtziger Jahre erfolgte die Umfirmierung in eine GmbH.

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Es entstand die erste Generation der zylinderkurvengetriebenen Rundschalttische. Ein Generationswechsel im Hause Weiss bahnte sich ab 2001 an: Sohn Uwe trat nach seinem Studium dem väterlich Untenehmen bei. Seither geht es von der Provinz in die weite Welt: Markteintritt Nordamerika 2002, Gründung Weiss United Kingdom 2003, Markteintritt Asien 2004, Gründung Weiss Spanien 2006. Seit 2005 entsteht eine neue Produktgeneration auf der Basis intelligenter Hochleistungsmodule. Aktuell in diesem Jahr, dem Jubiläumsjahr, ist der Umzug der Endmontage des LS-Transfersystems nach Walldürn. Die Kernkompetenz der Buchener umfasst Fabrikation, Integration und Steuerung von Antrieben, Fertigung kundenspezifischer Aufbauten für Rundschalttische, Komplettlösungen sowie Entwicklung von Bedien- und Programmiersoftware. Anwenderbranchen sind der Sondermaschinen- und Betriebsmittelbau, die Automobil- und Automobilzulieferindustrie, Medizintechnik, Nahrungsmittel- und Verpackungsindustrie.

Beharrlichkeit und der Mut des Firmengründers zu unkonventionellen Lösungen sowie das leidenschaftliche Bekenntnis zur Innovation des heutigen Geschäftsführers Uwe Weiss zeitigten eine beständig aufstrebende Erfolgskurve. Mit einem aktuellen Jahresumsatz in Höhe von 25 Millionen Euro, mehreren Niederlassungen in Europa und Vertretungen in mehr als dreißig Ländern weltweit. 40 Jahre nach der Gründung beschäftigt das Unternehmen 140 Mitarbeiter, darunter erfahrene Zerspanungsmechaniker, Konstrukteure, Fertigungstechniker, Softwareexperten und Steuerungsspezialisten. Gemeinsam im Team einer Idee Form geben, ein Produkt aufzubauen, darauf sind sie stolz. „Alles Neue entfaltet sich im Kopf. Gegen den Strom und gegen bestehende Konventionen“, erklärt Uwe Weiss. Der will, wie sein Vater, eigene Wege gehen – mit weltweitem Aktionsradius. Dabei bleibt Deutschland für den Jungchef der Standort mit den meisten Chancen – und auch er ist motiviert, immer einen Tick besser zu sein. pb

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