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Montageanlagen

„Mechatronik ist faszinierend“

Jubiläum in Ludwigsburg: 50 Jahre Pfuderer
Die Zukunft sieht das Unternehmen in mechatronischen Modulen für die Automation. Aktuell versteht es sich als Partner für automatische Montage- und Prozesssysteme. Mit rund 100 Mitarbeitern realisiert Pfuderer Maschinenbau Projekte mit Projektvolumina von 50.000 Euro bis zu drei Millionen Euro. Der Senior-Chef Reinhold Pfuderer im Gespräch mit handling.
Das neue Grundmodul RTS XXS von Pfuderer: Die Ringbauweise ist kompakt in der Ausführung und ermöglicht eine optimale Zugänglichkeit.

handling: Herr Pfuderer, vor 50 Jahren gründeten Sie die Pfuderer Maschinenbau. Wenn Sie auf Ihr „Start up“, wie man es heute nennen würde, zurückblicken: Was hat sich Ihrer Meinung nach in der Branche Maschinenbau besonders verändert?
Reinhold Pfuderer: Das Wichtigste für mich und das Unternehmen ist, dass wir uns seit dem Gründungsjahr 1960 über unser angestammtes Gebiet, den Sondermaschinenbau, hinaus weiter entwickelt haben. Damals war es wichtig, eine Maschine für die Montage eines Produkts bauen zu können, die dann unverändert lief und lief und lief. Inzwischen müssen Anlagen den schneller wechselnden Anforderungen des Weltmarkts gerecht werden. Deshalb freue ich mich, dass wir in der automatischen Werkstückmontage mit automatischer Werkstückzuführung sehr beachtliche Fortschritte gemacht haben.

handling: Was hat Sie dazu bewogen, Ihren eigenen Weg zu gehen?
Reinhold Pfuderer: Es hatte mich während der ganzen Zeit meiner Ausbildung und ersten Berufsjahre gereizt, Konstruktionsaufgaben zu lösen und diese Lösungen umzusetzen. Die Erfahrungen aus meiner Angestelltenzeit überzeugten mich außerdem davon, meinem Urteil zu vertrauen. Als dann Ende der fünfziger Jahre die Montagetechnik aufkam und damit eine innovative, effiziente Möglichkeit der Produktion von Investitionsgütern Einzug in die Betriebshallen hielt, fand ich, dass meine Zeit gekommen war.

handling: Wie definieren Sie als Konstrukteur den Begriff „Erfolg“?
Reinhold Pfuderer: Gelingt es einem Menschen, seine Idee mit beharrlichem Einsatz zu realisieren und für seine Anlagenkonzepte die Akzeptanz am Markt zu erreichen, hat er schon ein gutes Stück des Wegs geschafft. Reicht seine Energie dazu aus, eine funktionale und wirtschaftliche Firma darumzubauen, dann können wir sagen: „Das ist ein erfolgreicher Mann!“.

handling: Welcher Bereich des Maschinenbaus fasziniert Sie inzwischen am meisten?
Reinhold Pfuderer: Die Mechatronik, wie sie sich in Gestalt unserer ersten mechatronischen Module darstellt, ist ein faszinierendes Gebiet. Das ist die Herausforderung der kommenden zehn bis fünfzehn Jahre.

handling: Was läuft im Maschinenbau heute gut, und was halten Sie für falsch?
Reinhold Pfuderer: Wir haben in Deutschland im Bereich Maschinenbau sehr, sehr gute Fachleute mit Ideen, Mut und Visionen. Das ist hervorragend. Schlecht ist, dass sie nach meiner Auffassung nicht genügend gefördert und unterstützt werden. Zu viele Mittel fließen an große Unternehmen, zu wenige an die kleinen und mittelständischen, um zukunftsweisende Entwicklungen für spanende und spanlose Maschinen sowie Montage- und Prüfmaschinen vorantreiben zu können. Dabei trägt der Mittelstand große Verantwortung im Arbeitsplatzerhalt und für die Ausbildung von Nachwuchsfach- und -führungskräften. Die derzeitige Handhabung vieler Finanzinstitute bei Kreditvergaben erschwert außerdem vielen KMU-Betrieben eine wirtschaftliche Unterstützung und damit die Sicherung ihres Unternehmens. Von der Bundesregierung vermissen wir eine Wirtschaftsstrategie für den Erhalt und den Ausbau neuer Technologien mit Festigung unserer Systeme gegenüber dem globalen Wettbewerb. Die heutigen Finanzierungsmöglichkeiten für die KMU sind zögerlich und zu bürokratisch. Darüber hinaus ist für die KMU-Betriebe das Eigenkapital der Wertmaßstab und nicht wie bei der AG auch die Zukunftsentwicklungen. Arbeitsplätze zu erhalten und auszubauen sollte gesellschaftlich für uns eine Hauptaufgabe sein.

handling: Gibt es eine Maschine, die Sie nie gebaut haben, aber gern noch bauen würden?
Reinhold Pfuderer: Ein Transfer-Umlaufsystem in Modulbauweise, um Aggregate auf- oder abbauen zu können. Eine flexible Geometrie mit Antriebseinheiten ist ebenso fester Bestandteil wie Produktionsabläufe mit elektronischer Erfassung aller variablen Werte, einschließlich der Prüfergebnisse. Wir werden dann sehen können, was die Zukunft auf dem Feld der Mechatronik bringt.

handling: Wie wichtig ist es für Sie, dass Ihre Arbeit in der Familie fortgesetzt wird?
Reinhold Pfuderer: Jeder Mensch, der etwas aufgebaut und geschaffen hat, wünscht sich, es innerhalb seiner Familie weiterzugeben. Heute führen meine Söhne Martin und Markus die Geschäfte von Pfuderer. Unterstützt werden sie durch Jörg Leonberger. Ich freue mich darüber, dass die Nachfolge so geregelt ist.

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