Manuelle Produktionssysteme

Bitte keine Verschwendung!

Schlanke Fertigung – mehr Wertschöpfung

Die vier Säulen eines Produktionssystems

Verschwendungen vermeiden, ein ergonomisch gestalteter Arbeitsplatz und die Beherzigung von Sauberkeit und Ordnung – das ist das Grundrezept für einen effizienten Fertigungsprozess. Er ist Ziel jeder modernen Produktion. Mit den richtigen Mitteln in der richtigen Umgebung und in der richtigen Art und Weise können Betriebe Kosten sparen, Lieferzeiten verkürzen und Qualität gewinnen. Manuelle Produktionssysteme machen das möglich.


Jeder Arbeitsprozess in einer Produktion besteht sowohl aus wertschöpfenden Tätigkeiten als auch aus Arbeiten mit offensichtlicher oder verdeckter Verschwendung – Zeit, Material, Kraft, Mitarbeiterressourcen. Logisches Ziel einer modernen Fertigungsplanung ist es deshalb, Verschwendungen jeglicher Art zu vermeiden. Basierend auf vier Säulen bieten Manuelle Produktionssysteme dazu die Voraussetzung: Kundentakt, Pull-Prinzip, One-Piece-Flow und Null-Fehler-Prinzip.

Die Produktion im Kundentakt ist oberstes Gebot bei kürzer werdenden Produktionszyklen, zunehmend kleineren Losgrößen, wachsendem Variantenreichtum der Produkte und der steigenden Forderung nach kürzeren Lieferzeiten. Eine moderne und schlank gestaltete Produktion gemäß der aktuellen Kundennachfrage vermeidet durch ihren kontinuierlichen Fluss ineffiziente Arbeitsprozesse und unnötige Bewegungen der Mitarbeiter. Stattdessen werden wertschöpfende Tätigkeiten direkt miteinander verbunden und Teilprozesse verkettet.

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Die Anordnung der Maschinen gemäß der Arbeitsfolge und die Zufuhr nur der tatsächlich benötigten Teile sind Grundlagen für das Pull-Prinzip und den One-Piece-Flow – den Arbeitsfluss mit kleinen Losgrößen. Ausgehend vom konkreten Kundenauftrag werden Aufträge und Material von nachgelagerten Prozessen gezogen. Durch die konsequente Orientierung am jeweiligen Bedarf ergeben sich Vorteile: geringe Bestände, reduzierter Flächenbedarf und verbesserte Termintreue. Durch den One-Piece-Flow werden unnötige Puffer eliminiert und die Durchlaufzeiten drastisch verkürzt.

Produktionssysteme zur Just-in-Time-Fertigung verlangen allerdings nicht nur das Vermeiden von Verschwendung – der Prozess muss auch in hohem Maße transparent sein. Um das zu erreichen, müssen die Informationen am richtigen Platz zur richtigen Zeit erfolgen. Außerdem sind Störfaktoren zu erkennen und abzustellen. Die Implementierung eines Störungsmanagements, das sich auch mit der systematischen Beseitigung der Störquellen befasst, dient somit auch dem angestrebten Null-Fehler-Prinzip; es erfordert störfreie, fließende Prozesse sichert sie zugleich. Modular aufgebaute Produktionssysteme ermöglichen bei fehlerhaften Prozessen oder Maschinenstörungen schnelle Abhilfe durch Änderung oder Austausch.

Grundsätzlich zählen Handarbeitsplätze, die Anordnung in U-Form, die Verkettung von Hand per Schiebestrecke oder Rollenbahn sowie die Teilebereitstellung aus dem Supermarkt-Regal zu den wesentlichen Merkmalen eines Manuellen Produktionssystems. Da Zeit eine beträchtliche Rolle spielt, erleichtert eine entsprechende Planungssoftware Auslegung, Konstruktion und Kalkulation. Angefangen bei der Vermeidung von Überproduktion bis hin zu reduzierten Transporten steigern Manuelle Produktionssysteme die Wertschöpfung in der schlanken Fertigung und sind die richtige Wahl, wenn unsichere Produktionsvolumen und unsichere Lebensdauer produktionsbestimmende Faktoren sind. pb

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