Montagesysteme

Sparen mit Druck

In fast allen Unternehmen liefern Kompressoren Druckluft zum Bewegen, Steuern, Fördern, Lackieren, Beschichten und Trocknen. Die Ausbeute könnte jedoch besser sein: Noch verpufft ein Gutteil der Energie ungenutzt. Die Kampagne ,,Druckluft effizient" hilft Unternehmen, Strom und damit bares Geld zu sparen.

Die Sparsamkeit der Schwaben ist sprichwörtlich. Da ist es wenig verwunderlich, dass der neue Energiesparpreis ,,Druckluft effizient" ausgerechnet dem Stuttgarter Porsche-Werk verliehen wurde. Das Automobilunternehmen hat die Druckluftanlage nach allen Regeln der Ingenieurskunst modernisiert und spart dadurch fast eine halbe Million Kilowattstunden im Jahr ein – das entspricht einer Kohlendioxidemission von 280 Tonnen. ,,Porsche hat ökonomische und ökologische Qualitätsansprüche bewiesen", urteilte bei der Preisverleihung Rezzo Schlauch, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit.

Die Kampagne ,,Druckluft effizient" ist mittlerweile drei Jahre alt. Ins Leben gerufen wurde sie vom Fraunhofer-Institut für Systemtechnik und Innovationsforschung ISI zusammen mit der Deutschen Energie-Agentur und dem VDMA. Die Kampagne wird durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit sowie 18 Unternehmen der Druckluftbranche unterstützt. ,,Unser Ziel ist es, Informationsdefizite zu beseitigen", erklärt Dr. Peter Radgen, Leiter des Projekts am ISI. ,,In nahezu allen produzierenden Unternehmen wird heute Druckluft eingesetzt. Doch kaum jemand weiß, wie viel Energie er durch effektive Nutzung einsparen kann." Bisher geht viel verloren: ,,Durch undichte Rohre und Schläuche entweichen bis zu fünfzig Prozent der erzeugten Druckluft", weiß Radgen, der in einem EU-Projekt den Einsatz von Druckluft in Unternehmen studiert hat. ,,Unnötige Energie verbrauchen auch Kompressoren, die unabhängig vom Bedarf eingeschaltet und dann im Leerlauf betrieben werden. Sie benötigen dreißig Prozent Lastenergie, ohne auch nur ein Prozent Druckluft zu erzeugen."

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Europa könnte drei Kernkraftwerke einsparen

Allein durch Abdichten der Leitungssysteme und den Einbau intelligenter Steuerungen könnten Betriebe den Stromverbrauch drastisch reduzieren. Weitere Energie sparen Anlagen zur Wärmerückgewinnung. ,,Alles in allem lässt sich bei der Produktion und Nutzung von Druckluft ungefähr ein Drittel der Energie einsparen", so Radgen. ,,Allein in Europa wären das 27 Milliarden Kilowattstunden – das entspricht der Leistung von etwa drei Kernkraftwerken."

Die Einführung einer effektiven Drucklufterzeugung ist eine Investition, die sich auch für die Unternehmen auszahlt. Den Beweis liefern derzeit die Fraunhofer-Forscher, die in einer kostenlosen Messkampagne die Systeme in hundert Betrieben prüfen und Verbesserungsvorschläge ausarbeiten.

Unternehmen, die wissen wollen, wie effizient ihre Anlage im Vergleich zu anderen Unternehmen ist, können außerdem unter der Internet-Adresse http://www.druckluft-effizient.de ihre technischen Daten anonym für das Druckluft-Benchmarking eingeben und bekommen automatisch die Auswertung zugeschickt. Hier finden Interessierte auch weitere Informationen rund um die Druckluft, beispielsweise ein kleines Programm zur Berechnung der Lebenszykluskosten von Druckluftanlagen. Das Mitmachen bei ,,Druckluft effizient" lohnt sich für alle: Die Umwelt wird entlastet, die Unternehmen sparen teure Stromkosten und die Forscher bekommen Daten für weitere Untersuchungen zur effektiveren Energienutzung. Monika Weiner (gm)

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