CEE-Stecker und Kupplungen

Da steckt was dahinter

Auch hierzulande lassen sich Serienprodukte günstig fertigen
Gesamtansicht Montagesystems für die Endmontage von CEE-Steckern und Kupplungen.
Verringerung der Fertigungstiefe, Outsourcing, Verlagern der Produktion ins Ausland – sind das die einzigen Möglichkeiten, mit technischen Serienprodukten noch Geld zu verdienen?

Nein. Denn mit Kreativität, Qualitäts-Produkten, hohem Eigenfertigungsgrad, geschlossenen Wertschöpfungsprozessen und pragmatischem Automatisierungsgrad lässt sich auch in Hochlohnländern auskömmlich produzieren. Das meint nicht nur Afag, sondern auch der Hersteller der „Weltmeister-Stecker“ Walther. Die in Haushalt, Handwerk und Industrie gebräuchlichen CEE-Stecker und Kupplungen für die Kraftstromversorgung sind weltweit millionenfach installiert und funktionieren unter widrigen Bedingungen zuverlässig und sicher. Zwar wird das gemeinhin als normal erachtet, aber es steckt viel Know-how dahinter bezüglich elektrischer Übertragungstechnik und eine Menge Kompetenz für die hochwertige Serienproduktion.

Die findet in den Walther-Werken in der Pfalz statt. Der Steckerhersteller befasst sich schon seit der Gründung vor mehr als 100 Jahren mit Entwicklung, Herstellung und Vertrieb elektrotechnischer Geräte und Systeme; heute sind 300 Mitarbeiter in den beiden Werken Eisenberg und Zittau beschäftigt. Das Produktprogramm enthält CEE-Steckvorrichtungen, schwere Steckverbinder und Stromverteiler. Entwicklung und Produktion der Stecker finden komplett im pfälzischen Eisenberg statt. Dasselbe gilt für Werkzeuge, Vorrichtungen und Montage- sowie Prüfsysteme, die mit eigenem Werkzeug- und Vorrichtungsbau komplett konstruiert, einzeln gefertigt, zusammengebaut, in Betrieb genommen und mit Service versorgt werden. Eine geschlossene Prozesskette also mit einem Eigenfertigungsgrad von mehr als 90 Prozent. Schließlich sieht man, ob Stecker und Kupplungen nach hohem Industriestandard gefertigt sind oder in fragwürdiger Qualität aus einem Billiglohnland kommen, meinen die Pfälzer. Bei Eigenbau indes können Design, Funktionalität, Montagefreundlichkeit, Kontaktsicherheit und Qualität selbst bestimmt und mit den fertigungstechnischen Anforderungen in Einklang gebracht werden.

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Für ihre flexible Stecker-Montageanlage haben die Pfälzer hochwertige Handlingeinheiten und Werkstückträger-Transporteinrichtungen ausgesucht und sich für Afag aus Huttwil entschieden. Das Unternehmen aus der Schweiz hat bereits erste Anlagen für die Stecker- und Kupplungmontage schon vor mehreren Jahren erstellt. Jetzt hat es diese Anlagen mit standardisierten, universell-flexibel einsetz- und nutzbaren Handlingmodulen erweitert und aufgerüstet. Derzeit entstehen auf der Anlage im Varianten-Mix die „Weltmeister-Stecker“ genannten CEE-Stecker und Kupplungen in verschiedenen Grundversionen und Varianten. Auf der Anlage gerät die Teilefertigung rationell und die Prüftechnik effizient.

In der Montageanlage sind ein erweitertes Lineartransportsystem LTS, fünf betriebsbereit montierte und frei andockbare Zuführstationen, pneumatisch betriebene Linearmodule verschiedener Baureihen und Größen, Rotationsmodule, Greifmodule, pneumatische und elektrische Portalmodule, elektrische Z-Hub-Module und elektrische Dreh- und Greifmodule samt Steuerung verbaut. Außerdem sind zwei Handarbeitsplätze integriert für manuelle Tätigkeiten bei der Montage. Kleinmaterial kommt aus Zuführstationen mit Bunkern. Die Prüfung und Kontrolle über eine Kamera läuft automatisch ab - die Werkstückträger werden sukzessive beschrieben und gelesen und im Fehlerfall entsprechend codiert. Wahlweise erfolgen gleich der Stopp und manuelle Eingriffe oder aber das Ausschleusen der NIO. Die beiden Unternehmen versichern: Mit dem richtigen Montagesystem lässt sich auch hierzulande in Serie lukrativ produzieren.
pb

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