Manuelle Produktionssysteme

Alles für die schlanke Linie

Manuelle Produktionssysteme. Trennung von Logistik und Wertschöpfung ist wichtig für die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit. LTI Motion setzt das mit seiner neuen Produktionslinie im Segment Hochgeschwindigkeitsantriebe um und nutzt dafür manuelle Produktionssysteme einschließlich Rundrohrsystem und Aluminium-Profiltechnik von Bosch Rexroth.

LTI Motion verkettet die ergonomischen Handarbeitsplätze mit Schiebestrecken und Rollenbahnen und nutzt Supermarktregale gemäß Kanban-Prinzip und FiFo-Stationen für die Materialbereitstellung. (Bild: Bosch Rexroth)

Verschwendungen jeglicher Art haben in einer modernen wirtschaftlichen Produktion keinen Platz. Stattdessen gilt es, Durchlaufzeiten zu verkürzen und die Produktivität zu steigern. So auch bei LTI Motion, Mitglied des internationalen Technologiekonzerns Körber. Am Standort Lahnau entwickelt, produziert und vermarktet das Unternehmen Komponenten und Komplettlösungen für Antriebs- und Automatisierungssysteme mit besonderer Kompetenz in den Bereichen Hochfrequenzantriebe, Magnetlagertechnik, Motorenentwicklung und Sensorik. Nach der Übernahme der ehemaligen Levitec im Jahr 2013 initiierte der Körber-Konzern den kompletten Umbau der Produktion hochtouriger Antriebe nach Lean-Maßstäben.

Seit Mitte des Jahres 2014 setzt LTI Motion dafür die Produktlinie manuelle Produktionssysteme samt Rundrohrsystem Ecoshape und Aluminium-Profiltechnik von Bosch Rexroth ein. Während des laufenden Betriebs wurde wöchentlich ein Teil der früheren Anlage abgebaut und die neue Linie erstellt, die nach nur sechs Wochen vollständig in Funktion war. Wenige Monate später zog LTI Motion mit dem bereits aufgebauten System um in eine neue Produktionshalle. „Bei dieser Gelegenheit konnten wir leicht feststellen, wie flexibel das gesamte System tatsächlich ist. Der Umzug mit den kleinen, gut handhabbaren Lean-Production-Einheiten in die neue Produktionshalle war verglichen mit unserer früheren Anlage wesentlich einfacher“, so Matthias Neeb, Produktionsleiter Mechatronik bei LTI Motion.

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Umdenken in der Produktion
„Unsere maßgeschneiderten Lösungen für Kunden in unterschiedlichen Industrien bieten ein starkes Wachstumspotenzial. Um dies besser ausschöpfen zu können, erforderten hohe Variantenvielfalt und geringe Losgrößen ein Umdenken hinsichtlich der Produktionsphilosophie. Eine Steigerung der Wertschöpfung war nur möglich durch höhere Flexibilität und mehr Effizienz“, verweist Matthias Neeb auf die Zielsetzung des Umbaus. „Ein wichtiger Aspekt war die eindeutige Abtrennung der Logistik. Was mit unserer früheren Produktion samt klassischer Werkbänke nicht denkbar war, können wir aufgrund der manuellen Produktionssysteme von Bosch Rexroth jetzt optimal realisieren.“

LTI Motion fertigt auch schwere Hochfrequenzantriebe; deren Handling erfolgt mithilfe eines Krans und spezifischen Materialwagen. (Bild: Bosch Rexroth)

Pull-Prinzip und One-Piece-Flow spielen dabei eine bedeutende Rolle: Die Arbeitsfolge bestimmt sowohl die Anordnung der Werkzeuge und Maschinen als auch die Zufuhr der Teile – und zwar nur derjenigen, die tatsächlich für diesen Auftrag benötigt werden. Die konsequente Orientierung am jeweiligen Bedarf sorgt für einen reduzierten Bestand und geringere Produktionsfläche mit positiven Auswirkungen auf der Kostenseite. Zudem sind die Durchlaufzeiten kürzer, da sowohl unnötige Puffer als auch lange Wege vermieden werden.

Für die neu aufgebaute und umstrukturierte Produktion nutzt LTI Motion die gesamte Bandbreite der manuellen Produktionssysteme von Bosch Rexroth. Bestandteile des MPS sind Sitz-/Steh-Arbeitsplätze, Wagen, Regale sowie Rollenbahnen zur Materialbereitstellung und für den Materialfluss sowie die gesamte Verkettung. Weitere Merkmale sind ergonomische Handarbeitsplätze, die Verkettung von Hand per Schiebestrecke oder Rollenbahn sowie die Teilebereitstellung aus dem Supermarkt-Regal gemäß Kanban-Prinzip und FiFo-Stationen. Dies alles ist vollständig abgestimmt auf das Rundrohrsystem Ecoshape und den Aluminiumprofil-Baukasten.

Alles griffbereit: Der Wagen für das gesamte Kranzubehör wurde aus Komponenten des Rundrohrsystems Ecoshape erstellt. (Bild: Bosch Rexroth)

„Wichtigstes Kriterium bei der Auswahl der Produktionstechnik war die Umstellung auf Rundrohrsystem. Damit können wir unsere Arbeitsplätze flexibel aufbauen und auch zukünftig leicht den Marktverhältnissen entsprechend anpassen“, betont Neeb. „Bei der Entscheidung für den Systemlieferanten haben wir sehr viel Wert darauf gelegt, alle Produktionsmittel aus einer Hand zu erhalten. Zudem sind wir streng systematisch vorgegangen, denn zum Zeitpunkt der Entscheidungsfindung stand bereits fest, dass unsere Produktionslösung als Pilotprojekt später auf andere Standorte übertragen werden sollte.“

Das Runde passt zum Eckigen
Besonderes Augenmerk legte das Projektteam auf die ESD-Tauglichkeit der Ausrüstung, da bei der Produktion von Permanentmagneten für Rotoren eine elektromagnetische Aufladung verhindert werden muss. Als durchgängig ESD-leitfähiges System entspricht Ecoshape dieser Forderung und wird von LTI Motion auch in diesem sensiblen Bereich eingesetzt. Außerdem lasse sich das Rundrohrsystem leicht mit den manuellen Arbeitsplätzen und den eckigen Profilen kombinieren, erklärt Neeb weiter. Zudem biete das Rundrohr eine hohe Stabilität durch optimierte Geometrie der Profile.

In Zusammenarbeit mit Bosch Rexroth wurden die Anforderungen an die neue Produktionslinie definiert und individuelle Lösungen entwickelt. In einem von Rexroth-Technikern durchgeführten Workshop lernten die Mitarbeiter von LTI Motion, wie sie Arbeitsplätze und Wagen aus dem Rundrohrsystem eigenständig und professionell aufbauen und bei Bedarf umbauen können. „Damit sind wir in der Lage, Maße, Beschaffenheit und Bauweise des Systems sowie die Kombination von Rundrohr und Eckprofilen vollständig auf unsere zu fertigenden Komponenten abzustimmen. Jetzt entspricht jeder Arbeitsplatz und dessen Materialzufuhr jederzeit den jeweiligen Arbeitsinhalten“, erläutert Matthias Neeb. LTI Motion setzt die Manuellen Produktionssysteme bei der Produktion von Statoren, Baugruppen und Wellen sowie in der Endmontage ein. as

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