Der Mensch am Arbeitsplatz

Manuelle Montage künftig vernetzt

Mit dem umfassenden Wandel der industriellen Fertigungsstrukturen verändern sich auch die Arbeitsplatzsysteme. Über Anforderungen und Trends sprach handling-Chefredakteurin Petra Born mit Jan Willem Jongert, dem CEO von Bott.

Jan Willem Jongert, Sprecher der Geschäftsführung, Bott GmbH&Co.KG, Gaildorf (Bild: Bott)

Herr Jongert, Sie haben auf der Logimat ausgestellt – welche aktuellen Wünsche und Anforderungen an Arbeitsplatzsysteme haben Messegäste geäußert?

Jongert: Abgesehen von funktionalen und ergonomischen Anforderungen an den Arbeitsplatz sind Arbeitsprozesse, die von Assistenzsystemen unterstützt werden, ein wichtiges Gesprächsthema.

In welcher Weise und wodurch tragen Bott-Arbeitsplatzsysteme zur Verbesserung industrieller Prozessabläufe bei?

Jongert: Durch die Flexibilität der einzelnen Avero-Systembauteile lassen sich die Bott-Arbeitsplatzsysteme optimal auf den kundenindividuellen Prozessablauf anpassen. Aavero ermöglicht so einen gut strukturierten Materialfluss und eine produktspezifische Materialbereitstellung. Fifo-Regale organisieren den Nachschub uns sorgen für einen ausgezeichneten Überblick.

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Wie wird der bisher eher pragmatische Werkerarbeitsplatz in der Fabrik in die künftige smarte Produktions- und Logistikumgebung eingebunden werden können?

Das modulare Avero-Arbeitsplatzsystem. (Bild: Bott)

Jongert: Der Arbeitsplatz für die manuelle Montage wird künftig vernetzt und an die IT-Infrastruktur angebunden sein. Hierüber bekommt der Arbeiter die nötigen Prozessdaten und Arbeitsschritte mitgeteilt. Somit werden diese Arbeitsplätze fest integrierte Bestandteile des digitalen Produktionsprozesses sein. Assistenzsysteme oder kollaborierende Roboter lassen sich in die Avero-Arbeitsplätze einfach integrieren.

Inwieweit dominieren ergonomische Optimierungen und die Berücksichtigung alternder Mitarbeiter am Arbeitsplatz die Konstruktion Ihrer Lösungen?

Jongert: Ergonomie spielt bei allen Bott-Produkten eine große Rolle. Sie ist ein Alleinstellungsmerkmal bei der Gestaltung unserer Produkte. Die Avero-Arbeitstische sind stufenlos in der Höhe einzustellen. Sämtliche Ablagen lassen sich stufenlos für einen optimalen Greifbereich einstellen und ermöglichen so ein ergonomisch günstiges und ermüdungsfreies Arbeiten. Sie eignen sich dadurch natürlich auch für ältere Mitarbeiter. Auch ein Einsatz von kollaborierenden Robotern im Avero-System zur Vermeidung von belastenden, monotonen Tätigkeiten oder zur Übernahme von Hebetätigkeiten kann in Betracht kommen.

Wird es irgendwann den „selbsterklärenden“ Arbeitsplatz von Bott geben?

Jongert: Gemeinsam mit unseren Partnern können wir das zu einem gewissen Teil jetzt schon anbieten. Der Avero-Arbeitsplatz mit Assistenzsystemen zeigt über Monitore und Datenbrillen den nächsten Montageschritt, führt durch Pick-to-Light-Systeme zum richtigen Bauteil und gibt dem Monteur über Projektionen auf die Montagebaugruppe Hilfestellungen zur richtigen Montage.

Sie stehen dem Unternehmen Bott seit Jahresbeginn vor. Welche konkreten Vorhaben packen Sie an?

Jongert: Ich maße mir nicht an, nach drei Monaten die Welt erklären zu können. Aber auf Basis der soliden Grundlage der Firma und der momentan sehr starken Konjunktur sind wir auf einem soliden Wachstumskurs und werden in naher Zukunft einige interessante Neuheiten vorstellen.

Wie sehen Sie Bott in fünf Jahren?

Jongert: Ich sehe Bott auf Basis seiner hervorragenden Produkte in Zukunft noch mehr als Anbieter ganzheitlicher Lösungen und als Systemanbieter.

Herr Jongert, besten Dank für das Gespräch!

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