Kleinserienproduktion

Mit 3D den Kunden im Blick

Vor rund zehn Jahren noch Zukunftsmusik, heute bereits in vielen Industriesegmenten im Einsatz: Serienfertigung mittels 3D-Druck. Pneumatikhersteller Aventics nutzt die Vorteile der additiven Fertigung nun in der Kleinserienproduktion.

Aventics nutzt in Kleinserien die additive Fertigung. (Bild: Aventics)

Ein Unternehmen aus der Schönheitsindustrie suchte eine Lösung für seine Anwendung in der Kompressionstherapie. „Es ging hier nicht um eine besonders hohe Losgröße, aber wir wollten unsere Produktidee schnell in den Markt bringen. Ein Standardprodukt kam aufgrund der besonderen kundenspezifischen Anforderungen nicht in Frage“, berichtet Patrick Inhetveen, Senior Engineer R&D Mechanics Life Sciences. Genau hier spielt der 3D-Druck nun seine Vorteile aus.

Additive Fertigung – oder auch 3D-Druck – bezeichnet einen Prozess, bei dem auf Basis von digitalen 3D-Konstruktionsdaten durch das schichtweise Auftragen von Material ein Bauteil aufgebaut wird. Dies ermöglicht komplexe Geometrien und die Möglichkeit der Funktionsintegration auf kleinem Raum. Anstatt zum Beispiel ein Werkstück aus einem festen Block heraus zu fräsen, baut die additive Fertigung Bauteile Schicht für Schicht aus Metall- oder Kunststoffpulver auf. Zudem entfallen hohe Investitionskosten für Werkzeuge, welche insbesondere bei Kleinserien eine Umsetzung innovativer Ideen erschweren. Der 3D-Druck ermöglicht gleichzeitig einen design-gesteuerten Fertigungsprozess. Bei der Ausarbeitung einer innovativen Neuentwicklung bestimmt die Kreativität das Design und nicht das Fertigungsverfahren.

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Individuellere Produkte aus dem Drucker

„Wir möchten die Probleme unserer Kunden lösen – und das bedeutet eben auch, schnell auf ihre Wünsche zu reagieren“, so Inhetveen. „Mit additiv gefertigten Produkten gelingt uns genau das.“ Außerdem sinken die Kosten für die Nachbearbeitung von Prototypen, es gibt fast keine Umrüstzeiten und teilweise können Bauteile aus anderen Materialien erstellt werden, als das mit konventioneller Fertigung möglich wäre.

„Gerade bei kundenspezifischen Anforderungen, die maßgeschneiderte Lösungen erfordern, hilft es natürlich, das gerade konstruierte Produkt dann auch schnellstmöglich selbst in den Händen halten zu können“, sagt der Experte. Die additive Fertigung ermöglicht durch ihre Designfreiheit auch die Verwendung von bionischen Geometrien. Gerade in der Pneumatikbranche, in der die Form der Luftkanäle wichtig sind für die Effizienz, mache es einen großen Unterschied, ob diese Kanäle stromlinienförmig gedruckt oder klassisch hergestellt sein. „Manche Formen lassen sich mit einer Fräse einfach nicht herstellen, und die Möglichkeiten der Funktionsintegration sind nahezu unbegrenzt“, erklärt Inhetveen. as

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