Motek 2017, Bondexpo 2017

3 Fragen an… Bettina Schall

Automatisierungs-Trends. In der Produktions- und Montageautomatisierung schreitet die Digitalisierung voran; Komponenten, Baugruppen und Komplettanlagen müssen Industrie-4.0-fähig sein, um den Anforderungen der Fabrik der Zukunft zu genügen. Lösungen werden auf der Motek und Bondexpo gezeigt. Was die Messe so einzigartig macht, verriet uns die Geschäftsführerin des Veranstalters P.E. Schall, Bettina Schall.

Bettina Schall, Geschäftsführerin P. E. Schall GmbH & Co. KG (Bild: Schall)

Frau Schall, die beiden Fachmessen Motek und Bondexpo werden strategisch weiterentwickelt, wie macht sich das für den Messebesucher bemerkbar?
Technische Fachmessen unterliegen immer dynamischen Entwicklungen, die sich an den aktuellen Marktbedürfnissen, wie auch an sich mehr oder weniger abzeichnenden technischen Neuerungen ausrichten. Zudem sehen wir als Messeveranstalter eine zentrale Aufgabe darin, den Anwendern praxisorientierte Impulse für neue Lösungsansätze zu vermitteln und daraus erweiterte oder neue Märkte zu generieren. Wir müssen den Anwendern heute nicht nur Lösungen für Detailprozesse, sondern komplette Prozessketten darstellen. Im Idealfall erhält der Anwender in fühlbarer Hardware wie in integrierter Software alle Informationen über Komponenten, Baugruppen, Subsysteme sowie schlüsselfertige Komplettanlagen, um die ihm gestellten Aufgaben terminlich und auch wirtschaftlich bewältigen zu können. Die Motek und die Bondexpo erlauben daher den tiefen Einblick und den Blick über den Tellerrand hinaus, wodurch die Kunden die notwendige Sicherheit für ihre Beschaffungs- und Investitions-Entscheidungen erhalten.

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Welche Trends zeichnen sich Ihrer Meinung nach bei den Lösungen und Exponaten in der Produktions-und Montageautomatisierung ab?
Generell ist festzustellen, dass die Elektrifizierung und damit die Digitalisierung stärker denn je voran schreiten. Das trifft insbesondere auf solche Automatisierungs-Komponenten wie Handlingsysteme, Roboter, Greifer, Förder- und Verteilanlagen sowie Bauteilmagazine und Zuführeinrichtungen zu. Die heutige stückzahlflexible Variantenfertigung ist nur mittels hohem Automatisierungsgrad effizient und wirtschaftlich zu gestalten. Die bedarfsgerechte Steuerung und Überwachung aller Funktionen wiederum setzt eine durch hochintelligente Sensorik durchgängige sprich: lückenlose Kontrolle aller Einzelschritte voraus. Im Klartext bedeutet dies, dass in der Produktions-/Montageautomatisierung alle Komponenten, Baugruppen, Subsysteme und Komplettanlagen in Hard- und Software absolut Industrie-4.0-fähig sein müssen, um den hohen Anforderungen der Fabrik der Zukunft, die an der Motek und an der Bondexpo ja größtenteils schon Realität ist, gerecht werden zu können.

Motek und Bondexpo haben jedes Jahr mehr als 1.000 Aussteller, selbst in den Jahren, in denen die Automatica stattfindet. Was sind die Gründe, die die Messe für Aussteller und Besucher so attraktiv macht?
Die Motek verfolgt ein anderes Konzept und spricht in weiten Teilen auch ein anderes Fachpublikum an. Mit der komplementären Bondexpo haben wir zudem ein Alleinstellungsmerkmal. Denn hier wird im Bereich der Montage mit der unerlässlichen Füge- und Verbindungstechnik durch Kleben sowie thermisches und mechanisches Fügen die in der Praxis relevante Prozesskette komplett präsentiert. Folglich findet der Anwender hier an Automatisierungs-Bausteinen alles, was er ab dem Eingang des Rohmaterials über die Beschickung der Bearbeitungsmaschinen bis hin zur Baugruppen-Montage und zum Packungs-Handling fertiger Produkte und Geräte benötigt. Das ist weltweit einmalig und zieht sowohl die Konstrukteure und Anlagenbauer von Automatisierungslösungen als auch anwenderseitig die Verantwortlichen für strategische Prozessentwicklung und Produktion oder Montage in ihren Bann.

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