Hub- und Schwenkgerät für Montageplätze

Wartung - ganz bequem gemacht

Handhabungssysteme zum Heben und Drehen von Werkstücken oder Baugruppen erleichtern die Arbeit an Montageplätzen wesentlich. In einem Instandsetzungswerk übernehmen Hub- und Drehgeräte das Handling von Getrieben.

Heben, schwenken, drehen: An Montagearbeitsplätzen erleichtern diese Geräte die Teile-Handhabung. (Foto: Ventzki)

Sicherheit und Pünktlichkeit haben im Schienenverkehr oberste Priorität. Das erfordert eine regelmäßige Wartung und gegebenenfalls Reparatur der Antriebskomponenten und anderer betriebsrelevanten Teile. Für die Instandhaltung sind die Verkehrsunternehmen selbst zuständig - sie geben Komponenten wie Radsatzgetriebe im Fall einer Überholung oder Reparatur unter anderem zu Gmeinder Getriebeservice in Mosbach. Für die Montagearbeiten, die dort an den tonnenschweren Getrieben vorgenommen werden, hat Ventzki Handling Systems in Zusammenarbeit mit Friedbert Hoffmann, Geschäftsführer der Gmeinder Getriebeservice, ein Hub- und Schwenkgerät mit elektrohydraulischem Antrieb entwickelt und bereits mehrfach nachgeliefert. Bei diesem Hub- und Schwenkgerät für den Getriebeservice handelt es sich um eine Sonderausführung auf Basis des bestehenden Gerätetyps HNE 2000. Es kann die bis zu zwei Tonnen schweren Getriebe bis zu 600 Millimeter in die Höhe hieven. Außerdem lassen sich die Radsatzgetriebe bis zu 90 Grad neigen. Das heißt, man kann sie in die optimale Position für den nächsten Arbeitsschritt bringen. Das verspricht eine ergonomischere und gleichzeitig sicherere Montage.

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Getriebe halten sicher an der Plattform

Für die Sicherheit des Gerätetyps sorgt vor allem das Lastenaufnahmemittel - eine individuelle Plattform, die genau auf das Werkstück, in diesem Fall das Radsatzgetriebe, zugeschnitten ist. Darauf werden die Getriebe abgesetzt. Auf der Plattform befindet sich eine dem Werkstück angepasste Anzahl von Bohrungen und Hülsen. In diesen wird das Getriebe so befestigt, dass es sicher an der Plattform hält. Früher wurden die Werkstücke bisweilen auf einem Arbeitstisch verkeilt. Die Gefahr von Arbeitsunfällen durch Verrutschen der Getriebe war deutlich höher als heute.

Ist das Getriebe sicher am Hub- und Schwenkgerät befestigt, lassen sich bequem in jeder beliebigen Position Ersatzteile montieren. Bereits 2011 ließ sich die Gmeinder Getriebeservice von Ventzki einen Prototyp des Hub- und Schwenkgerätes liefern. Die Arbeit damit funktionierte deutlich ergonomischer, sicherer und produktiver, wurde mitgeteilt. Deshalb hat Gmeinder Getriebeservice einige Monate später weitere sechs Geräte bestellte. Hauptkunden des Service-Dienstleisters sind Eisenbahnverkehrsunternehmen, aber auch andere Kunden bringen ihre Antriebskomponenten in das Instandsetzungswerk nach Mosbach. Dort sorgen nun die neuen Hub- und Schwenkgeräte von Ventzki für einfachere und zugleich effizientere Arbeitsprozesse.

Der Hubschlitten, an dem entlang das Werkstück auf die richtige Höhe gebracht wird, ist mit Faltenbalg verkleidet. Wie schnell es nach oben, nach unten oder zur Seite bewegt wird, können die Mitarbeiter selbst entscheiden, denn die Senkgeschwindigkeit ist über ein Drosselventil einstellbar. Das Hub- und Drehgerät wird über einen Endschalter bedient und kann über eine Totmann-Schaltung gesteuert werden.

Montagearbeiten in gesunder Körperhaltung

Der Sonderausführung des Hub- und Drehgeräts für Montageplätze liegen die stationären Hebe- und Neigegeräte HNE 1000/2000 zu Grunde. Auch diese Handhabungssysteme werden elektrohydraulisch angetrieben und seien in der Entwicklung, Produktion und Montage verschiedenster Produkte unverzichtbar, betont Ventzki. Die Geräte können bis zu zwei Tonnen schwere Paletten und Großbehälter um 600 Millimeter anheben. Ein ähnlich ausgestattetes Hub- und Schwenkgerät, das sich um bis zu 180 Grad zur Seite drehen lässt, hat Ventzki bereits für ein weiteres Unternehmen entwickelt. Außerdem beliefert der Anbieter die Tuttlinger Firma Chiron, die Fertigungssysteme herstellt, mit zwei Maschinen, die als reine Bearbeitungsplätze genutzt werden. Während der Grundaufbau der Hebe- und Neigegeräte gleich ist, bietet Ventzki Geräte, die direkt auf die Ansprüche der einzelnen Firmen zugeschnitten sind. So kann der Anwender das Hub- und Schwenkgerät für jedes schwere Werkstück nutzen, das man zur Montage oder Reparatur in eine bestimmte Position über dem Boden bringen muss. Sei es ein tonnenschwere Motor oder ein anderes schweres Teil. Dabei lassen sich die Montagearbeiten in jeder Position in einer gesunden Körperhaltung und ermüdungsfrei erledigen. Die Hubbewegungen der Behälter können separat gewählt und ihr Neigewinkel stufenlos und ohne Arbeitsunterbrechung eingestellt werden. Die Geräte sind mit Sicherheitseinrichtungen wie Leitungsbruchsicherungen und Druckbegrenzungsventilen ausgestattet.  pb

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