Kongress Moderne Montage

Großes Innovationspotenzial in der Montage

Die Veranstaltung brachte am 8. und 9. Oktober Montage-Fachleute aus verschiedenen Branchen in Stuttgart zusammen, um sich über die Themen „Digitalisierung auf ganzer Linie“ und „Wo bleibt der Mensch in der modernen Montage?“ weiterzubilden.

Dr. Georg Plasberg, Senior Vice President, von Sick trägt auf dem Kongress Moderne Montage vor. © WEKA Business Medien

Mehr als vierzig Spezialisten mit Verantwortung für die Montage in ihren Firmen nahmen sich ein oder auch zwei Tage frei vom Trubel der Motek in Stuttgart, um am Kongress Moderne Montage teilzunehmen. Die Redaktion handling als Veranstalter hatte dazu zwölf Referenten aus Wissenschaft und Unternehmen eingeladen, um anhand von zwei Schwerpunkten die Themen zu beleuchten.

In den meisten Fertigungsprozessen ist die Montage die Station, an der die größte Wertschöpfung erreicht wird. Es ist zugleich ein Bereich, der immer noch stark durch Handarbeit geprägt ist. Das lässt Raum für technische Innovationen, die eine teilweise oder auch vollständige Automatisierung von Montageabläufen erlauben. Auf der anderen Seite spielt aber heute in der Praxis immer noch der Werker die entscheidende Rolle: Von der dokumentierten Qualität seiner Arbeit hängt alles ab.

Der Kongress wird durchgeführt von der handling Redaktion. Hier ­Chefredakteur Daniel Schilling. © WEKA Business Medien

Digitalisierung ohne Schrecken
Am ersten Tag ging es unter dem Motto „Digitalisierung auf ganzer Linie“ um die Chancen, die Digitalisierung und Automatisierung für die Montage bieten. Sven Schuler vom Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) beleuchtete in seiner Keynote zu Beginn der Veranstaltung die Bedeutung Künstlicher Intelligenz (KI) für den Einsatz in Unternehmen und erläuterte, auf welche kommenden Trends sich die Verantwortlichen in Produktion und Montage hier künftig einstellen müssen. Er zeigte aber auch, wie simpel KI teilweise sein kann und dass Schwellenangst unbegründet ist.

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Andreas Rüdenauer von R3DT und Timur Ucan von Siemens zeigten, wie moderne Anlagenkonzeption und -umsetzung aussehen kann. R3DT setzt dabei Virtual-Reality-Brillen ein, um Montagearbeitsplätze lange vor der praktischen Umsetzung nicht nur zu visualisieren, sondern auch auf konzeptionelle Fehler und für den Werker unergonomische Arbeitsabläufe zu testen. Siemens bietet eine weit reichende Technologie an, um mit Hilfe eines „Digitalen Zwillings“, Anlagen vorab auf ihre fehlerfreie Funktionsfähigkeit zu testen. Marcel Nagel von Schunk erläuterte, wie sich der Digitale Zwilling als Teil eines umfassenden digitalen Engineering-Prozesses einsetzen lässt. Kai Köhler stellte DigitalZ, die Industrie-4.0-Lösung der Zimmer Group, vor. Dr. Thorsten Sögding von Auvesy widmete sich einem häufig übersehenen Aspekt der Digitalisierung: Die sichere digitale Datenhaltung, die einerseits Unberechtigte sicher auf Distanz hält und zugleich den Berechtigten verlässlich Zugang zu den richtigen Informationen bietet, wenn sie gebraucht werden.

Der Mensch als Vorteil
Dass hohe Interesse am Thema Mensch-Roboter-Kooperation zeigte sich am zweiten Veranstaltungstag. Dr. Georg Plasberg von Sick erläuterte wie sich durch die richtige Einschätzung von Risiken und Schadenspotenzial eine für den Werker sicherere Arbeitsumgebung schaffen lässt, die zugleich aber auch produktiver ist. Michael Schlaich von Schmalz zeigte aktuelle Entwicklungen, die die Beschäftigten beim Handling sicher entlasten. Michael Weinmann von Pilz präsentierte ein internes Forschungsprojekt, bei dem durch das Einbinden eines Cobots die Werker von einer ungeliebten, repetitiven Aufgabe entlastet und zugleich die Qualität des Ergebnisses verbessert werden konnte. Manuel Rösinger von Bott leitete aus seiner täglichen Arbeitspraxis gut verständliche Lösungsansätze ab, um typische Probleme in der manuellen Montage durch den Einsatz aktueller Technologien zu umgehen und die Arbeitsumgebung für die Werker zu verbessern. Plamen Kiradjiev, Global CTO Industrie 4.0 bei IBM gab einen sehr weit gespannten Überblick, wie komplexe Data-Mining-Technologien dem einfachen Arbeiter in der Montage helfen, problemlos die richtigen Informationen in einem Wust von Quellen zu finden.

Kai Kohler von der Zimmer Group stellte Lösungen für die effiziente Zusammenarbeit von Mensch und ­Maschine vor. © WEKA Business Medien

Auch im kommenden Jahr soll der Kongress wieder im Rahmen der Motek stattfinden, dann am 6. und 7. Oktober 2020 mit den Themen: „Cobots & Co. – Technologien für den kollaborativen Montageplatz und ihr Einsatz“ und „Stückzahl 1 und Varianten – praktische Lösungen für die Montage individueller Produkte.“ dsc

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