Zukunftsprojekt

„Industrie 4.0 aus meinem Blickwinkel“

Seit die Bundesregierung das Zukunftsprojekt Industrie 4.0 als Initiative für die deutsche Wirtschaft und im Besonderen für den deutschen Maschinenbau ausgegeben hat, beschäftigt sich wohl jedes führende Unternehmen mit der Frage, was dieser neue Begriff genau bedeutet. Er wurde im Oktober 2011 im Rahmen der Hannover Messe erstmals in die Öffentlichkeit getragen und sorgt noch immer für reichlich Wirbel. In den letzten Jahren habe ich mich zu diesem Thema in vielen Foren bewegt, diverse Gespräche mit Unternehmern geführt und zahlreiche Beiträge darüber in der Wirtschaftspresse gelesen und auch selbst geschrieben. Zum Schlagwort „Industrie 4.0“ sehe ich nun drei Wolken am Diskussionshimmel aufsteigen:

Jürgen R. Schmid, Designtech

1. Industrie 4.0 ist ein Bild für die sogenannte „intelligente Fabrik”. Dazu braucht es eine anspruchsvolle Automatisierung und somit die Vernetzung von technischen Komponenten und Anlagen, um die Flexibilität in der Produktion und die Produktivität im Allgemeinen zu verbessern.

2. Wir setzen Industrie 4.0 bereits um. Aktivitäten wie die Fernwartung, die bereits seit 20 Jahren in der Anwendung sind, werden als Industrie 4.0 verkauft, um zu zeigen, dass man zu den auf die Zukunft ausgerichteten Unternehmen gehört. Von diesem „So-tun-als-ob-Virus” sind besonders große Unternehmen betroffen.

3. Industrie 4.0 ist eine Worthülse, die noch mit Inhalt gefüllt werden muss. Hier sehe ich bereits Fortschritte in den Gesprächen. Besonders zukunftsweisend denkende Unternehmer wissen längst, dass diese Initiative zwar politisch getrieben ist, aber gleichzeitig eine großartige Chance für die Wirtschaft und die einzelnen Unternehmen darstellen kann. Die deutschen und deutschsprachigen Firmen müssten sich dazu auf einen Überbegriff für einen zukunftsfähigen, internationalen Wettbewerbsvorteil einigen und sich mit fester Überzeugung inhaltlich zusammenraufen und gemeinsam an einem Strang ziehen. So könnten sie übereinstimmend den Vorsprung und die Zukunft des deutschen Maschinenbaus sichern und sogar ausbauen.

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Aus den Gesprächen höre ich eindeutig heraus, dass sich die Themen innerhalb des Begriffs „Industrie 4.0“ in erster Linie um technische Inhalte drehen. Das kann ich gut verstehen, zumal der Schlachtruf von Industrie 4.0 „smart factory” lautet. Gerade in partnerschaftlichen und vertrauensvollen Kooperationen sehe ich die chancenreiche Zukunft für das Projekt Industrie 4.0.

Jürgen R. Schmid, Designtech

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