High-Torque-Dreheinheit ST 75 in Prüfanlage

Kein Stoß, kein Druck

Für den Einsatz als Rundtischantrieb in einem Prüfsystem mit fixen Positionen gibt es gewiss andere Lösungen als ein frei programmierbares Drehmodul. Doch mit seinem stoßfreien Verfahren, den geringen Abmaßen und Vorteilen beim Werkerschutz zeigt sich das direktangetriebene ST 75 überlegen.

Komplettsysteme sind die Stärke von Systron. Diese Prüfanlage besteht neben dem Bedienpult aus Zuführung, Rundschalttisch, Kameras und Sortierstationen und Bildverarbeitung. (Foto: Weiss)

Prüfen ist Präzisionsarbeit: Prüflinge müssen exakt und sicher fixiert und Maße sicher erkannt werden - beides möglichst schnell. Das stellt Anforderungen an die Prüftechnik einer Anlage sowie an deren mechanische Komponenten. Das Unternehmen Systron im schweizerischen Birmensdorf hat in einer Prüfanlage einen Rundschalttisch ST 75 von Weiss eingesetzt, der sich durch fixe Positionen, gleichmäßige Taktung und ein geringes erforderliches Drehmoment bewährt hat. Ähnliche Anlagen werden oft mit pneumatischen Rundschalttischen realisiert, doch hier entstehen bei jedem Takt kleine Schläge und Schwingungen, die den Messvorgang stören. Solche Vibrationen sind jedoch in der Prüftechnik unerwünscht. Mögliche Abhilfen wären Dämpfer, eine massivere Konstruktion der Halterungen und Aufnahmen sowie längere Taktzeiten, um das Ausschwingen abzuwarten - aber das würde Mehraufwand bedeuten. Deshalb hat sich Systron für das Drehmodul ST 75 von Weiss entschieden - es wird direkt angetrieben, ist frei programmierbar und hat sanfte Beschleunigungs- und Verzögerungsrampen. Der Direktantrieb arbeitet dank der Sinusverfahrkurven ohne Schläge und macht das Modul kompakt - die Grundfläche beträgt nur 75 mal 75 Millimeter.

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Prüfung kleinster Kugeln
Eine Spezialität von Systron ist unter anderem die Prüfung von kleinen und kleinsten Kugeln. In der hier beschriebenen Anlage werden Kunststoffteile für ABS-Systeme auf Maßhaltigkeit, Oberflächenbeschaffenheit, Angussfehler und Spritzhäute geprüft. Die Komponenten sind nur vier Millimeter lang, auch der Durchmesser misst vier Millimeter. Nach Förderung und Orientierung durch einen Wendelschwingförderer durchlaufen sie eine Ionisierungsstrecke, um ein unkontrolliertes Anhaften durch statische Aufladung zu vermeiden. Danach werden sie in Halterungen auf dem Rundschalttisch eingeklemmt. Das ist knifflig, denn schließlich müssen auch fehlerhafte Teile sicher und zuverlässig gehalten werden. Nach dem Spritzguss wandern die Teile auf ihrer Rundreise an zwei Kameras vorbei, die Form und Maße prüfen, und fallen zum Schluss in eine von jeweils zwei Sortierstationen für Gut- und Schlechtteile. Mit Platz für zukünftige Erweiterungen, etwa eine Reinigungsstation, ergeben sich hier insgesamt zwölf fixe Positionen mit einer geplanten Taktzeit von 1,5 Sekunden.

Freier Zugang für den Werker
Ein frei programmierbares ST-Drehmodul scheint dafür überdimensioniert. Doch die Vorteile überwiegen: Neben dem sanften Verfahren und den geringen Abmessungen punktet auch das integrierte Absolut-Mess-System des Drehmoduls: Damit weiß Systron an der Anlage immer genau, an welcher Position sich der Prüfling befindet. Nach Unterbrechungen oder Störungen kann die Anlage daher ohne aufwändiges Neuindexieren weiterarbeiten. Und noch ein positiver Nebeneffekt liefert das ST 75: Die Kraftübertragung ohne direkte mechanische Verbindung allein über das Magnetfeld wirkt wie eine Art Freilauf - verbunden mit dem geringen Moment reduziert das die für die Anlage erforderlichen Personenschutzmaßnahmen. So lässt sich die Anlage zum Beispiel beim Einrichten oder bei Störungen ohne Gefahr für den Bediener offen betreiben.

Systron konnte mit dem Direktantrieb aus Buchen noch ein weiteres Feature vorteilhaft nutzen: Mit der Weiss Application Software (WAS) lassen sich alle frei programmierbaren Komponenten unter einer einheitlichen Oberfläche einrichten und steuern. Dank Plug&Play stellt die Software nach dem Einrichten der gewünschten Positionen alle Basisparameter sofort zur Verfügung. Danach können Beschleunigungs- und Verzögerungsverhalten ohne Programmierkenntnisse Schritt für Schritt optimiert werden. Somit kann der Anwender bei einer Umrüstung oder Erweiterung der Anlage neue oder geänderte Anfahrpositionen schnell und einfach eingeben.    pb

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