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ProduktionssystemeHauptaugenmerk: Produktion der Zukunft

Mensch-Roboter-Kollaboration bleibt spannend. Prof. Dr.-Ing. Bernd Kuhlenkötter steht seit April 2015 dem Lehrstuhl für Produktionssysteme an der Ruhr-Universität Bochum vor. Über Aufgaben und Pläne sprach handling-Chefredakteurin Petra Born mit ihm.

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Prof. Dr.-Ing. Bernd Kuhlenkötter

Herr Prof. Kuhlenkötter, Sie leiten seit kurzem den Lehrstuhl für Produktionssysteme an der Ruhr-Universität Bochum. Wie geht es Ihnen dort?
Ich habe mit dem Lehrstuhl für Produktionssysteme (LPS) der Ruhr-Universität Bochum einen renommierten, über lange Jahre gewachsenen und erfolgreichen Lehrstuhl übernommen. Seit seinem Bestehen hat es der LPS stets verstanden, sich nicht von den kontinuierlich technischen und wirtschaftlichen Veränderungen treiben zu lassen, sondern diese aktiv mitzugestalten. Der LPS wird sich unter meiner Leitung auch zukünftig im Rahmen der akademischen Lehre und innerhalb seiner Forschungsschwerpunkte an den aktuellen Fragestellungen aus dem Bereich der Produktion orientieren. Wir haben uns inzwischen alle am LPS sehr gut eingefunden. Alle Mitarbeiter am LPS und in der Fakultät für Maschinenbau der Ruhr-Universität Bochum haben uns herzlich willkommen geheißen. Aus dieser Gesamtsicht bin ich äußerst zufrieden und freue mich auf alle anstehenden Aufgaben in der neuen Umgebung.

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Wie werden Sie Ihre Arbeiten aus Dortmund in Bochum weiterführen?
Mit meinen neuen LPS-Kolleginnen und -Kollegen und meinem alten Dortmunder Robotikteam, das mit mir umgezogen ist, werde ich neben der Fortführung der etablierten und erfolgreichen Forschungsgebiete des LPS unter anderem die robotergestützte Produktionsautomatisierung weiter stärken und das Spektrum der Arbeitsgebiete ausweiten. Am LPS werde ich einige Forschungsprojekte, die in Dortmund begonnen wurden, weiter fortführen. Inhalte dieser Projekte sind beispielsweise die Mensch-Roboter-Kollaboration, die Virtuelle Inbetriebnahme und Themen im Industrie-4.0-Kontext.

Als Besucher Ihres Dortmunder Instituts konnte man erleben, dass Ihr Labor mit etlichen Robotern eingerichtet war. Werden die Kooperationen und der Transfer mit den entsprechenden Unternehmen in Bochum fortgeführt?
Die Zusammenarbeit mit der Industrie werden wir am LPS in gleicher Form fortsetzen. Das resultiert einerseits aus der angesprochenen Fortführung der laufenden Projektvorhaben und der damit verbundenen Konsortien, zu denen viele Industrieunternehmen zählen. Anderseits hat natürlich auch der LPS unter meinen Vorgängern bereits viele Industriekooperationen etabliert, die ich natürlich gerne weiterführen werde. Neben den Demonstratoren für unsere laufenden Grundlagen- und Industrieprojekte spielt die seit vielen Jahren erfolgreich betriebene Pilotfabrik, in der konventionelle und hochautomatisierte CNC-Maschinen eingesetzt werden, eine wichtige Rolle in der Industriekooperation. Diese Pilotfabrik am LPS fungiert als praxisnahes Validierungsumfeld für Forschungsprojekte und gleichzeitig – was die besondere industrielle Praxisrelevanz unterstreicht – als Auftragsfertiger für die Region. Die Infrastruktur der Pilotfabrik wird ebenfalls von der Lernfabrik des LPS genutzt, welche seit 2009 besteht und seitdem sukzessiv verbessert sowie um verschiedene Themenbereiche erweitert worden ist. Die hier durchgeführten Seminare richten sich nicht nur an Studenten, sondern auch an Industrieteilnehmer. Diese weitere Form des industriellen Transfers von Know-how aus Wissenschaft und Wirtschaft erfolgt über das IWEX Institut für Wertschöpfungsexzellenz, in dem der LPS einer der Partner ist. Bei unserem Qualifizierungsprogramm steht im Rahmen von Trainingsveranstaltungen und Coachings die Kompetenzerweiterung für die nachhaltige Optimierung von Wertschöpfungsprozessen im Fokus – im Mittelpunkt steht dabei aber immer der Mensch. Unsere Ausbildung im IWEX-Rahmen richtet sich dabei maßgeschneidert an sämtliche Zielgruppen: Manager, Führungskräfte, Lean Multiplikatoren und Mitarbeiter.

Womit beschäftigen Sie sich aktuell?
Das neue Umfeld und die am LPS bestehenden Forschungsallianzen kennenzulernen, nimmt momentan verständlicherweise noch einen großen Teil meiner Arbeitszeit ein. Unser Hauptaugenmerk gilt aber nach wie vor der MRK und der Umsetzung von Demonstratoren in Zusammenarbeit mit der Industrie. Über neue Forschungsthemen berichte ich gern demnächst.

Bei unserem Gespräch vor einigen Monaten nannten Sie die MRK sowie die Zellensicherheit als derzeit wichtige Anliegen der Unternehmen. Sind diese Forschungsschwerpunkte nach wie vor aktuell?
Die MRK ist nach wie vor eines der hoch aktuellen und auch äußerst spannenden Themen in der Robotik. Die Bedeutung und auch die industrielle Relevanz sind noch weiter gestiegen, wie viele Anfragen deutlich zeigen. Der gestiegenen Bedeutung und der hohen wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Relevanz des Themengebietes wird auch aktuell durch eine Ausschreibung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) Rechnung getragen, die explizit die Thematik der MRK in der Montage adressiert.

Wie beurteilen Sie den weiteren Fortschritt der Vernetzung der industriellen Produktion angesichts der bedrohlicher werdenden Cyberattacken?
Die Vernetzung von Produktionssystemen – nicht zuletzt im Umfeld von Industrie 4.0 – wird weiter voranschreiten, da sie natürlich auf der einen Seite in Bereichen wie Diagnose und Service viele attraktive Möglichkeiten eröffnet. Auf der anderen Seite ist diese Vernetzung die notwendige Basis für innovative, neuartige Steuerungsmethodiken, um beispielweise Aspekte wie optimale Lastverteilungen durch geeignete Planungs- und Steuerungssysteme erfolgreich umsetzen zu können. Eines der wichtigen Aufgabengebiete der industriellen Produktions- und Automatisierungstechnik wird daher die Entwicklung und Etablierung sicherer, geschützter IT-Architekturen im industriellen Feld sein. In diesem Thema haben wir an der Ruhr-Universität Bochum mit dem Horst Görtz Institut für IT-Sicherheit ein ausgewiesenes und anerkanntes Institut, mit dem wir in Zukunft eine Zusammenarbeit in den angesprochenen Sicherheitsthematiken angehen werden.

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