Gewindebohrer

Hier gibt´s die optimale Abfuhr

Gewindebohrer für Gewindetiefen bis 3xD. Für rostfreie Stähle, die bei der Bearbeitung häufig zum „Klemmen“ neigen, hat Wexo einen Gewindebohrer für Gewindetiefen bis 3xD entwickelt.

Für sauberen Spanbruch: Um auch bei rostfreien Stählen Gewindetiefen bis 3xD prozesssicher realisieren zu können, hat Wexo einen Gewindebohrer für schwer zerspanbare Werkstoffe entwickelt. (Foto: Wexo)

Aufgrund ihrer Duktilität – das ist die Eigenschaft, sich unter Last stark plastisch zu verformen, bevor Materialversagen eintritt – sind rostfreie Stähle schwer zu bearbeiten und führen beim Gewinden – insbesondere im Rücklauf – häufig zu Werkzeugbruch. Um auch bei diesen Problemmaterialien, die oft zum „Klemmen“ neigen, Gewindetiefen bis 3xD prozesssicher realisieren zu können, hat Wexo einen Gewindebohrer für schwer zerspanbare Werkstoffe entwickelt. Er hat eine angepasste Geometrie im Anschnitt sowie im Hinterschliff, die eine deutliche Reduktion der auftretenden Drehmomente sowohl beim Anschneiden als auch am Umkehrpunkt ermöglicht. In Kombination mit einer speziellen Beschichtung und einem Drallwinkel von 50 Grad kann der Span auch bei tiefen Grundlochgewinden optimal geführt und im Rücklauf problemlos abgeschert werden.

Die Gefahr, dass das Werkzeug durch Spanklemmer bricht, ist bei rostfreien Stählen dann groß, wenn Grundlöcher gebohrt werden. Im Gegensatz zu einem Durchgangsloch, wo die Späne nach vorn abgeführt werden, wird der Span hier entgegen der Schneidrichtung aus dem Loch geführt. Im Rücklauf kann das Werkzeug dann durch Spanklemmer brechen. Auch wird bei der Bearbeitung der Durchmesser des gebohrten Loches hinter dem Gewindebohrer wieder etwas kleiner – das Drehmoment steigt. Grundsätzlich ist es bei Inox relativ schwierig, den Spanbruch am Umkehrpunkt herbeizuführen, denn der Span ist im Bohrungsgrundkern noch fest. Erst wenn sich das Werkzeug zurückdreht, klemmt er sich in den Hinterschliff und wird dort abgeschert. Da der Werkstoff eine hohe Duktilität aufweist, haben hier selbst viele Gewindebohrer, die für schwer zerspanbare Materialien ausgelegt sind, ein Problem; Werkzeugbruch ist hier keine Seltenheit.

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Spezieller Hinterschliff für geringere Drehmomente
Den Pulverstahl-Gewindebohrer der X-TOP-Serie hat Wexo im Anschnitt und im Hinterschliff mit einer neuen Geometrie ausgestattet, die speziell auf die Bearbeitung von rost- und säurebeständigen sowie hochlegierten Stählen ausgelegt ist und deren höhere Zähigkeit ausgleicht. Der Hinterschliff ist so geformt, dass das Abscheren des Spans erleichtert und ein sauberer Spanbruch erzeugt wird. Die auftretenden Drehmomente konnten beim Anschneiden und am Umkehrpunkt reduziert werden. Die minimierte Reibung wirkt sich insgesamt positiv auf Oberflächengüte und Lehrenhaltigkeit aus und sorgt für mehr Prozesssicherheit.

Da der Gewindebohrer einen Drallwinkel von 50 Grad hat, kann der Span auch bei besonders tiefen Grundlochgewinden gut geführt und im Rücklauf problemlos abgeschert werden. Dabei sind Gewindetiefen bis 3xD realisierbar. Unterstützt wird dies durch die HL-Beschichtung des Werkzeugs: Es ist eine Multilayerschicht mit hoher Verschleißfestigkeit und guten Gleiteigenschaften.

Durch das Zusammenspiel des Grundmaterials Pulverstahl, der Beschichtung und angepasster Geometrie lassen sich auch höhere Standzeiten und -mengen erzielen als mit vergleichbaren Gewindebohrern. Das zeigt beispielsweise eine Gewinde-Serienfertigung am Werkstoff 1.4301, die Wexo gegen Wettbewerbswerkzeuge durchführte: Bei der Abmessung M6, einer Gewindetiefe von 14 Millimetern, einer Schnittgeschwindigkeit von zwölf Meter pro Minute und dem Einsatz einer achtprozentigen Emulsion als Kühlschmierstoff erzielte der X-TOP eine um 28 Prozent höhere Standmenge als andere Produkte, informiert Wexo.

Der Gewindebohrer ist aufgrund der Gleiteigenschaften der Beschichtung universell einsetzbar; neben Inox eignet er sich auch für Hastelloy, Vergütungs- und Werkzeugstahl sowie beispielsweise auch für Guss, niedriglegierte Stähle oder NE-Werkstoffe.   pb

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