Highspeed-Rundtisch

Flexibler Endlos-Dreher

Direkt angetriebener Highspeed-Rundtische für die Montageautomation. Die Highspeed-Rundtische Fibrodyn DM wollen mit kürzesten Schaltzeiten, einer flexiblen Positionierung, kompakten Maßen und einer vollständig integrierbaren Steuerung überzeugen. Bei Brehm Präzisionstechnik Ulm sind sie im Einsatz.

Der kompakte Highspeed-Rundtisch Fibrodyn DM eröffnet neue Spielräume bei der Konstruktion von Montageanlagen, denn er kann aufgrund des Direktantriebs beliebige Positionen anfahren. (Foto: Fibro)

Mehr als 30 konventionelle, kurvengesteuerte Rundtische von Fibro hat Brehm Präzisionstechnik in Ulm in ihren Montagezellen im Einsatz. Darunter mehrere, die schon seit zehn Jahren störungsfrei im Dreischichtbetrieb ihren Dienst tun. Bei Brehm entstehen Präzisionsdrehteile mit Durchmessern zwischen drei und 65 Millimeter, hauptsächlich für die Automotive-Industrie. Sämtliche Anlagen zur Fertigung und Montage konzipiert und baut Brehm in Eigenregie; das Unternehmen hat den Anspruch, seine Führungsrolle auszubauen und sondiert den Markt nach zukunftsfähigen Technologien. Der direkt angetriebene Highspeed-Rundtisch Fibrodyn DM, den Brehm nun erstmals in einer Montageanlage für Aluminium-Drehteile eingesetzt hat, gehört dazu. Mit geringster Taktzeit montiert die Anlage Aluminiumkolben und Kunststoffelemente zu Anschlägen für Pkw-Automatikgetriebe. Fehlerhafte Teile werden nach einer Längenprüfung automatisch ausgeschleust.

Künftiger Standard
Aus Sicht von Ludwig Zeller, der bei Brehm Präzisionstechnik für Werkzeug- und Vorrichtungskonstruktionen verantwortlich ist, bietet der flexible Endlosdreher gleich mehrere Vorteile: „Der Rundtisch ermöglicht einen kompakten Aufbau, er bietet ein hohes Maß an Flexibilität, wenn Anlagen umkonzeptioniert werden müssen, und er kann vielseitig eingesetzt werden“, fasst Ludwig Zeller zusammen. Kein Wunder also, dass es bereits konkrete Pläne gibt, den direkt angetriebenen Fibrodyn künftig als Standard zu definieren und damit deutliche Effekte bei Effizienz, Verfügbarkeit und Ersatzteilhaltung zu erzielen. Während bisher für eventuelle Anlagenausfälle unterschiedliche Rundtische mit Zweier-, Vierer-, Sechser- und Achterteilung bereitgehalten werden mussten, wird künftig ein einziges Modell genügen.

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Der direkt angetriebene Rundtisch im Einsatz bei Brehm Präzisionstechnik in der Montagezelle: Der Montagetisch konnte auf engstem Raum eingerichtet werden. (Foto: Fibro)

Drei Baugrößen
Der hochstandardisierte Rundtisch, der in drei Baugrößen angeboten wird, vereint kompakte Abmessungen und bemerkenswert kurze Schaltzeiten mit den Möglichkeiten einer flexiblen Positionierung. Mithilfe des spiel-, verschleiß- und wartungsfreien Direktantriebs sowie eines in der Rundtischachse integrierten Messsystems kann unmittelbar nacheinander jede beliebige Position mit einer Teilgenauigkeit von plus/minus 21 Winkelsekunden und einer Wiederholgenauigkeit von plus/minus sieben Winkelsekunden angefahren werden. Ein Referenzpunktschalter ist dank der absoluten Messung nicht erforderlich. Der Fibrodyn DM bietet gute Voraussetzungen für ein besonders kompaktes Anlagendesign und kommt komplett ohne Kühlung aus. Über Passbohrungen und standardisierte Kabelstecker lässt er sich schnell und einfach in unterschiedlichste Anlagen integrieren. Eine große, zentrale Mittenöffnung ermöglicht die Durchführung von Energie, Signalen und unterschiedlichsten Medien. Optional ist er auch als dezentral einsetzbare All-in-One-Lösung mit integrierter Steuerung erhältlich; in dieser Version kann der Anwender externe NC-Steuerungen einsparen, den Integrations- und Inbetriebnahmeaufwand minimieren und kleine Anlagen ohne komplexe Peripherie realisieren. Die integrierte Steuerung Fibrodrive plus hat wahlweise eine SPS-, Profibus- oder Profinet-Schnittstelle. Mithilfe der intuitiv bedienbaren Software Fibro Servolink und einer serienmäßig integrierten Teach-In-Funktion lässt sich der Stand-Alone-Rundtisch einfach bedienen, betont der Hersteller. Alternativ können die gewünschten Positionen frei programmiert werden.

Das Team bei Brehm Präzisionstechnik ist begeistert vom Fibrodyn-Projekt: Maschineneinrichter Andreas Reichl an der Montagezelle, Fibro-Produktmanager Marco Leichnitz, Ludwig Zeller, Haiko Borrmann, und Fibro-Berater Peter Finkenbeiner (v.l.n.r.). (Foto: Fibro)

Robuste Abfrage
Aus Sicht von Haiko Borrmann, der bei Brehm für die Elektrokonstruktion der Montagezellen zuständig ist, spricht der hohe Integrationsgrad für den Fibrodyn DM. „Bei den meisten Anlagen ist der Platz im Schaltschrank äußerst knapp. Daher war es unser Ziel, dass sowohl die Steuereinheit als auch der Antrieb komplett in den Rundtisch integriert sind.“ Lediglich das SPS-Modul ist noch im Schaltschrank verblieben. Die elektronische Geber-Auswertung bietet nach Ansicht von Haiko Borrmann erhebliche Vorteile: So komme es bei einer konventionellen, elektromechanischen Abfrage über Sensoren immer wieder dazu, dass nachgestellt werden müsse. Vor allem bei dynamischen Fahrten sei dies regelmäßig der Fall. „Beim Fibrodyn DM hingegen erfolgt die Auswertung komplett elektronisch, sie ist voll gekapselt und funktioniert tadellos“, so der Systemtechniker. „Der Rundtisch läuft ausgesprochen zuverlässig und er kann flexibel eingestellt werden.“ Gerade beim Bau neuer Maschinen ergeben sich dadurch erhebliche Spielräume. Wenn sich beispielsweise erst beim Aufbau einer Anlage herausstelle, dass zur Teileprüfung noch eine zusätzliche Station erforderlich ist, lässt sich dies mit dem neuen Rundtisch einfach realisieren; umgekehrt könne man auch jederzeit Stationen herausnehmen oder zeitweilig überspringen, unterstreicht Borrmann.  pb

Halle 5, Stand 5114

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