Die Montage ist der Kernprozess

Vom Teil zum Produkt

Kern der industriellen Produktion ist der Zusammenbau von Teilen zum fertigen Produkt. Montageanlagen sind klassischer Sondermaschinebau, denn die Art des Montageprozesses und die Architektur der Anlage richten sich jeweils nach dem konkreten Fall.

Bei der Montage werden Teile systematisch zusammengefügt. (Bild: Fotolia)

In der Montageabteilung schlägt das Herz der industriellen Produktion. Einzelteile und Komponenten, die zuvor angeliefert, gelagert, sortiert, bereitgestellt und zugeführt wurden, werden an der Montageanlage systematisch zusammengebaut - aus Teilen werden zunehmend komplette Baugruppen und schließlich fertige Produkte, die nun wiederum abgeführt, gekennzeichnet, verpackt, gelagert, verteilt und schließlich versandt werden. Die Montage von Produkten kann manuell, halbautomatisch oder vollautomatisch erfolgen. Als Teilprozesse der Montage lassen sich das Zuführen, das Handhaben, das Fügen, das Prüfen und Messen sowie das Reinigen ausmachen, wiederum in unterschiedlich ausgeprägtem Automatisierungsgrad. An einer Montagelinie beispielsweise sind Montageplätze linear angeordnet; hier werden Teile oder Baugruppen üblicherweise auf Werkstückträgern über ein Transportsystem von Station zu Station zur Bearbeitung weitergegeben. Diese Stationen können stattdessen auch kreisförmig angeordnet sein, etwa in einer Rundtaktmaschine. Eine andere Art der Montageanordnung ist die Montagezelle - deren Zentralmaschine ist ein Roboter, der die zugeführten Teile greift, fügt, verbaut und schließlich an die Abtransporteinheit weitergibt. Im Zuge einer engeren Mensch-Roboter-Kooperation wird diese Abschottung des Kernprozesses in einer Zelle künftig deutlich reduziert werden können oder sogar ganz entfallen.

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Der Takt macht die Musik
Wie der Montageablauf konkret angeordnet ist - linear, rund, in der Zelle oder etwa in einem "U", wie die Architektur des Montagevorgangs insgesamt konzipiert ist samt Zuführ- und Transportsystemen, Greifern, Magazinen, Teilespeichern, Sensorik und Bildverarbeitung - und wie hoch der Grad der Automatisierung ausfällt, hängt stets vom zu produzierenden Produkt ab, von Verrichtungsbeziehungen der zu verbauenden Teile untereinander sowie auch von räumlichen und baulichen Randbedingungen. In den allermeisten Fällen ist eine Montageanlage eine Sondermaschine. Deren Einzelteile sind wiederum meist Standardkomponenten, die durch ihre Modularität für die konkrete Montageaufgabe zu einer Spezialanlage zusammengestellt wird. In jedem Fall sind Präzision, Geschwindigkeit, Flexibilität und Wirtschaftlichkeit maßgebende Vorgaben für den Montagevorgang - der Takt, in dem die Anlage arbeitet, bestimmt den Produktausstoß und damit die Produktivität.

Montage 4.0 in der Fabrik von morgen
Serienfertigung oder Einzelfertigung, Null-Fehler-Produktion, Modularität, Dokumentation, Rückverfolgbarkeit, Ergonomie und Energieeffizenz sind weitere Merkmale und Bedingungen, die eine Montageanlage je nach konkreter Produktionsumgebung bestimmen. Maximale Qualität, schnelle Umrüstbarkeit, minimaler Teileausschuss, effizienter Materialfluss sowie optimale Arbeitsplatzgestaltung ist Ziel jeder Produktion. Montageprozesse, die anpassbar und optimierbar konzipiert sind, lassen sich für die Zukunft rüsten - die heute längst begonnen hat, da Werkzeuge und Komponenten miteinander kommunizieren und den Takt der Fertigung selbst bestimmen. Die Montage der Zukunft wird autonomisiert sein, die Planung simulationsgestützt, Roboter und Sensoren werden eine intensive Rolle spielen und das Zusammenspiel von Mensch und Technik auf eine neue Ebene gehoben werden.  Petra Born

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