Motek

Überblick für die Praxis

Motek 2015 – Robotik und Industrie 4.0 in der Symbiose. Motek und Bondexpo – diese Marken und Begriffe stellen die integrierten Plattformen für den Informations- und Know-how-Austausch zwischen Anbietern und Anwendern dar! MAP, CIM, I 4.0 – stellen zwar keine Marken dar, sind aber im Gegensatz zur Motek und Bondexpo wechselnde Begriffe; wobei die Integrationsfähigkeit mit der Zeit durchaus voranschreitet – das Nutzen-Versprechen jedoch wie so oft hinter den Erwartungen zurückbleibt! Genau genommen und näher betrachtet, ist die Industrie doch längst im 4.0-Zeitalter angekommen.

Paul E. Schall, Veranstater der Motek: Das Angebot der Messe ist bereits in vielen Fällen Industrie 4.0-fähig. (Foto: Schall)

Die Schlagworte sind da und werden in Höchstgeschwindigkeit verbreitet, doch die Praktiker unter den Produzenten und Zulieferern verbindet eine gesunde Skepsis und deshalb fragen sie hartnäckig nach, ob sich hinter dem von interessierten Kreisen gestreuten Hype eben mehr als nur ein weiteres Schlagwort verbirgt. Bevor nun ein Hauen und Stechen zwischen den euphorischen Befürwortern und den praxisgestählten Kritikern beginnt, sollte man sich der Tatsache bewusst sein, dass schon heute sehr viele der Zulieferer und Hersteller von Konsumgütern und Industrieprodukten innerhalb vernetzter Strukturen arbeiten, da nämlich von der Ideen-Realisierung über die bedarfs- und auftragsgesteuerte Produktion und bis hin zum Wartungs-, Ersatzteil- und Service-Support ein durchgängiger Kommunikationsaustausch stattfindet. Man darf sich also durchaus fragen, was es denn mit der Philosophie oder Strategie Industrie 4.0 am Ende auf sich hat und was das an „Mehrwert“ bringen soll…

Anzeige

Tief in die Karten schauen
Tatsache ist, dass die schon praktizierte Vernetzung der globalisierten Produktionswelt alle Elemente zur Auftrags- und Prozesssteuerung genauso beinhaltet wie die Auswertung und Übermittlung plus Interpretation aktueller Qualitäts- und Prozessdaten sowie Initialisierung von Korrekturwerten. Verlangte dies zunächst einmal vor allem die Automobilindustrie von deren Zulieferern, so haben diese bald darauf erkennen müssen, dass ihnen die Kunden mehr denn je tief um nicht zu sagen nun noch tiefer in die Karten schauen könn(t)en. Das aber kann sozusagen nicht im Sinne des Erfinders sein, zumal sich zur Skepsis, bezüglich echtem Nutzen und technischer Umsetzbarkeit auch eine große Skepsis hinsichtlich ROI des dafür erforderlichen Investments stellt.

Oder auch andersherum: Wie sollen sich konkurrierende Zulieferer voneinander abheben, wenn sie vom Großkunden, der möglichst günstig einkaufen will, aufgefordert werden ihr Innenleben komplett offenzulegen? Schließlich sind solche USPs wie Nutzung innovativer Technologien, pfiffige Verfahrens-Anwendungen, Prozess-Kompetenz und Erfahrungs-Know-how wichtige Ertragselemente und machen am Ende den Unterschied für oder gegen den Auftrags-Zuschlag aus! Bestes Beispiel dafür ist der eindrucksvolle Kompetenzbereich Montagesysteme und Anlagenbau sowie Roboter-Integration auf der Motek – Internationale Fachmesse für Produktions- und Montageautomatisierung. Hier wie sonst nirgendwo auf der Welt präsentieren u. a. über 130 Hersteller von Montage- und Automatisierungslösungen ihr differenziertes Können und ihre Kompetenz – und zwar in unterschiedlichsten Technologie-, Verfahrens- und Prozess-Disziplinen.Von dieser Vielfalt und vom Know-how für Detail- und Komplettlösungen, in allen für die Produktion und Montage von Konsumgütern wie Industrieprodukten relevanten Technologie- oder Verfahrens-Anwendungen, profitieren die Fachbesucher – mithin die Anwender und damit die Käufer der Prozesslösungen – sowohl in problemlösungstechnischer als auch in kommerzieller Hinsicht.

Können alle alles?
Wogegen die erzwungene Transparenz durch Industrie 4.0 am Ende zu einem grauen Einerlei des Angebots führen könnte, nach der Devise: Alle können Alles, also sind sie – sowohl zum Beispiel Komponenten als auch Teilsysteme betreffend – auch beliebig austauschbar. Aber selbst bei den I 4.0-Befürwortern der Großindustrie reift so langsam die Erkenntnis, dass sie ebenfalls „durchsichtiger“ und damit anfälliger werden, weil sie ihre vorhandenen beziehungsweise potenziellen Zulieferer mit ein und denselben (technischen) Forderungen konfrontieren. Nicht zuletzt aus diesem Grund erscheint es unerlässlich, den Hype um Industrie 4.0 zu kanalisieren und die sinnvoll in die Praxis umzusetzenden I 4.0-Elemente entsprechend einzuordnen.

Das breite Angebot der Motek an Komponenten, Baugruppen, Subsystemen und kompletten Produktions-/Montagelösungen ist bereits „I 4.0-fähig“ und dasselbe gilt für das Angebot der komplementären Bondexpo – Internationale Fachmesse für Klebtechnologie. Keine Prozess-Lösungen in Produktion und Montage ohne angewandte Kleb-, Füge-, Verbindungs-Technik! Zumal die stetig wachsende Verwendung von Kunststoffen und neuen Materialien sowie Verbundwerkstoffen neue Füge- und Verbindungslösungen erfordern, was vor allem auch der mechanischen Füge-/Verbindungstechnik zur neuen Höhenflügen verhilft. Betrachtet man die gesamte Prozesskette eines automatisierten Produktions- und Montagevorgangs, finden sich in allen Prozessstationen Komponenten, Baugruppen und Sub-/Teilsysteme, die für eine durchgängige Steuerungs-, Überwachungs- und Kommunikations-Vernetzung unbedingt „I 4.0-fähig“ sein müssen. Das gilt für ein aus Linearachsen aufgebautes Handlingsystem genauso wie für einen Industrieroboter oder für die Klebstoff-Dosierung genauso wie für die Endkontrolle.

Industrie 4.0 hat eine Daseinsberechtigung, wenn mit den Daten der kommunizierenden Prozess-, Steuerungs- und Prüfsysteme gearbeitet wird! Wenn sich daraus eine praktisch arbeitende „smarte Fabrik“ entwickelt, die diese Bezeichnung auch verdient! Wenn sich daraus eine technisch beherrschbare und bezahlbare Aufbau-, Umrüstungs-, Nutzungs- und Anwendungs-Flexibilität von Maschinen, Anlagen und Fabrikteilen ergibt, die sich an den aktuellen und künftigen Herausforderungen der wachsenden Variantenvielfalt bei gleichzeitig sinkenden Stückzahlen ausrichtet! Die rund 900 Aussteller an der Motek und Bondexpo verschaffen den Anwendern den Überblick über die praktische Industrie 4.0.

Paul E. Schall

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige

Soldersmart

Löten am Tisch

Der Soldersmart ist ein multifunktioneller Tischlötroboter von Elmotec, der sich für den Zwei- bis Drei-Schichtbetrieb eignet. Das Fertigungsverfahren ist prozessüberwacht, wird dokumentiert und kann rückverfolgt werden.

mehr...

ASK-Bürsten

Feine Oberfläche

Mit dem ASK-Bürsten erweitert Ferrobotics seine Palette an End-of-Arm-Paketlösungen für die automatisierte Oberflächenbearbeitung. Mit dem neuen Komfortpaket bietet das Unternehmen eine sofort integrierbare Automatisierungslösung für den heiklen...

mehr...

Robot Programming Suite

Kein Quellcode

Das schnelle und sensible Stecken von Elektronikkomponenten auf eine Leiterplatine, ohne dass dabei die dünnen Drahtanschlüsse verbogen werden, ist für einen Roboter eine anspruchsvolle Applikation.

mehr...
Anzeige

Reinraumzelle

Reine Zelle, reine Luft

Spetec hat das Reinraumangebot auf insgesamt drei verschiedene Reinraumkonzepte erweitert. Dadurch besteht die Möglichkeit alle Anforderungen von kostengünstig bis hin zum hochwertigen Reinraum nach GMP-Richtlinien für die Pharmazie zu realisieren.

mehr...

Automationslösungen

Spezielle Aufgaben

Die Schwerpunkte von HBi Robotics liegen auf der flexiblen Zuführung und dem Be- und Entladen von Werkzeugmaschinen. Neben den standardisierten Automationslösungen entwickelt das Unternehmen Lösungen für spezielle Fertigungs- und...

mehr...

Robotik

Plug & Work

Der Trend zur massenhaften Automatisierung verleiht gerade kleinen und leichten Robotern enormen Schub. Leichtgewichte beispielsweise von Universal Robots sind harmlos im Zusammenspiel mit dem Menschen und obendrein schnell programmierbar.

mehr...

Roboter

Neues Handgelenk

IAI Industrieroboter stellt für den Bereich Handling ein Roboterhandgelenk für Kartesische Robotersysteme vor. Der Spezialist will mit diesem Produkt die gleiche Flexibilität ermöglichen, wie sie bis dato nur mit Knickarmrobotern möglich waren.

mehr...