Meinung

Liebe Leserinnen und Leser,

die Welt der Robotik wächst derzeit mit sensationeller Geschwindigkeit. Ich fühle mich umzingelt von Goodbots, Badbots, Lügenbots, Cleverbots, Chatbos, Cobots – und wie sie alle heißen. Und wir dürfen uns darauf einstellen, dass die rasante Entwicklung weitergeht.

Petra Born, Chefredakteurin handling

Vorbei die Zeit, da Roboter in sicherem Abstand weggesperrt sind. Wir haben sie gerufen, und nun sind sie da! Horst, Paul, Uschi, Marvin, Larry, Tom, Pepper und all die anderen. Sie mischen sich ins Alltagsleben und ins Arbeitsleben. Das verändert sich erstaunlich schnell, der Wandel ist permanent. Mensch und Maschine sollen es künftig gemeinsam richten im industriellen Umfeld. Roboter in Produktion und Logistik sollen den Werker entlasten, ihm assistieren.

Es gibt Arbeiten, für die der Mensch zu schade ist – zu belastend, zu eintönig, zu gefährlich. Serviceroboter als Dienstleister am Menschen – auch in der Fabrik. Aber die Welt der kollaborativen Systeme scheint mir noch ein wenig unüberschaubar. Vor allem noch unsicher. Kollaborative Roboter sind schon seit Jahren ein Thema und nähern sich längst durch ausgefeilte Sensorik und Sicherheitstechnologien dem Menschen an. Doch es kommt darauf an, was am Endeffektor passiert, vorn am Greifer. Da steht schließlich der Werker. Hier ist die heikle Schnittstelle! Kollaborative Roboter benötigen kollaborative Greifer, sonst gibt es keine wirkungsvolle und nützliche Zusammenarbeit. Erste wirklich interaktionsfähige Greifer kennen wir bereits, und die Hannover Messe wird weitere Entwicklungen zeigen.

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Schließlich verspricht sich die Montage von MRK-Systemen höhere Produktivität und Qualität. Ob sich MRK-Systeme dann am Ende auch wirklich lohnen, ist noch nicht ausgemacht. Die Sicherheit steht ganz oben – und determiniert somit den MRK-Ansatz. Ein solches System muss zu jedem Zeitpunkt alle aktuellen Arbeitsvorgänge erkennen und drohende Gefahren anhand des Gesamtkontextes absehen können. Hier liegt das Problem – wenn der Roboter wegen eventuell existierender Gefahren für den Werker dauernd stillsteht, bremst er die Produktion. Und das ist ja nicht im Sinne des Erfinders. Roboter müssen also insgesamt noch intelligenter werden. Sie müssen quasi mitdenken. Müssen sie runter von ihrem Maschinenimage, damit MRK wirklich Realität werden kann? Kann sein, dass hier längst die Büchse der Pandora offensteht.

Der intelligente, interagierende Robter wird zum sozialen Wesen, zur elektronischen Person. Und schon taucht ein neues Themenfeld auf: Emotionen in der Robotik. Die Moral in der Maschine. Was darf die Maschine, und was darf sie keinesfalls? Ist sie auf dem Weg, über „gut“ und „böse“ entscheiden zu können? All das wird uns in den nächsten Jahren beschäftigen. Die Maschinenbauer müssen sich künftig mit Aspekten der Ethik befassen. Hier werden wir noch einiges erleben!

Petra Born
Chefredakteurin handling

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