Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

die Roboter kommen, möchte man glauben. Demnächst finden wir sie in unseren Haushalten, wo sie die alltäglichen Lästigkeiten wie Staubsaugen oder Rasenmähen übernehmen könnten. Vereinzelt sind schon Fernsehspots aufgetaucht, die uns dies glauben lassen wollen. So verkauft Philips einen Rasenroboter für fast 700 Euro, der von selbst in die Ladestation zurückkehrt. Tolle Sache, das. Wenn uns Roboter mehr nicht zu bieten haben, können Sie auch in der Garage bleiben. Sie gehören so in die Kategorie jener angeblich unentbehrlichen Haushaltshelfer, die nach wenigen Einsätzen zuverlässigen auf den Tischen der Flohmärkte landen.

Die wahre und vielmehr naheliegende Veränderung kommt im Bereich der Servicerobotik – und hier insbesondere bei den Pflegebereichen – auf uns zu. Die demographische Entwicklung wird dies förmlich erzwingen: mehr Alte, mehr Kranke, längere Lebenserwartung. Sie werden das Erscheinungsbild der Republik umkrempeln. Soziale Tätigkeiten werden mehr und mehr nach Unterstützung technischer Art rufen.

Zaghafte Versuche gibt es in Deutschland schon. In einem Stuttgarter Altenheim unterstützte versuchsweise ein Roboter die Bewohner beim Trinken, in dem er zuverlässig die Senioren aufspürte, die zu wenig getrunken hatten. Das besondere dabei: Der Blechkerl stieß auf Akzeptanz bei den betroffenen Senioren. Das ist nicht selbstverständlich. Eher allgemein verbreitet ist in der Bevölkerung die Furcht vor einer unpersönlichen Pflege. Dabei hat die schon lange Einzug in die Heime gehalten.

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Da könnten die Helfer aus Mechanik und Elektronik eine willkommene Hilfe sein. Eine Untersuchung aus Dänemark zeigt, dass die Roboter auch bei den Pflegebedürftigen willkommen wären.

71 Prozent der mehr als 65jährigen könnten sich vorstellen, von einem Roboter gebadet zu werden. Da mag die Scham eine gehörige Rolle spielen. Aber auch andere Bereiche klingen ermutigend für die einschlägigen Anbieter, wie die Zahlen aus Dänemark, die auf den Schunk Expert Days vorgestellt wurden, belegen. 81 Prozent der Befragten würden Washlets nutzen, jene japanischen Hightech-Toiletten, die neben einer Wasserspülung zahlreiche Komfort- und Hygienekomponenten bieten. Und mehr als die Hälfte (54 Prozent) der Umfrageteilnehmer können sich vorstellen, von einem Roboterarm gefüttert zu werden.

Insgesamt unterscheidet sich dabei die Akzeptanz bei den heutigen Senioren nur leicht von der, denen der Einsatz eigentlich zugute kommt: den Pflegekräften.

Hier öffnet sich ein gewaltiges Geschäftsfeld, das monetär ebenso interessant ist, wie es soziale Verantwortung erwartet. Deswegen wird es zunächst vernünftig sein, die Roboter dort einzusetzen, wo sie im Hintergrund entlastend auf den Pflegesektor wirken.


Herzlichst

Ihr

Bernd Waßmann

Stellvertr. Chefredakteur handling

PS: Wir freuen uns über Ihren Besuch bei handling während der Automatica in München: Halle A1, Stand 108

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