Editorial

Wo bitte, geht’s denn hier zur Krise?

Liebe Leserinnen und Leser, die SPS/IPC/Drives 2008 ist gerade vorüber. Für uns Redakteure bot die Messe auch die Gelegenheit, die Meinungen der Produzenten, Marktteilnehmer und Aussteller zur aktuellen Wirtschaftslage aus erster Hand zu erfahren. Mich interessierte: Wo bitte, geht's denn hier zur Krise?

Diese Frage konnte mir auf der SPS niemand beantworten. Auf den Ständen herrschte durchweg eine gute Stimmung. Die Automatisierer haben in den vergangenen Jahren hervorragende Arbeit geleistet. Sehr vielen gelang es, sich gut aufzustellen. Für 2008 erwartet der Maschinen- und Anlagenbau ein erhebliches Umsatzplus. Auch der Fachverband Automation im ZVEI zieht ein positives Resümee.

Tatsache ist, dass es in bestimmten Zielbranchen der Automatisierungsindustrie Probleme gibt. Dazu zählen (einige) Autohersteller und auch einige Zulieferer. „Die Probleme der Autoindustrie reißen Kuka mit“, titelte die FAZ. Im Anlagenbau der Augsburger – stark vom Automobilgeschäft dominiert – gibt es ein Minus von 29 Prozent. Dagegen legte die Sparte Robotics um 34 Prozent zu. Heute zahlt es sich aus, dass Kuka schon seit längerem sein Geschäft diversifizierte: Lösungen für die Kunststoff- und Metallverarbeitung, die Lebensmittelindustrie, für Luft- und Raumfahrt sowie Solar- und Medizintechnik laufen nicht nur bei diesem Roboterhersteller gut.

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Weil für manchen Wirtschaftsjournalisten oder Politiker die Wahrnehmungsgrenze jedoch erst bei Großunternehmen anzufangen scheint, sehen sie nicht die vielen Erfolgsgeschichten, die Firmen mit 500, 200 oder 40 Mitarbeitern schreiben. Das stößt den mittelständischen Automatisierern bitter auf, wie ich mehr als einmal auf der SPS hören konnte.

Aber das Beste an der aktuellen Marktsituation ist: Die Nachfrage nach Fachkräften hält unvermindert stark an. Ob ABB, EFS, Igus, Kuka, Pilz, Rohwedder, SEW, Sortimat, Teamtechnik oder Yaskawa (die Aufzählung ist unvollständig) – viele Unternehmen suchen weiterhin qualifiziertes Personal. Zusammenfassend bleibt festzustellen: Es gibt keine generelle Wirtschaftskrise, geschweige denn eine Weltwirtschaftskrise. Die aktuellen Fragestellungen lauten: Halten wir (nach den satten Jahren) eine leicht nachlassende Konjunktur aus? Sind die produzierenden Unternehmen gut aufgestellt? Werden sie weitere Mitarbeiter/innen einstellen? Auf all diese Fragen gibt es nach der SPS/IPC/Drives nur eine Antwort: „Yes, we can!“


Liebe Leserinnen und Leser, das gesamte handling-Team wünscht Ihnen erholsame Feiertage und einen guten, optimistischen Start für 2009!

Gunthart Mau, Chefredakteur

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