Editorial

Motek und Marketing

Auch die Motek muss der aktuellen Wirtschaftsflaute ihren Tribut zollen. 970 Unternehmen waren bis zum Redaktionsschluss angemeldet – das waren knapp 20 Prozent weniger als 2008. Noch etwas stärker verringert sich die Ausstellungsfläche, die von knapp 40.000 auf 30.000 Quadratmeter sinkt. Rainer Färber, Marketingchef des Messeveranstalters Schall, zeigte sich dennoch einigermaßen zufrieden und optimistisch, dass die 1.000er-Marke noch „geknackt“ wird.

Dieser Einbruch beim Branchentreff der Montage- und Handhabungstechnik schlechthin offenbart einen altbekannten, aber auch gefährlichen Reflex der Unternehmen, in Krisenzeiten das Marketingbudget zurückzuschrauben. Nach einer kürzlich veröffentlichten Studie von Prof. Homburg & Partner haben 70 Prozent der deutschen Maschinenbauer und Elektrotechniker die Gelder für verkaufsfördernde Maßnahmen gekürzt.

Dieser Trend ist angesichts des bedrohten Fortbestandes vieler Unternehmen zwar verständlich, für die Marketingspezialisten von Köhler + Partner ist das aber ein zweischneidiges Schwert: „Die Streichung wichtiger Marketing-Maßnahmen kann sich in konjunkturschwachen Phasen zusätzlich negativ auf die Umsatzlage auswirken.“ Tatsächlich sparen viele Firmen, die es besonders nötig hätten, an notwendigen Geldern für ihren Außenauftritt – sei es durch den Verzicht auf Messen, Standverkleinerung oder Streichung des Anzeigenbudgets für Zeitungen und Zeitschriften.

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Marketingexperten empfehlen dagegen unisono ein sogenanntes antizyklisches Werbeverhalten. Das bedeutet, in Zeiten schlechter Verkaufszahlen soll sogar verstärkt geworben werden. Diese Marketingstrategie soll einerseits Goodwill für Zeiten aufbauen, in denen größere Kaufbereitschaft besteht. Wichtiger ist es bei einer geringeren Absatzbreite jedoch, potenzielle Käufer verstärkt auf die beworbenen Produkte aufmerksam zu machen.

Andere Branchen haben diese Notwendigkeit übrigens erkannt. Eine aktuelle Umfrage in der schwächelnden deutschen Hotellerie ergab, dass 62 Prozent der deutschen Hotels ihre Marketingausgaben für 2009 erhöhen wollen. Gespart wird dort vor allem bei den Personal- und Verwaltungskosten.

Der selige Automagnat Henry Ford liefert eine regelrechte Fundgrube an markigen Zitaten zum Thema Werbung. Ein Spruch passt besonders gut zur aktuellen Situation: „Wer nicht wirbt, stirbt!“

Uns allen ein langes Leben wünscht

Frank Fladerer, Chefredakteur

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