Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

endlich Frühling – Zeit für eine neue Terrassenliege, dachte ich mir. Die Lieferung dauerte einige Wochen, leider, aber sie kam an einem günstigen Tag, denn Klärchen strahlte. Allerdings folgte der Wetterumschwung gleich beim Öffnen des riesigen Kartons: Der Liegenrahmen war unrettbar verbeult, hier gab es wohl einen heftigen Zusammenstoß, wo und womit auch immer, und die Endkontrolle beim Warenversand hat offensichtlich versagt. Ärgerlich, denn die Vorfreude war dahin, abgesehen von dem Umstand, das unhandliche Teil wieder retourzusenden. Ersatz kommt in sechs Wochen – hoffentlich ist dann noch Sommer. Nun gut, wenn schon kein Sonnenbad, dann wenigstens ordentlich sitzen bei der Arbeit; der edle Schreibtischstuhl, den ich mir dann ausgesucht habe, sollte mehr sein als nur Trost. Aber dieser Karton kam übel zerfetzt und zerschunden an, und freilich war auch sein Inhalt gehörigst mitgenommen vom Kampf – wer weiß mit wem und wo, egal ob im Lager oder im Lastwagen, allein das Ergebnis zählt, und das war ziemlich angekratzt. Hier hat wohl wieder was nicht geklappt. Diesmal dauert der Ersatz – er kommt aus der Schweiz, aber das tut nichts zur Sache – vier Wochen. Wieder ärgerlich. Also auf dem alten Stuhl weiterarbeiten.

So kommt es also, dass Pannen in der Intralogistik Unmut und Unzufriedenheit beim Kunden verursachen, und, viel schlimmer, Wertschöpfung verhindern oder zerstören. Unsere Wirtschaft, die Produktion, unser Land schlechthin hängen vom reibungslosen Warenstrom ab. Prosperität steht und fällt mit funktionierender und effizienter Intralogistik. Abermillionen von Dingen sind täglich unterwegs, auf der Straße, den Schienen, in der Luft und auf dem Wasser, und hinter dem Materialfluss und der Distribution brummt eine gigantische und faszinierende Maschinerie. Unzählige Gegenstände müssen ständig gelagert, kommissioniert, verpackt, gekennzeichnet, verladen und verteilt werden – und werden vielleicht wieder zurückgeschickt, wenn sie schadhaft sind oder uns nicht gefallen. Klar, dass Dinge dabei auch kaputtgehen, aber offensichtlich gibt es an vielen verschiedenen Stellen erhebliche Verbesserungspotenziale. Die werden uns die Aussteller der CeMAT zeigen, der Internationalen Intralogistik-Messe im Dreijahres-Rhythmus, die vom 4. bis 6. Mai 2011 Hannover stattfindet. Sie trägt das Motto „Sustainability in Intralogistics“, was nicht weiter verwundert, denn Nachhaltigkeit ist in aller Munde. Dazu gehört auch weniger Energieeinsatz, mehr Leistung, weniger Verpackungsmüll und bessere, ergonomische Arbeitsplätze. Die Intralogistik bringt Dinge in Bewegung und ist es selbst auch: 2011 darf die Branche ein Umsatzwachstum von neun Prozent erwarten. Sie war 2009 und 2010 eingeknickt, konnte ihre Mitarbeiter aber fast alle halten dank flexibler Arbeitszeit, Kurzarbeit und Zeitarbeit. Die Leute werden jetzt gebraucht. Auch für die zweite Sendung meines Liegestuhls, auf dem ich all die CeMAT-Eindrücke verarbeiten werde, und für meinen neuen Schreibtischsessel, auf dem ich die Gedanken dann umsetze.
Sonnige Aussichten und stets reibungslose Abläufe wünscht Ihnen

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Petra Born

Chefredakteurin handling

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