Editorial

Kundenorientierung trotz(t) der Krise

Maßnahmen zur Kundenbindung haben bei den deutschen Unternehmen derzeit Hochkonjunktur. Nach einer aktuellen Erhebung des Beratungsunternehmens Prof. Homburg & Partner sehen 80 Prozent der Firmen in der Messung der Kundenzufriedenheit und Implementierung von Kundenbindungsmaßnahmen eine wirksame Maßnahme gegen die derzeitige Krise.

Diese Zahl ist kein Wunder, denn angesichts magerer Umsätze schmerzt jeder verlorene Kunde noch mehr als sonst. Zudem predigen die üblichen Verdächtigen seit Jahren gebetsmühlenartig, dass in Kundenorientierung und Servicedenken die Zukunft liegt.

Fakt ist: Der durchschnittliche Maschinenbaubetrieb macht mittlerweile mehr als zehn Prozent seines Umsatzes mit produktbegleitenden Dienstleistungen – Tendenz steigend. Um weiteres Potenzial zu erschließen, müssen die Unternehmen sich zunächst einmal selber als Dienstleister verstehen. Doch genau darin liegt die Schwachstelle zahlreicher Betriebe. Servicedenken wird von zu vielen Unternehmen noch immer mit Innovation gleichgesetzt, weil eine Neuerung in der Regel einen Vorteil für die Kunden verspricht.

Natürlich sind kundengerichtete Innovationen auch ein Servicefaktor, doch Kundenorientierung ist mit einer innovationsfreudigen Ausrichtung alleine nicht hinreichend sichergestellt. Die Universität St. Gallen hat zum Beispiel zur Überprüfung der Kundenorientierung das sogenannte 7-K-Modell aufgestellt. Danach gibt es sieben verschiedene Ebenen von Kundenorientierung. Die Skala fängt bei der Kompetenz im Sinne von Dienstleistungsbereitschaft und -fähigkeit an, reicht über Kontrolle im Sinne von Nachhaltigkeit einer Dienstleistung, beinhaltet die Kundenorientierung des Managements, außerdem die Kommunikation mit den Kunden, das Thema Konfiguration als Anpassung seiner Leistungen an den Markt, Kommerzialisierung als Identifikation geeigneter Kundengruppen bis hin zur Kooperation mit anderen Firmen zur Maximierung des Kundennutzens.

Anzeige

Ganz so ausgefeilt muss man nicht zwingend vorgehen, um durch Kundenorientierung Potenziale zu erschließen. Sicher ist jedoch, dass sich Serviceorientierung auch in der Konsumgüterindustrie lohnt. Und die Bauernweisheit, dass der beste und treuste Kunde immer ein zufriedener Kunde ist, schlägt sich garantiert positiv in den Auftragsbüchern nieder.

In diesem Sinne wünscht Ihnen viele treue Kunden


Ihr

Frank Fladerer, Chefredakteur

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige

Motek und Bondexpo

Der Mensch ist dran!

Motek und Bondexpo 2018. Neue Handlingsysteme stellen den Menschen in den Mittelpunkt und erhöhen Motivation und Produktivität. „Das Zeitalter der praxisgerechten Ergonomie hat begonnen“.

mehr...

Meinung

Lost in Datenschutz?

Als Google auf seiner diesjährigen Entwicklerkonferenz I/O die Software Duplex vorgestellt hat, sorgte das für viele erstaunte Gesichter. Der Anrufassistent kann Telefonate übernehmen, auf die wir keine Lust haben und ist dabei von einer...

mehr...

Meinung

Unsere Zukunft …

… sehr geehrte Leserinnen und Leser, gestalten wir mit all jenem, was wir heute tun und unterlassen. Dass die Zukunft digital, vernetzt, intelligent, innovativ und smart werde, hören und lesen wir täglich zigfach.

mehr...
Anzeige

Meinung

„Alles fließt“...

... schoss es mir im vergangenen Monat durch den Kopf, als ich in den vollen Gängen der Logimat unterwegs war. Die Besucher strömten durch die Hallen, mobile Transportsysteme düsten zwischen den Leuten hindurch.

mehr...
Anzeige

Highlight der Woche

Trays oder KLTs direkt vom Bodenroller palettieren

Das Palettiersystem der SAST-Serie von Hirata ist besonders kompakt und benötigt nur eine geringe Standfläche. Es palettiert und depalettiert Trays oder KLTs direkt von handelsüblichen Bodenrollern.

Zum Highlight der Woche...
Anzeige

Highlight der Woche

Läger optimal planen
Die Planung staplerbedienter Palettenläger stellt eine große Herausforderung dar, gilt es doch, den Zielkonflikt aus Lagergröße bzw. Stellplatzanzahl, Umschlagleistung und Investitionsaufwand bestmöglich aufzulösen. Das Kompetenzzentrum Fabrikplanung der Hinterschwepfinger Gruppe unterstützt mittelständische Unternehmen bei der idealen Auslegung von staplerbedienten Lägern und Logistikzentren.

Zum Highlight der Woche...

Meinung

Ein volles Programm …

... liebe Leserinnen und Leser, wird uns in Hannover vom 23. bis 27. April erwarten. Die Messe werde zum „globalen Hotspot für Industrie 4.0“, heißt es seitens des Veranstalters.

mehr...

Meinung

Sicherheit…

…liebe Leserinnen und Leser, ist ein viel diskutiertes Thema in diesen Tagen. Erinnern wir uns beispielsweise an die Adventszeit zurück, als die Weihnachtsmärkte mit riesigen Beton-Pollern geschützt waren.

mehr...