Editorial

Bewegung!

Es gibt Jahre, von denen man noch lange schwärmt – zum Beispiel 1976, ein Jahr der Superweine. Oder 2003: ein toller Sommer. Ihnen fallen gewiss auch herausragende Zeiten ein. Es gibt aber auch Jahre, an die man sich nur ungern erinnert. 2009 wird dazugehören. Als vor zwölf Monaten das Gespenst namens Wirtschaftskrise noch mehr oder weniger vage durch die Branche geisterte, ahnten wir nicht, mit welcher Wucht es uns gleich mit der Jahreswende in die Magengrube schlagen würde. Dort hat es sich seither breitgemacht und drückt ganz gemein – manche mehr, manche weniger, aber niemand ist verschont geblieben. Doch nun verliert es allmählich an Kraft: Die Minusraten bei Auftragseingang und Umsatz werden kleiner. „Bodenbildung“ nennt man das. Der freie Fall scheint gestoppt, das Schlimmste überwunden. Auch wenn von Aufschwung noch keine Rede sein kann, liegt zumindest Aufbruch in der Luft: Die meist überfüllten Flure und Messestände während der SPS/IPC/Drives in Nürnberg dürfen getrost als Stimmungsbarometer gewertet werden: Die elektrische Automatisierung ist auf einem Erfolgsweg. Die Ingenieure haben neue Ideen, die Maschinenbauer sind unterwegs zu innovativen Lösungen, besseren Prozessen, überzeugenden Produkten und noch mehr Orientierung am Kunden.

Ob 2010 ein Jahr werden wird, von dem man später schwärmen wird, bleibt abzuwarten, Denn zunächst wird die Beschäftigung weiter sinken. „Aufräumarbeiten“ und die effiziente Allokation aller Ressourcen – auch die des eigenen Unternehmens – werden vielerorts weitere Einschnitte bedeuten. Aber Prognosen lassen auf Plusraten in der Produktion im zweiten Halbjahr hoffen. Für dauerhaftes Wachstum wird es überlebensnotwendig sein, sich um neue Anwendungsfelder zu kümmern, um noch nicht erschlossene Märkte – und auch um das eigene, qualifizierte Fachpersonal, das unbedingt gehalten werden muss. So hat das Jahr 2010 zumindest die Chance, ein Jahr des Umdenkens, Querdenkens, und der Erneuerung zu werden. Dietmar Hartings Appell lautete in Nürnberg: „Bewegt euch, es geht weiter!“.

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Das machen auch wir in der handling-Redaktion! Freuen Sie sich, liebe Leserinnen und Leser, auf zehn tolle Magazine auch im kommenden Jahr mit spannenden Themen aus der Handhabungstechnik, Fabrikautomation und Intralogistik. Für die vielen freundlichen und interessanten Gespräche während Messen und Fachkonferenzen danke ich Ihnen und wünsche Ihnen einen zuversichtlichen Jahresausklang, geruhsame Feiertage und einen schwungvollen Rutsch in das Jahr 2010 – von dem wir dann hoffentlich noch lange schwärmen werden.

Ihre Petra Born

Chefredakteurin

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