Editorial

10exp5

Liebe Leserinnen, liebe Leser, jeder Ingenieur kennt diese Darstellung aus der IT-Sprache. Eine andere Schreibweise ist 105, noch eine andere 100.000. Annähernd so viele Ingenieure werden aktuell in Deutschland gesucht. Das entspricht der Einwohnerzahl von Kaiserslautern.

Aus der „Voll-Beschäftigung“ werde zunehmend eine „Voll-Sperrung“, die zu einem massiven Stau auf der Konjunkturautobahn führe. So bewertete VDI-Direktor Dr.-Ing. Willi Fuchs auf der Hannover Messe den aktuellen Ingenieur-Arbeitsmarkt in Deutschland. Offiziell etwa 70.000 Ingenieurstellen blieben 2007 unbesetzt. Das führte dazu, dass die deutsche Volkswirtschaft auf sieben Milliarden Euro Wertschöpfung verzichten muss. Doch bei weitem nicht jede offene Stelle wird an die Bundesagentur für Arbeit gemeldet. Das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln ermittelte, dass aktuell sogar 95.000 Ingenieure gesucht werden, berichtete dessen Geschäftsführer Dr. Hans-Peter Klös.

Der aktuelle Fachkräftemangel betrifft den Maschinenbau, ebenso die Elektrotechnik und den Fahrzeugbau. Die Ingenieurlücke bestünde bereits seit 2005, war zu erfahren. Und seit 2006 gäbe es weniger jüngere als ältere Ingenieure. Zur Verbesserung dieser Situation fordert Dr. Fuchs mehrere politische Maßnahmen, unter anderem einen Nationalen Technik-rat, verstärkte Hochschulförderung und öffentliche Stipendien für Ingenieurstudierende. Zunehmend wichtiger werde auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

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Eine andere VDI-Forderung zur Verbesserung der Fachkräfte-Situation betrifft die Weiterbildung im Beruf. Kontinuierlich sollten fünf Prozent der Arbeitszeit hierfür aufgewendet sowie die Mitarbeiter gemäß ihres Potenzials weiterqualifiziert werden. Bei 21 oder 22 Arbeitstagen im Monat ist das ziemlich genau ein Tag. Meine Frage an Sie, liebe Leserinnen und Leser: Haben Sie jeden Monat einen (Arbeits-)Tag zur Verfügung, um sich für aktuelle und kommende Aufgaben an Ihrem Arbeitsplatz fit zu machen? Oder anders gefragt: Nutzen Sie jährlich zwei Wochen für Ihre berufliche Weiterbildung? Und fördert Sie Ihr Arbeitgeber dabei - zum Beispiel durch finanzielle Unterstützung oder Freistellung von der Arbeit?

Ich bin gespannt auf Ihre Antworten und wünsche Ihnen - wie immer - eine gute Information mit unserer Zeitschrift.

Gunthart Mau, Chefredakteur

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