Meinung

Eine Frage der Ethik

40.000 Exabyte an Daten sollen weltweit bereits 2020 innerhalb von zwölf Monaten erzeugt werden; 2015 sind es gerade einmal 8.600. Ein Exabyte steht für eine Milliarde Gigabyte, nur um einmal eine nachvollziehbare Größenordnung anzuführen.

Bernd Waßmann, stellv. Chefredakteur

Daten sind der Lockstoff der Goldschürfer von heute. Und eine Ressource, die im Gebrauch wächst und wächst. Wo hat man das sonst schon? Das alles addiert sich zu Big Data, manche beschreiben es auch bezeichnender als Rich Data: Auf jeden Fall handelt es sich um das nächst Big Thing, wie Steve Jobs gesagt hätte.

Nicht ganz die Hälfte der Daten wird von Unternehmen erzeugt. Exakt sind es 42 Prozent. Der überwiegende Rest versendet sich durch Privatpersonen – ist aber nicht minder interessant für die Schatzgräber. Gegenwärtig steht die Wirtschaft noch etwas orientierungslos vor diesem Datenwust. Sie weiß lediglich, da steckt hohes Potenzial drin, das zu bergen angesagt ist. Data Mining verknüpft Datenquellen zu Generierung von Wissen.

Wissen, das auch so aussieht: In Neumondphasen steigt im Einzelhandel der Umsatz um 43 Prozent. Oder: Amazon beliefert künftig, das ist konkrete Absicht, Kunden mit Produkten, die sie zwar nicht bestellt haben, aber gebrauchen könnten. Der Versandhändler weiß, was wir wünschen – früher, als es uns lieb sein kann. In der Datensuppe wird gerührt und mit weiteren Zutaten abgeschmeckt, bis das herauskommt, was dem Dateninhaber nützlich und schmackhaft ist.

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Es ist unbeschreiblich, was da auf uns zurollt. Wir können es nicht fassen, sortieren, einordnen und eingrenzen. Und vor allem: Wir führen gegenwärtig keine ausreichend tiefe ethische Debatte über Nutzung von Big Data.

Denn eines ist klar: In den Konvoluten steckt ebenso soviel Gutes wie Übles. Erfasst wird alles, was nur denkbar ist. Verknüpft werden aus diesen Daten Profile, die weit über die amazon‘sche, präventive Bedürfnisfrüherkennung hinausgehen.

Noch stehen die Datenschöpfer in den Startlöchern. Es wird jetzt, also rechtzeitig, darum gehen, die ethischen Fragen zu diskutieren, die damit in Zusammenhang stehen. Was geht? Was geht gar nicht? Welche Analysen sind unter moralischen Gesichtspunkten in Ordnung? Wo ist die Persönlichkeit oder eine Menschengruppe zu stark betroffen? Und wir müssen uns klar darüber werden, dass der ethische Hintergrund immer vor der eigentlichen Auswertung beleuchtet werden muss.

Herzlichst
Ihr

Bernd Waßmann
Stellv. Chefredakteur

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