Verbesserungsprozesse - konsequent auch im Materialfluss umgesetzt

Kaizen - Made in Germany

Ein Plädoyer für "Made in Germany" war nach Ansicht von Komatsu in Hannover Konzeption und Bau des Wareneingangs samt Warenzuführung. Die Flexibilität lässt schnelle Erweiterungen zu.

Aufgabepunkt im Wareneingang bei der deutschen Traditionsmarke Hanomag - heute Komatsu.

Der Baumaschinenhersteller Komatsu übernahm schon Anfang der 90er Jahre die traditionsreiche Marke Hanomag. Im Werk in der niedersächsischen Landeshauptstadt werden vorrangig Radlader in unterschiedlichsten Baumustergrößen gefertigt. Ein modernes Hochregallager wurde kürzlich für die umfassende Materialversorgung mit hohem Überseeanteil aus Japan in Betrieb genommen. Um höchsten Qualitätsansprüche zu genügen - japanische Unternehmen sind für Kaizen = ständiges Verbessern, bekannt - sollte der Wareneingang und die Warenzuführung zum Hochregal automatisiert werden.

Hüsnü Genc, Logistikleiter bei Komatsu, erklärt die Ausgangssituation: "Unser Hochregallager ist auf dem neuesten Stand der Technik. Zur Optimierung der innerbetrieblichen Logistik fehlte ein automatisierter Wareneingang, der uns eine geordnete Struktur und damit hohe Transparenz ermöglichen sollte. Weiterhin benötigten wir einen Verteiler für die einzelnen Regalgassen. Der Vorteil war offensichtlich: weniger Gabelstaplerverkehr sowie hohe Zielsicherheit, automatisch und schnell amortisierend. Der Kontakt zu Haro besteht seit mehr als 15 Jahren. Für eine schnelle Umsetzung setzen wir auf Erfahrung und Qualität Made in Germany." Die Warenströme wurden durch Haro an Hand von Simulationsprogrammen analysiert. Nach einer Untersuchung der Arbeitsplatzgestaltung erfolgte der Startschuss.

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Im Außengelände werden die ankommenden Lkw entladen, die Transporteinheiten - Palettenware und Gitterboxen - per Flurförderzeug direkt und ohne Zwischenlagerung - auf den I-Punkt der Haro-Anlage verbracht. Hierbei ist besondere Sorgfalt auf die Konstruktion der Gabelstapler-Aufgabe gelegt worden. Rammschütze, Einlaufführungen mit "viel Eisen", schützen die automatische Anlage vor Beschädigungen. Robuste Rollenbahnen mit dem Haro-System Quickflex sowie spezielle Sensorik garantieren auch bei widrigen Wetterverhältnissen einen problemlosen Lauf. Fördergüter von 100 bis 1.200 Kilogramm Gewicht können sicher transportiert werden.

Ein automatischer Anlauf mit Sicherheitsabfragen gibt dem Gabelstaplerfahrer freie Hand. Zug um Zug kann der Lkw schnell entleert werden. Nach einer Staustrecke von mehreren Palettenplätzen erfolgt die Einschleusung in das Werk, wobei ein integriertes Schnelllauftor als Kälte- und Zugluftschutz auf den Anlagentakt abgestimmt ist. Die Verteilung zu den Arbeitsplätzen ist nach einer weiteren Staustrecke durch den Haro-Kettenförderer KF3D und Exzenter-Stationen EXE140 aufgebaut.

Stets optimale ergonomische Greifgeometrie

Die Kettenförderer sind mittels Systembleche verkleidet und erreichen einen hohen Sicherheitsstandard. Die breite Duplexkette mit stabilen Führungen ermöglichen exakte Positionierungen. Spezielle Übergabestränge mindern den Polygoneffekt der Ketten. Elektromotorische Exzenterheber in spielfreier Ausführung ermöglichen höchste Wiederholgenauigkeiten und übergeben die Eingangsware an wartungsfreie Gefällebahnen Typ RFL, welche am Auslauf sanft abbremsen. Das leichte Gefälle ermöglicht trotz hoher Fördergutgewichte auch ein manuelles Zurückschieben, sodass die Mitarbeiter immer optimale ergonomische Greifgeometrien für die Auftragsbearbeitung erhalten. An insgesamt fünf Stationen wird die Ware geprüft, vorkommissioniert, mit einem Barcodelabel versehen und abschließend von Flurförderzeugen übernommen. Dabei können verschiedene Versorgungsstrategien der Arbeitsplätze an der zentralen Steuerung via Display schnell und komfortabel eingestellt werden.

Übergabepunkt Hochregallager

Die vorkommissionierte, mit Barcode versehene Ware an die Übergabepunkte des Hochregallagers zu fördern, war die zweite Aufgabenstellung. Der Gabelstapler übergibt das Transportgut einer zentralen Aufgabestation mit bewährter und solider Technik auf eine Staustrecke mit dem Kettenförderer KF3D. Auch hier ermöglicht ein robuster Rammschutz mit integriertem Positionierwinkel eine präzise Übernahme. Zeitsparend ist der schnelle automatische Anlauf der Anlage - natürlich abgesichert durch entsprechende Sensorik. Auch die Kettenförderer in der Staustrecke sind mit Systemblechen verkleidet. In Verbindung mit einer entsprechenden Not-Aus-Strategie konnte an dieser Stelle auf großräumige Schutzumzäunung verzichtet werden. Am Auslauf der Pufferstrecke wird die Transporteinheit gescannt und vereinzelt an den Haro-Transferwagen Typ QWA übergeben. Besonderheit an diesem Punkt: Direkt nach der Abgabe auf den Transferwagen wird ein zweiter Brandabschnitt gequert. Haro übernahm die Abstimmung mit dem Brandschutztor samt bestehender Auflagen für eine problemlose Zertifizierung. Eine Transferleistung von 80 Sekunden pro Ladungseinheit bei einem Einsatzbereich von nahezu 65 Metern bedingt eine ausgefeilte Konstruktion des Shuttles.

Harmonischer Lauf, optimale Wiederholgenauigkeiten

So sind unter anderem speziell beschichtete Antriebsräder für hohe Geschwindigkeit und geringe Schallemission, ein laserunterstütztes Positioniersystem und eine hochpräzise Stromzuführung im Einsatz. Ein frequenzgeregelter, elektromotorischer Hauptantrieb nach neuestem Standard der Energieeffizienz gewährt einen harmonischen Lauf und optimale Wiederholgenauigkeiten. Alle entscheidenden Komponenten sind zentral angeordnet, die Energieversorgung ist im "Überkopfprinzip" angebracht - Reinigungs- und Wartungsarbeiten lassen sich ohne besondere Maßnahmen schnell erledigen. Jörg Pichler/bw

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