Ungewöhnliche Momente in 30 Jahren Vakuum-Technik bei Schmalz

Die Kronprinzessin und das Vakuum

Mit einer innovativen Idee und einer Handvoll motivierter Mitarbeiter startete Dr. Kurt Schmalz, geschäftsführender Gesellschafter der J. Schmalz GmbH, vor drei Jahrzehnten in das Geschäftsfeld der Vakuum-Technik. Heute beschäftigt das Unternehmen mehr als 850 Mitarbeitende. In 30 Jahren Vakuumtechnik realisierte Schmalz viele interessante Kundenprojekte – manch kuriose Anfrage lehnte das Glattener Unternehmen ab. Zu den sicherlich berühmtesten Anwendern zählt die schwedische Thronfolgerin Kronprinzessin Victoria.

Auch bei der Belegung des größten Markplatzes Deutschlands in Freudenstadt kam ein Schlauchheber Jumbo von Schmalz zum Einsatz. (Fotos: Schmalz)

Eine Anfrage eines Schreinerbetriebs aus Bayern ebnete 1984 den Weg für das neue Geschäftsfeld. Loher aus Wallersdorf fragte nach einer Möglichkeit, wie man die Füllungen einer Türe beim Schleifen und Bearbeiten festhalten könne. „Irgendeine Haltevorrichtung“ habe der Schreiner damals gesucht, wie sich Dr. Kurt Schmalz erinnert. So reifte in ihm die Idee, den Haltevorgang mit Vakuum zu lösen. Er entwickelte einen Arbeitstisch mit Vakuum-Saugplatten, die mit einem druckluftbetriebenen Vakuum-Erzeuger verbunden wurden. Über ein Fußpedal konnte der Bediener die Vakuum-Erzeugung starten. Sobald ein Werkstück aufgelegt war, konnte dieses festgesaugt, geschwenkt, gewendet und bearbeitet werden – der Kunde war begeistert. „Dieses für Schmalz bahnbrechende Projekt zeigt sehr gut, welche Philosophie damals schon richtig war und wir bis heute verfolgen“, sagt Dr. Kurt Schmalz. „Wir hören unseren Kunden gut zu, kümmern uns intensiv um deren Wünsche und Bedürfnisse und entwickeln Produkte, die für unsere Kunden einen Mehrwert schaffen.“ Beim Start in das neue Geschäftsfeld steckte die Vakuum-Technik noch in den Kinderschuhen. In den vergangenen drei Jahrzehnten konnte Schmalz die Automatisierungs-, Handhabungs- und Aufspanntechnik entscheidend gestalten. So haben die Innovationen des Unternehmens den heutigen Stand der Vakuum-Technologie maßgeblich geprägt. Die Produkte von Schmalz werden in ganz unterschiedlichen Produktionsprozessen eingesetzt – zum Beispiel als Greifer an Roboterarmen in der Karosseriefertigung, in CNC-Bearbeitungszentren als Aufspannlösung für Möbelteile oder bei manuellen Hebeaufgaben, bei denen ein Bediener beispielsweise mithilfe eines Vakuum-Schlauchhebers verschiedenste Werkstücke einfach und ergonomisch bewegen kann.

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Immer wieder erhielt Schmalz in den vergangenen Jahren auch kuriose Anfragen – nicht alle wurden realisiert. So fragten die Macher der Körperwelten-Ausstellung beispielsweise nach einer Lösung, mit der die Präparate zur besseren Bearbeitung aufgespannt werden konnten. Einer Schlachterei ging es um das Heben von Schweinehälften mit Hilfe von Vakuumtechnik. Ein anderes Unternehmen suchte nach einer Lösung bei der Entnahme von heißen Pfannkuchen direkt aus der Pfanne. „Wenn Sie hier zu viel Vakuum erzeugen, ist der Pfannkuchen nicht nur hinüber, sondern er landet auch in der Vakuum-Pumpe“, beschreibt Wolfgang Schmalz, ebenfalls geschäftsführender Gesellschafter, die Herausforderung. Der Bruder von Dr. Kurt Schmalz trat 1990 in die Geschäftsführung ein, seither leiten beide das Unternehmen gemeinsam.

Selbst ins Fernsehen hat es Schmalz mit Vakuumtechnik mehrmals geschafft – und fast hätte es sogar für „Wetten dass...?“ gereicht: Die Mitarbeitenden von Schmalz trainierten bereits eifrig für eine Wette, bei dem ein Auto mit Vakuum hätte angehoben werden sollen. Die Mitarbeitenden erzeugten das Vakuum dabei komplett aus eigener Kraft durch bloßes Ansaugen der Luft mithilfe von mehreren Schläuchen. Obwohl die Wette im Trainingslager funktionierte, hat sich der geplante Fernsehauftritt dann allerdings doch noch zerschlagen.

Realisiert wurde dagegen eine spektakuläre Plattenlegeaktion auf dem größten bebauten Marktplatz Deutschlands in Freudenstadt – er misst 219 mal 216 Meter. Als Gartenbau Schuler 1989 eine Möglichkeit suchte, den Marktplatz vollständig mit Betonplatten zu belegen, baute Schmalz innerhalb weniger Tage ein mobiles Handhabungssystem. Es bestand aus einem Fahrgestell, einem drehbaren Kran und einem Vakuum-Schlauchheber Jumbo.

Der große Erfolg dieser Aktion hatte sich wohl bis nach Schweden herumgesprochen: 2010 ließ es sich Kronprinzessin Victoria von Schweden nicht nehmen, selbst Hand an einen Schlauchheber Jumbo anzulegen, um die letzten Pflastersteine der Norrbro-Brücke in Stockholm zu verlegen. „Kronprinzessin Victoria ist wohl ohne Wenn und Aber die berühmteste Anwenderin, die jemals unsere Produkte genutzt hat“, lacht Dr. Kurt Schmalz. bw

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