Stapler-Fleetmanagement

Weniger Rempler in der Schoko-Straße

Flottenmanagement-Software reduziert Gewaltschäden. Das Tafelgeschäft mit Schokolade ist preissensibel und wettbewerbsintensiv. In den vergangenen Jahrzehnten sind viele Marken vom Markt verschwunden. Die farbkräftigen Quadrate von Ritter Sport konnten sich jedoch erfolgreich behaupten. Die täglich 2,5 Millionen Tafeln und ihre Rohstoffe werden von Still bewegt.

Produktion bei Ritter Sport Schokolade: Täglich legen die Schokoladenmeister 2,5 Millionen Tafeln auf. (Foto: Still/Knehr)

Neun von zehn Personen mögen Schokolade, und der Zehnte lügt – heißt es. Seit mehr als hundert Jahren behauptet sich Ritter Sport erfolgreich, seit den 70er Jahren auch international, gegen starken Wettbewerb. Quadratisch.Praktisch.Gut. – Diese Werbung ist vielen geläufig, und schon Kinder verbinden mit diesem Satz Leckeres aus Waldenbuch bei Stuttgart. Ritter Sport hat als über 100-Jähriges Familienunternehmen schon seit 1932 Innovationen genutzt, um seine Produkte attraktiver zu machen. Das süße Quadrat sollte schon damals in jede Tasche eines Sportjacketts passen. Inzwischen sind weitere Markenzeichen dazu gekommen: bunte Farben für jede Geschmacksrichtung, den Knickpack sowie das verführerische Geräusch beim Abbeißen. Mit über 1.000 Mitarbeitern und 380 Millionen Euro Umsatz (2013) gehört Ritter Sport zur Spitzengruppe deutscher Schokoladenhersteller. Rund 30 unterschiedliche Geschmacksrichtungen werden produziert.

Sichere und verlässliche Produktion ist ein Muss
Dazu gehört eine effiziente Produktion sowie eine entsprechende zuverlässige Transportlogistik. Täglich verlassen 2,5 Millionen Schokotafeln das Werk. In der innerbetrieblichen Logistik helfen über 50 Elektrogabelstapler und Hubwagen die vielen Paletten aus der Produktion zur Verpackung und schließlich über das Transitlager zu versenden. Damit alles sicher und reibungslos abläuft, hat man sich entschieden, mit Still zusammenzuarbeiten, einer der führenden Anbieter für maßgeschneiderte Intralogistiklösungen. Thomas Roh, Fachkraft für Arbeitssicherheit bei Ritter Sport, sagt: „Still hat das ausgewogenste Komplettprogramm. Ein weiterer Pluspunkt ist das Programm Fleetmanager 4.x. Hauptsächlich nutzen wir zwei Funktionen, die Zugangsberechtigung und die sogenannte Schockerkennung. Mit der Zugangsberechtigung können jetzt alle Fahrer nur die Fahrzeuge fahren, für die sie eine Einweisung oder einen Führerschein vorweisen können. Insgesamt sind die Schäden an Wänden, Aufzügen und Fahrzeugen seit Einführung des Still-Software Paketes erheblich reduziert worden.“ Über die Firmenausweiskarte erkennt das Fahrzeug, ob ein Fahrer berechtigt ist, den gewünschten Stapler zu bewegen. Erst dann erhält er von der Fahrzeugsteuerung die Freigabe. Der im Fahrzeug befindliche Schocksensor erkennt starke Stöße, wie sie beim Anfahren von Gegenständen entstehen, und meldet dies automatisch weiter. Auch wird die maximale Fahrgeschwindigkeit automatisch reduziert. Der Fahrer muss sich in diesen Fällen das Fahrzeug von einem Verantwortlichen freischalten lassen. So ist das Lagermanagement stets über Anfahrvorfälle informiert.

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Freischaltung mit Firmenausweiskarte: Der Zugang für die Mitarbeiter ist auf bestimmte Fahrzeuge begrenzt. (Foto: Still/Knehr)

Software-Updates erhalten Anwenderfreundlichkeit
Die webbasierte Software hat eine übersichtliche, immer aktuelle und bedienerfreundliche Oberfläche. „Die IT-Lösung ist absolut stressfrei, denn Software-Updates werden zentral von Still vorgenommen. Neue Fahrzeugdaten können schnell ergänzt, zugeordnet und aktualisiert werden“, sagt Roh. Wichtig für die Nutzung war von Anfang an die Einbindung des Betriebsrates in das Projekt. Durch eine entsprechende Betriebsvereinbarung und einer intelligenten Passwortprozedur kann auf fahrerbezogene Daten nur in Ausnahmefällen und nur mit Zustimmung des Betriebsrates zugegriffen werden. „Wichtig für uns ist auch die schnelle Hilfe von Still, wenn besondere Datenreihen angelegt oder ausgewertet werden sollen“, ergänzt Roh.

Sicherheit ist blau
In allen Bereichen sind Fahrzeuge von Still im Einsatz. In der Rohwarenannahme entladen Niederhubwagen EXU 20 die Lkw über die Hubbühne an der Rampe. Ein Stapler übernimmt den Weitertransport zum Produktionslager. Ein blauer Lichtpunkt bewegt sich mit dem Stapler auf dem Hallenboden. Es ist ein sogenanntes Safety-Light, ein blauer Scheinwerfer warnt die Mitarbeiter rechtzeitig vor nahenden Staplern.

Staplereinsatz im Produktionslager: Bewegung mit Safety Light warnt andere Mitarbeiter. (Foto: Still/Knehr)

Die Produktion hat besondere Anforderungen an die Fahrzeuge. So müssen Bigbags für die Dosieranlage von Ingredienzien bei begrenzter Deckenhöhe möglichst hoch gehoben werden. Hierfür sind die Still-Hochhubwagen EGV 20 mit speziellen drehbaren Gabelaufnahmen ideal. Unterschiedliche Ladungsträger, zum Beispiel Chep-Paletten werden von emissionsfreien Elektrostaplern RX 20-15 bewegt. Ihr Vorderradantrieb ist ideal auch für die Rampenauffahrten mit Steigungen. Für den schnellen Horizontaltransport von der Produktion zum Warenausgang setzt Ritter Sport auf FU-X-Niederhubwagen mit Fahrersitz für ergonomisches Fahren auf rund 50 Meter langen Fahrstrecken. Vor dem Versand werden die Waren palettiert und mit Kunststofffolie umwickelt. Alle Fahrzeuge sind mit einem Kartenlesegerät ausgestattet; auch markenfremde Fahrzeuge wurden damit ausgerüstet. Ergänzend zur Zugangsberechtigung und Schockerkennung sind weitere Anwendungen möglich. Zum Beispiel die Auswertung der Fahrzeugauslastung. Thomas Roh resümiert: „Die Sicherheit bei der Fahrzeugnutzung ist auf hohem Niveau. Das Ziel, Schäden zu vermeiden, wurde mit Einführung des Fleetmanagers 4.x erreicht. Es wird seitdem viel sorgfältiger mit den Fahrzeugen umgegangen.“

Gerd Knehr/bw

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