Stahl-Kräne handeln Rundstahl-Kolosse

14 Tonnen hängen an Magneten

Um weiter expandieren und seit Angebot vergrößern zu können brauchte der Stahlhändler Dewald Platz. Und einen stärkeren Kran.

Der Rundstahlhändler Dewald bewegt in einer neuen Halle das Material mit Stahl CraneSystems. (Fotos: Stahl)

An seinem Firmensitz im schwäbischen Pleidelsheim hatte Dewald bislang 8.000 Quadratmeter Lagerfläche. Dass die benachbarte Halle Ende letzten Jahres frei wurde, war für den Stahlhändler eine glückliche Fügung. Mit weiteren 1.000 Quadratmeter Fläche und zwei neuen Magnetkranen kann Dewald nun bis zu 14 Tonnen schwere Einzelstücke heben, größere Durchmesser geschnittenen Stabstahls anbieten und dadurch seine Kunden noch besser bedienen. Ein Kranbauer war in der Nähe schnell gefunden – Innokran, ein Partner des Krantechnik-Spezialisten Stahl CraneSystems – arbeitet im Gebäude gegenüber. „Wir hatten hohe Erwartungen an die neue Krananlage und waren froh über die gute Beratung seitens der Firma Innokran“, sagt Thorsten Maier, einer der Geschäftsführer von Dewald. Nach einer genauen Analyse der Prozesse und Anforderungen konstruierte Innokran eine Kranlösung, die speziell auf den Arbeitsablauf des Stahlhändlers Dewald zugeschnitten ist.

Kran nach Maß

Wenn man Stahlstangen zersägt, werden sie kürzer. Das ist zunächst keine Überraschung, stellt den Kran-Konstrukteur jedoch vor eine knifflige Aufgabe: Langgut wird in der Regel mit einer Traverse gehoben. Ist diese Traverse zu lang, können kurze Stücke nicht sicher gehoben und an engen Stellen des Lagers nicht platzsparend ablegt werden. Ist die Traverse jedoch zu kurz, können lange Stangen nicht sicher gehoben werden. Wenn – wie hier bei Dewald – auch Reststücke und Stäbe kürzerer Länge transportiert werden sollen, empfiehlt sich der Einsatz einer zweigeteilten Traverse, die sich schräg stellen lässt. So stehen wahlweise alle vier Magnete für lange Objekte oder jeweils zwei Magnete auf unterschiedlichen Höhen zur Verfügung, mit denen sich kurze Stahlstäbe optimal heben lassen. Für diese Lösung sind eine Spezialtraverse und zwei Hubwerke nötig, die sich bei Bedarf getrennt voneinander steuern lassen.

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Tandem als Standard

Bis zu 14 Tonnen hängen an Magneten.

Standardmäßig arbeiten die beiden Hubwerke auf dem Kran im Tandembetrieb: Per Funkfernsteuerung setzt der Kranführer die Magnettraverse auf dem Stahl ab, aktiviert per Knopfdruck die vier Elektromagneten und die Last hängt sicher am Kran. Sollen kürzere Stücke aufgenommen werden, können die zwei Teile der Traverse mithilfe der Seilzüge auf unterschiedliche Höhen gebracht und ihre Magneten getrennt voneinander geschaltet werden. So ist es möglich, auch kurze Rundstahl-Stücke zu befördern.

Magnetisch und sicher

Magnetkrane müssen hohe Sicherheitsanforderungen erfüllen. Beim selektiven Anheben kann die Magnetkraft abgeschwächt werden. Nach dem Anheben wird dann automatisch die volle Magnetkraft zugeschaltet. Eine Sicherheitssteuerung verhindert das unbeabsichtigte Lösen der Last während des Hubvorgangs. Groß dimensionierte Reservebatterien an der Kranbrücke gewährleisten, dass auch bei einem Stromausfall die Last weiterhin sicher gehalten werden kann.

Die Stahlstäbe müssen in unterschiedlichen Längen gehandelt werden.

Für optimale Arbeitsbedingungen unter dem Kran sorgen helle LED-Strahler. Christoph Fischer, Geschäftsführer von Innokran setzt hierbei auf ein Produkt eines weiteren Kunden, der Firma Riva aus Backnang, an die der Kranbauer im vergangenen Jahr zwölf Hallenkrane geliefert hat. „Mit den modernen LED-Strahlern ist heute eine günstige und zuverlässige Ausleuchtung des Arbeitsbereichs möglich“, sagt Fischer.

Leistungsfähige Krantechnik

Der Kran arbeitet mit zwei Acht-Tonnen-Seilzügen der Serie SH von Stahl CraneSystems und einer Magnettraverse von Scheffer. Christoph Fischer erklärt: „Für diese Sonderkonstruktion konnten wir CraneKits von Stahl CraneSystems nutzen.“

Für schonende, sanfte Bewegungen sorgen Frequenzumrichter an den Hub- und Fahrmotoren. Dank ihnen lassen sich auch schwere Stahlstäbe platzieren. Das geregelte Anfahren und Abbremsen verringert das zeitraubende Schwingen der Last und reduziert außerdem die Einwirkungen auf die Kranbahn und damit die Hallenkonstruktion.

Auf dem Magnetkran kommen zwei Seilzüge SH zum Zug.

Neben dem 16-Tonnen-Magnetkran läuft in der Halle ein zweiter, ebenfalls neu installierter Kran mit zwei Seilzügen SH mit je 6,3 Tonnen Tragfähigkeit und Krankomponenten des gleichen Anbieters. Der 12,5-Tonnen-Kran dient ebenfalls dazu, den langen Rundstahl umzusetzen. Hauptaufgabe ist jedoch, die geschnittenen Stahlscheiben aus der Säge zu heben. Die Scheiben werden auf Paletten gelegt und schließlich per Gabelstapler auf Lkw verladen. Für das Anschlagen dient ein spezieller Einzelmagnet, der in den Haken eines der Seilzüge eingehängt wird. Der dafür benötigte Stromanschluss befindet sich am Lasthaken. Da die Stahlscheiben nach dem Schneiden senkrecht stehen, jedoch liegend transportiert werden müssen, bietet der spezielle Kippmagnet die Möglichkeit, die Last in der Luft zu drehen, was das Handling für die Mitarbeiter von Dewald deutlich erleichtert.

Maximale Hubhöhe

Eine Aufgabenstellung bei der Konstruktion des Kranes war, die Höhe der Halle bestmöglich auszunutzen, um eine möglichst große Hubhöhe zu erreichen. Das Kriterium war, Stangen mit möglichst großem Durchmesser über Bordwand von 40-Tonnen-Sattelzugfahrzeugen entladen zu können. Der Kran sollte die maximale lichte Hallenhöhe nutzen, um in oberster Hakenstellung – inklusive der Bauhöhe von Magnettraverse und dem Durchmesser des Rundstahls – die etwa vier Meter hohe Bordwand der LKW zu überfahren. Mit einer Kranbahn auf 5,68 Metern und einer vorgegebenen lichten Höhe von 6,89 Metern blieb Innokran nur die Möglichkeit, den Kran als Zweiträgerbrückenkran auszuführen und die Hubwerke oberhalb der Kranbrücke zu platzieren.

Genaue Lastmessung

Ein Wunsch von Dewald war es, den Zweiträgerbrückenkran zur Gewichtskontrolle bei der Anlieferung des Rundstahls zu nutzen. Dafür war eine möglichst exakte Gewichtsmessung nötig, die mit der serienmäßigen, elektronischen Lastüberwachung nicht möglich war. Aus diesem Grund hat Innokran eine zusätzliche, genaue Lastmessung über zwei Lastmessbolzen realisiert. Die Bolzen wurden direkt an den beiden Aufhängepunkten der Magnettraverse eingebaut, sodass Unschärfen aus Rollenflasche und Seilgewicht ausgeschlossen werden. Die durch diese Lösung erreichte Messgenauigkeit beträgt ein Prozent bezogen auf die Nennlast. bw

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