Schwerlaststapler

„Know-how und kühler Verstand“

Ralf Jestädt sieht Hubtex und Genkinger solide aufgestellt
Die neu entwickelte Lenkung des auf der CeMAT 2011 vorgestellten Elektro-Mehrwege-Seitenstaplers bietet zuvor nicht gekannten Komfort und erhöhte Lenkgeschwindigkeiten.
Doppeljubiläum bei Hubtex: Zusammen kommen Genkinger und Hubtex auf 120 Jahre – Anlass für ein Gespräch mit dem zweifachen Geschäftsführer Ralf Jestädt, der für beie Unternehmen verantwortlich zeichnet.

handling: Bei der Hubtex-Gruppe reiht sich in diesen Monaten ein Jubiläum ans andere. Zur Orientierung: Wer feiert denn hier was?
Ralf Jestädt: 2011 blickt Hubtex auf 30 Jahre Unternehmensgeschichte zurück und Genkinger-Hubtex im nächsten Jahr sogar auf 90.

handling: Können Sie uns die Firmengruppe in wenigen Sätzen erklären? Wer ist mit welchem Programm für was zuständig?
Ralf Jestädt: Hubtex ist mit Elektro-Mehrwege-Seitenstaplern und Sondergeräten großgeworden. Der Bereich Textiltechnik wurde nach der Fusion mit dem ehemaligen Wettbewerber schwerpunktmäßig auf Genkinger-Hubtex übertragen. Die in Fulda freigewordenen Kapazitäten nutzten und nutzen wir für die Erweiterung der Produktpalette und der Entwicklung von Sondergeräten für noch mehr Industriebranchen. Seit 2009 sind auch die Schwerlast-Geräte in unserem Programm noch stärker vertreten. Der Bereich 800 Kilogramm bis rund zehn Tonnen wird von Genkinger-Hubtex, der Bereich bis 230 Tonnen von Hubtex abgedeckt.

handling: Da gibt es keine Überschneidungen?
Ralf Jestädt: Doch, aber nur positive. Beispiel: Hubtex hat in Fulda einen kostengünstig-leistungsstarken Elektro-Vierwege-Seitenstapler mit Tragfähigkeit ab 800 Kilogramm entwickelt, unsere MS-Serie, die mit großem Erfolg von Genkinger vertrieben wird. Beide Unternehmen mit ihren Entstehungsgeschichten und den Standorten in Fulda und Münsingen sind Teil unserer strategischen Stärke. Sie profitieren von Synergieeffekten, sei es in der Produktentwicklung, beim Vertrieb oder auch beim Einkauf.

handling: Gibt es denn auch wirtschaftlich gesehen Grund zum Feiern?
Ralf Jestädt: Feiern kann derzeit wohl kaum ein Marktteilnehmer, vor allem wenn man die Zahlen des Rekordjahres 2008 zu Grunde legt, aber unsere Ergebnisse sind ordentlich. Beide Unternehmen sind solide aufgestellt, verteidigen erfolgreich ihre Position und den Wettbewerbsvorsprung und haben bewiesen, in schwierigen Zeiten flexibel und kundengerecht reagieren zu können.

handling: Die Staplerwelt ist doch eigentlich durch einige gängige Marken definiert. Zahlt sich bei Ihnen der Mut zur Marktlücke aus?
Ralf Jestädt: In dem Nischenmarkt der Sondergeräte zählen Know-how und kühler Verstand. Mut ja, Risiko nein, sonst würde eine unserer Kerntugenden, die Verlässlichkeit, gefährdet.

handling: Die Unternehmensgruppe ist groß genug, um selbständig im Weltmarkt agieren zu können?
Ralf Jestädt: Als klassischer Mittelständler haben wir die Globalisierung „geschafft“, auch wenn es noch ein paar „weiße Flecken“ auf der Landkarte gibt. Hubtex macht mehr als 70 Prozent des Umsatzes in internationalen Märkten.

handling: Hubtex hat sich aus der Textilindustrie heraus entwickelt, die in Deutschland einen dramatischen Niedergang erlebte. Noch heute führen Sie die Branchenzugehörigkeit im Namen. Wo liegen heute die Zielbrachen für die einzelnen Firmenteile? Genkinger-Hubtex ist dem Textilsektor wohl nach wie vor eng verbunden?
Ralf Jestädt: Nach der Übernahme des ehemaligen Wettbewerbers Genkinger haben wir die Textilsparte auf einen Standort verlagert. Ansonsten gibt es, wie oben geschildert, klare Verteilungen gemäß der zu transportierenden Lasten.

handling: Welche Branchen betrachten Sie für die nächsten Jahre als die mit dem größten Abnahmepotenzial?
Ralf Jestädt: Unsere Investitionsgüter sind praktisch in allen Industriebranchen gefragt, in denen schwere, lange oder sperrige Lasten zu transportieren sind. Die Mischung macht uns weniger krisenanfällig. Zudem schätzen unsere Kunden beide Unternehmen für langlebige und effiziente Sondergeräte jenseits des Standards.

handling: Die letzten bekannten Umsatzzahlen beziehen sich auf 2008. Damals gaben Sie 56 Millionen Euro bekannt. Und 2011?
Ralf Jestädt: Wir melden pflichtgemäß unsere Zahlen in jedem Jahr. Die Hubtex-Gruppe setzte im Rekordjahr 2008 über 90 Millionen Euro um. Im teils immer noch krisengeprägten 2010 waren es unter den Umständen höchst akzeptable 66 Millionen Euro.

handling: Hubtex gilt als Hersteller mit Potenzial für Innovation. Wie sah das in der Vergangenheit aus, und was dürfen wir in absehbarer Zukunft erwarten?
Ralf Jestädt: Jeder Auftrag ist besonders, denn unsere Geräte sind in der Regel genau auf die Anforderungen des Kunden hin konzipiert. Auf der letzten Cemat überraschten wir den Markt und auch unsere Wettbewerber mit einer neuen, konkurrenzlos komfortablen Lenkung. Sie haben Recht, unser Anspruch ist die Know-how-, Innovations- und Qualitätsführerschaft in unseren Marksegmenten.

handling: Ein Produkt-Highlight der letzten Monate war sicherlich die Auslieferung einer Montageplattform für Boeing in den USA. Betreten Sie Neuland?
Ralf Jestädt: Wir haben auch in der Vergangenheit die Flugzeugbranche mit Lösungen versorgt. Aber klar ist, dass es sich hierbei um spektakuläre Maschinen handelt, die in einem sehr sensiblen Bereich eingesetzt werden und damit sehr aufwendig entwickelt werden müssen. Es bestätigt unseren hohen Engineering-Anspruch, dass wir für diese Aufgabe ausgewählt wurden.

handling: Ist das Erobern neuer Zielbranchen ein erklärtes Ziel der Firmenpolitik?
Ralf Jestädt: Wir sind schon in praktisch allen Branchen tätig. Wir sehen es als Ziel, uns für die einzelnen Branchen noch breiter aufzustellen und damit zum Nutzen unserer Kunden noch individuellere Lösungen zu finden.

handling: Arbeitet jedes der beiden Unternehmen eigenständig, und wo zeigt sich die Zusammengehörigkeit?
Ralf Jestädt: Beide Unternehmen arbeiten eng zusammen, profitieren vom praktisch täglichen Erfahrungstausch und nutzen viele Synergien, etwa bei Messen, aber die Produktbereiche bleiben getrennt und klar definiert. bw

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